Euregiobahn: 2010 Baubeginn zwischen Alsdorf und Stolberg

Von: Udo Kals und Stefan Herrmann
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Der Ringschluss der Euregiobahn zwischen Alsdorf und Stolberg droht, sich zu verzögern. War bislang vorgesehen, das Teilstück zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 in Betrieb zu nehmen, steht dieser Termin nun auf wackeligen Füßen. Foto: ddp

Eschweiler. Der geplante Ringschluss der Euregiobahn droht, sich zu verzögern. War bislang vorgesehen, das Teilstück zwischen der bisherigen Endstation Alsdorf-Annapark über Eschweiler und Würselen bis Stolberg-Hauptbahnhof zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 in Betrieb zu nehmen, steht dieser Termin nun auf wackeligen Füßen.

„Natürlich versuchen wir mit allen Mitteln, den Termin zu halten. Doch es kann sein, dass wir das aufgrund der vielen Baustellen nicht schaffen”, sagt Christian Hartrampf, Geschäftsführer des Schienennetzbetreibers EVS. Auf einen genaueren Zeitpunkt kann und will er sich nicht festlegen. Baubeginn für den Ringschluss soll Anfang kommenden Jahres sein.

Zwei Gründe führt Hartrampf für seine Zurückhaltung an. „Zum einen hat der Ausbau des Stolberger Hauptbahnhofs derzeit Vorfahrt”, sagt Hartrampf. Der Erwerb des Gebäudes stehe kurz bevor.

Hier plant die EVS, die zentrale Leitstelle für das elektronische Stellwerk der Euregiobahn bis zum Ende des dritten Quartals 2010 einzurichten. „Das ist eine zwingende Voraussetzung für den Ringschluss”, betont der EVS-Geschäftsführer. 5,5 Millionen Euro werden in Stolberg verbaut. Insgesamt erhöht sich das genehmigte Investitionsvolumen für die Euregiobahn mit dem Ringschluss und Leitstelle auf 145 Millionen Euro.

Um weitaus weniger Geld, um einen fünfstelligen Betrag, geht es in Würselen. Doch der sorgt für Kopfschmerzen. „Mit allen Städten haben wir bisher die nötigen Kreuzungsvereinbarungen abschließen können, nur mit Würselen nicht”, sagt Hartrampf. Auf den 13 Schienenkilometern - Gleise und Schotterbett werden zwischen Alsdorf und Stolberg komplett erneuert - werden fast 20 Straßen und Wege gequert. In Würselen sind es drei, an denen es hakt. Der Grund: Auch wenn es Zuschüsse gibt, müssen die Städte einen Eigenanteil berappen.

„Wir würden die Kreuzungsvereinbarungen gerne unterschreiben, aber wir dürfen nicht”, meint Würselens Bürgermeister Werner Breuer und schiebt Landrat Carl Meulenbergh den Schwarzen Peter zu. Denn der habe als Kommunalaufsicht Anfang Juli verfügt, dass Landeszuwendungen zu Einzelmaßnahmen bis zur „Wiedererlangung eines genehmigungsfähigen Haushaltssicherungskonzepts grundsätzlich” nicht mehr bewilligt werden. Die Stadt ist klamm.

Breuer sieht seine Hände gebunden, Meulenbergh hat indes eine andere Sichtweise: „Die Stadt Würselen muss endlich ihre Hausaufgaben machen und erst einmal belastbare Haushaltsdaten vorlegen, damit überhaupt ein Haushaltssicherungskonzept genehmigt werden kann.” Erst dann könne über Ausgaben gesprochen werden, dann habe man eine andere Situation.

Dass es Kommunen wie Alsdorf und Stolberg geschafft hätten, aber Würselen bislang noch nicht, sei indes bemerkenswert, sagt Meulenbergh und betont: „Ich lehne es ganz und gar ab, dass gesagt wird, dass der Landrat das für die gesamte Region bedeutsame Projekt Euregiobahn bremse.” Würselen sei nun am Zug.

„Irritiert” von der Aussicht auf eine etwaige Verspätung ist indes Hans-Joachim Sistenich. „Wir müssen und werden den Termin halten”, gibt der Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) die Devise vor. Schließlich seien die Spielregeln klar. „Und wenn es Probleme gibt, müssen wir uns an einen Tisch setzen und diese lösen.”

Schienennetz Schritt für Schritt erweitert

Als erstes Teilstück wurde die Strecke zwischen Stolberg-Hauptbahnhof und Stolberg-Altstadt reaktiviert, so dass die Euregiobahn am 10. Juni 2001 den Betrieb zwischen Stolberg-Altstadt über Aachen nach Heerlen aufnehmen konnte. Im Sommer 2004 folgte die Verbindung von Stolberg nach Eschweiler-Weisweiler. Seit Dezember 2004 fährt die Euregiobahn von Weisweiler über Aachen und Herzogenrath-Bahnhof bis nach Herzogenrath-Merkstein zum August-Schmidt-Platz.

2005 wurde der Ringbahn-Ast um zwei Haltestellen bis Alsdorf-Annapark verlängert. Im Rahmen des Ringschlusses soll diese Strecke über die drei Alsdorfer Haltestellen Kellersberg, Mariadorf und Begau sowie die Haltepunkte St. Jöris in Eschweiler und Flugplatz Merzbrück in Würselen bis zum Stolberger Hauptbahnhof führen.


AVV, EVS und die DB Regio

Drei Unternehmen teilen sich bei der Euregiobahn die Verantwortung: Die in Stolberg ansässige Euregio-Verkehrsschienennetz-GmbH sorgt für den Bau bzw. die Wiederbelebung der Strecken und für den laufenden Unterhalt. Der Aachener Verkehrsverbund bestellt dann die Fahrleistungen bei DB Regio, einer Tochter der Deutschen Bahn.
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