EWV gibt jetzt Vollgas mit Naturstrom

Von: Jutta Geese
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Bislang betreibt in der Städteregion nur die Aachener Stawag - wie hier am Super C - Tankstellen für Elektrofahrzeuge: In den nächsten Wochen will indes auch der in Stolberg ansässige Versorger EWV auf dem Markt aktiv werden. Foto: Michael Japsers

Aachen. Mit einem Elektroroller ist Städteregionsrat Helmut Etschenberg probehalber schon mal gefahren. Mit einem Elektroauto noch nicht. Doch demnächst wird er öfter mit einem kleinen, weißen Fiat 500 mit der Aufschrift „Ich fahre mit regiostrom-natur!” durch die Städteregion kurven.

Die in Stolberg ansässige Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft EWV stellt der Städteregion das Auto samt Ladestation an der Zollernstraße für Dienstfahrten kostenlos zur Verfügung. In den kommenden Monaten werden, sofern sie wollen, auch die Städte Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler und Stolberg - hier verfügt EWV über eigene Stromnetze - je ein solches „Paket” erhalten. Weitere Kommunen können folgen.

Etschenbergs Idee von der „Mobilcity 2020”, vorgestellt bei seinem Neujahrsempfang Anfang Januar, will der Versorger, der mehrheitlich zum RWE-Konzern gehört, unterstützen. „Visionen brauchen Symbole”, sagt Etschenberg. Er sei daher dankbar, dass EWV mit den Elektroautos „etwas Konkretes einbringt”.

Die Bereitstellung von Autos samt Ladestationen für die Verwaltungen sei „natürlich punktuell, aber ein erster Schritt”. 140 Kilometer weit können die kleinen Flitzer fahren, ehe sie wieder für etwa eine Stunde an die Steckdose müssen. Und dass sie nicht einfach nur mit Strom, sondern mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden, freut den Städteregionsrat besonders. „EWV setzt auch hiermit ein Zeichen”, lobt er.

Die Förderung der Elektromobilität in der Region lässt sich das Unternehmen einiges kosten. „Wir gehen kräftig in Vorleistung”, sagt Axel Kahl, Hauptabteilungsleiter Vertrieb. Allein in diesem Jahr will das Unternehmen rund 500.000 Euro investieren. Nicht nur in die Bereitstellung von E-Autos für die Kommunen, die auch Gesellschafter der EWV sind, sondern auch in die Förderung privater Interessenten. „Wir werden den Kauf von Elektrorollern oder -fahrrädern mit je 100 Euro fördern”, kündigt Kahl an.

Und wer sich in diesem Jahr ein Elektrofahrzeug zulegt, kann bis zum Jahresende an den EWV-Ladestationen kostenlos „tanken”. Die erste Ladestation wird Ende März am Haus der Städteregion in Aachen installiert, die weiteren sollen in den kommenden Monaten im Umfeld der Rathäuser aufgestellt werden. Die ersten drei Autos werden voraussichtlich im Sommer geliefert.

Doch EWV hat noch mehr Pläne in Sachen Elektroautos: „Wir sind mit weiteren Autoherstellern im Gespräch, um weitere Modelle anbieten zu können”, sagt Kahl. Er denkt da beispielsweise an Nutzfahrzeuge mit Ladefläche, die für Handwerker in Frage kommen. Interessenten, kommunalen wie privaten, will EWV auch bei der Anschaffung von Elektro-Autos zur Seite stehen. Derzeit, sagt Kahl, werden daher unter anderem Leasingmodelle erarbeitet.

Rund 70 E-Autos sowie einige Zweiräder rollen durch die Städteregion

Nach Auskunft des Straßenverkehrsamtes sind in der Städteregion aktuell 50 Elektroautos zugelassen. Hinzu kommen geschätzte 20 Testfahrzeuge, die mit roten Kennzeichen unterwegs sind. Hybridfahrzeuge sind in größerem Umfang zugelassen. Wie viele E-Roller und E-Fahrräder durch die Region rollen, weiß man nicht - sie sind zulassungsfrei, haben lediglich Versicherungskennzeichen.

Aufgetankt werden können die Fahrzeuge bislang in Aachen am Super C am Templergraben (Roller), im Apag-Parkaus Mostardstraße (Autos und Roller) und auf dem Betriebsgelände der Stawag an der Lombardenstraße (Roller). Zehn weitere Ladestationen sind laut Stawag 2010 in Aachen geplant. Dabei begrüßt das Unternehmen die Anstrengungen der EWV.
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