„Es muss ja nicht alles so bierernst sein”

Von: Jutta Geese
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Vom Verwaltungspraktikanten zum Vize-Chef: Axel Hartmann hat in 40 Jahren die Karriereleiter Stufe um Stufe erklommen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist das, was man gemeinhin eine Bilderbuchkarriere nennt, was Axel Hartmann hingelegt hat: Mit 16 Jahren begann er 1970 seine berufliche Laufbahn beim damaligen Kreis Aachen, heute ist er Dezernent und allgemeiner Vertreter des Städteregionsrates. Und auch nach 40 Jahren sagt er: „Mir macht die Arbeit super Spaß.”

Deshalb verschwendet der inzwischen 56-jährige Stolberger auch noch keinen Gedanken ans Aufhören. Im Gegenteil: „Die 40 Jahre haben dazu geführt, dass ich wirklich bis 65 weiterarbeiten will”, sagt Hartmann.

So, wie er dabei übers ganze Gesicht strahlt und wie er über seine Arbeit spricht, glaubt man ihm sofort, dass er mit Begeisterung Verwaltungsmensch ist. Aber einer, der stets Neuerungen vorangetrieben hat und vorantreibt, sei es in der Personalentwicklung oder in der Verwaltungsorganisation. „Ich bin ein moderner Mensch”, betont Hartmann.

Veränderungen vorantreiben

Das ist auch seinem Büro im Hochhaus an der Zollernstraße in Aachen anzusehen. Von Verwaltungsmief keine Spur. Hell und luftig ist es, mit modernen Möbel ausgestattet, an der Wand hinter seinem Schreibtisch hängt moderne Kunst. „Man muss sich ja wohlfühlen am Arbeitsplatz”, sagt er. Schließlich verbringt er dort viele Stunden. Aber, und darauf legt der Dienstjubilar wert: Die Familie - Hartmann ist seit 30 Jahren verheiratet und hat drei Kinder - kommt trotz Job nicht zu kurz. „Darauf bin ich stolz.”

Den Verwaltungsapparat kennt Hartmann von der Pike auf, als Verwaltungspraktikant - so hieß das damals - hat er eine fünfjährige Ausbildung für den gehobenen Dienst absolviert. Es gibt kaum ein nicht-technisches Amt, in dem er im Laufe der 40 Jahre nicht tätig war, entweder als Sachbearbeiter oder als Arbeitsgruppenleiter, ab Mitte der 80er Jahre dann als büroleitender Beamter (Gesundheitsamt) beziehungsweise Amtsleiter (erst Jugend-, dann Hauptamt). Seit 1995 schließlich ist Hartmann Dezernent, zuerst beim Kreis Aachen und jetzt in der Städteregion.

Dem heutigen Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der wie Hartmann ein „Eigengewächs” der früheren Kreisverwaltung ist, ist er dabei schon früh über den Weg gelaufen. „Mit Etschenberg verstehe ich mich blind. Seit 1975 haben wir immer wieder zusammengearbeitet, auch als er in Monschau Stadtdirektor war. Als er 1993 dann Kreisdirektor wurde, bin ich aus dem Jugendamt zur Personalverwaltung geflüchtet”, erzählt Hartmann und lacht: „Nein, nein! Nicht wegen Etschenberg! Die Aufgabe hat mich gereizt.”

Wo immer er auch eingesetzt war, sein Hauptaugenmerk hat immer auf Verwaltungsmodernisierung und Personalentwicklung gelegen. „Personal, das ist mein Leben!”, sagt Hartmann. Er selbst habe immer Förderer gehabt, die ihn positiv bis zu einem bestimmten Punkt begleitet haben. „Dann muss man sich selbst zeigen.” Und so lautet seine Devise in der Personalentwicklung denn auch: Fördern und Fordern.

Dazu gehören für ihn gute Fortbildungsangebote („Da haben wir mächtig aufgerüstet”) und moderne Arbeitszeitmodelle ebenso wie Verantwortung zu dezentralisieren. So offen er organisatorische Veränderungen anpackt, so aufgeschlossen hat er der modernen Technik den Weg in die Verwaltung geebnet: „1984 haben wir zum ersten Mal die Auswertung einer Wahl per Computer gemacht. Aber man traute dem Braten nicht und hat parallel per Hand ausgewertet - aber wir hatten die richtigen Ergebnisse.”

Hartmann ist eben ein moderner Mensch. Auch im Privatleben. Er joggt und walkt gemeinsam mit seiner Frau, besucht mit ihr gerne Musicals, Kabarett- und Comedyabende. Etwas aus dem Rahmen fällt da seine Kinovorliebe: Er liebt Actionfilme. Und steht dazu. „Ich finde das total super. Es muss ja nicht alles so bierernst sein wie im Beruf.”
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