Erlesene Uhren kommen unter den Hammer

Von: Udo Kals
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Auktion im Internet: Noch bis morgen versteigert das Finanzamt Aachen-Kreis insgesamt elf wertvolle Stand- und Pendeluhren. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist ein außergewöhnliches Angebot, das sich derzeit neben Röcken, Autos, Mikrowellen und Spielkonsolen auf der Auktions-Homepage des Zolls findet. Denn nicht alle Tage werden so viele dieser üppig verzierten und im späten 19. Jahrhundert - zumeist im Stil Louis XV. - angefertigten Uhren auf einen Schlag angeboten.

Und so könnten sich Liebhaber französischer Stand- und Pendeluhren, die genügend Kleingeld auf dem Konto haben und sich beeilen, jetzt ein nachweihnachtliches Geschenk machen.

Denn elf dieser Exemplare versteigert das Finanzamt Aachen-Kreis noch bis zum Mittwoch - das niedrigste Mindestgebot liegt bei 900 Euro, das höchste bei 5000 Euro. Insgesamt sind Uhren für knapp 30.000 Euro aufgerufen, deren Wert laut Gutachterurteil deutlich höher liegt. Ein sattes Sümmchen.

Woher die erlesenen Uhren kommen, darüber schweigt sich Dr. Susanne Reichelt - natürlich - aus. Doch dass ihre Behörde nur noch selten gepfändete Besitztümer - und noch seltener solche Großkaliber - unters zahlungswillige Volk bringt, das unterstreicht die Leiterin der für die Kreisbürger zuständigen Behörde an der Krefelder Straße in Aachen. „Das ist inzwischen eine Ausnahme.” Und das war einmal anders.

„Früher hat das Finanzamt noch eigene Auktionen veranstaltet”, sagt Reichelt. Nicht im Internet, sondern vor Ort. Was mit einem nicht zu unterschätzenden (Organisations-)Aufwand verbunden gewesen sei.

Da ist das Zoll-Portal als Plattform schon bequemer. „Das ist schon sehr vorteilhaft”, meint Reichelt. Zumal ihre Kollegen immer weniger Gegenstände vorzeigen könnten, die sich versteigern ließen.

Zwar wird noch immer quer durch die Bank gepfändet. Doch, sagt die Finanzamtschefin: „Wir finden kaum noch etwas, was wir versteigern können und versteigern wollen. Schließlich achten wir auf eine gewisse Qualität.” So würden Autos oder Stereoanlagen - um nur einige Beispiele zu nennen - immer häufiger geleast oder werden per Rate abbezahlt. Da sei nichts zu holen. Möbel oder Perserteppiche seien inzwischen uninteressant. „Da sind die Preise so in den Keller gegangen, das lohnt sich nicht”, sagt Reichelt und fügt hinzu: „Es werden keine Sachen verschleudert.”

Das gilt erst recht für die französischen Uhren, die einen neuen Besitzer finden sollen. Die Behördenleiterin ist zuversichtlich, dass das klappt. „Die meisten Gegenstände werden bei den Auktionen ersteigert”, sagt sie. Frei nach dem Slogan „Drei, zwei, eins - meins” greifen viele Interessierte zu - und tun damit in Zeiten der Finanzkrise auch der Staatskasse etwas Gutes.
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