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Energiemeisterschaft: 15 Familien aus der Städteregion machen mit

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Optimistisch zum Startschuss der Energiemeisterschaft: 15 Familien aus der Städteregion machen beim Wettbewerb um Sparen von Strom- und Heizenergiekosten mit. Foto: Sonja Essers
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Verräterisch: Die Thermographie-Aufnahme einer Dachschräge und eines Dachflächenfensters von innen zeigt, wo Wärme verloren geht – rund um das Fenster entlarvt sie Energielecks als blaue bis schwarze Zonen. Foto: dpa

Städteregion. Überschwemmungen, Stürme und die Verbreitung seltener Krankheiten wie der sogenannten Schmallenberg-Virus: Sie alle seien Folgen des Klimawandels, ist sich Uwe Zink, Umweltdezernent der Städteregion Aachen, sicher.

Das Thema sei aktueller denn je, ein entsprechendes Umdenken habe allerdings bisher kaum stattgefunden.

Das soll sich allerdings nun ändern – zumindest in der Städteregion. Dort gehen derzeit 15 Familien als gute Vorbilder voran und werden im Rahmen der Energiemeisterschaft, die von der Verbraucherzentrale NRW initiiert wurde und nun zum ersten Mal in der Städteregion stattfindet, ein Jahr lang so viel Strom und Heizenergie sparen wie möglich.

„Beim Klimaschutz kommt es auf jeden Einzelnen an. Wir müssen uns mental verändern und ihn als etwas Alltägliches begreifen“, macht Zink bei der Auftaktveranstaltung im Alsdorfer Energeticon deutlich. Bis Ende November des vergangenen Jahres konnten sich Interessierte für das Projekt, das von Enwor, Energeticon, EWV, der Stawag und Altbau Plus, einer Anlaufstelle für energiebewusste Altbausanierungen, unterstützt wird, anmelden (wir berichteten). Einzige Voraussetzung: Wer teilnehmen wollte, musste seit mindestens drei Jahren mit mindestens vier Personen in einem Haushalt leben. Am 1. Januar nun fiel der offizielle Startschuss.

Was nun auf die Teilnehmer zukommt? In gleich zwei Kategorien, dazu zählt nicht nur Stromsparen, sondern auch das Sparen von Heizenergie, gehen sie an den Start. Bis Ende des Jahres wird am Anfang jedes Monats gemessen, wie viel Strom die Haushalte verbrauchen und wie viel geheizt wird. Das Ziel: In den kommenden Monaten soll so viel Energie wie möglich eingespart werden. Hilfe erhalten die Familien dabei von der Verbraucherzentrale NRW und Altbau Plus, die in dieser Zeit kostenlose Beratungen zu Themen wie Dämmung und Thermografie anbieten. Die ersten Zwischenergebnisse werden dann am 31. März bekannt gegeben.

Alle Teilnehmer, die das ganze Jahr über mitgemacht haben, können nicht nur an verschiedenen Ausflügen teilnehmen. Auf sie wartet am Jahresende auch noch eine Verlosung. Zu gewinnen gibt es zwei Pedelecs sowie Reisegutscheine und Gutscheine für einen Energiesparshop.

Besonders angetan von der Energiesparmeisterschaft ist Gerhard Weiß von der Verbraucherzentrale. Er hatte die Idee zu dem Projekt, das bisher noch in keiner anderen Stadt in Nordrhein-Westfahlen umgesetzt wurde. Weiß möchte das Thema Energiesparen wieder populärer machen. Schließlich haben das Interesse daran in den vergangenen Jahren immer mehr nachgelassen.

„Die letzten Winter waren so warm, da musste kaum jemand nachzahlen, sondern alle haben Geld zurückbekommen. Da ist die Motivation etwas zu machen natürlich weg. Der Druck etwas zu unternehmen, ist einfach nicht mehr so groß“, ist sich Weiß da sicher.

Auch die ersten Ergebnisse blieben von Weiß nicht unkommentiert. Sie schwanken zwischen 600 Kilowatt Strom pro Person, ein Ergebnis, das Weiß „sehr sparsam“ nannte, bis hin zu 1900 Kilowatt Strom pro Person. „Da lässt sich noch was machen“, so Weiß, der für die Teilnehmer eine Hausaufgabe im Gepäck hatte. Sie müssen in den kommenden Tagen die Temperatur in allen Räumen in Haus oder Wohnung messen und notieren, bei wie viel Grad sie sich am wohlsten fühlen.

Außerdem hatte Gerhard Weiß für die Teilnehmer noch den einen oder anderen guten Tipp auf Lager. So solle man nicht nur darauf achten, dass die Zimmertüren geschlossen bleiben, um die Temperatur in den Räumen zu halten. Auch die Überprüfung der Dichtigkeit der Kellertür sowie die Überprüfung der Heizungszirkulationspumpe könnten sich positiv auswirken. „Ist die Pumpe richtig eingestellt, kann man damit bis zu 150 Euro im Jahr sparen“, verriet Weiß.

Die Siegerehrung soll im Januar 2017 ebenfalls im Alsdorfer Energeticon stattfinden. Bis dahin liegt noch ein langer Weg vor den Teilnehmern, die von Uwe Zink noch einmal in ihrem Vorhaben unterstützt wurden: „Das Klimasystem ist träge, deshalb sollten wir es nicht sein, sondern aktiv und dynamisch agieren. Empfinden Sie diesen Wettbewerb als sportliche Herausforderung und nicht als Belastung“, sagt er.

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