Energiemanagement: Städteregion gelingen deutliche Einsparungen

Von: Michael Grobusch
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An mehreren Verwaltungsstandorten – unser Bild zeigt das Haus der Städteregion in Aachen –, in den Berufskollegs und Förderschulen sowie inzwischen auch im Straßenverkehrsamt in Würselen und in 20 Kindertagesstätten werden mittlerweile die Verbräuche durch die zentrale Gebäudeleittechnik erfasst. Foto: M. Grobusch
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Ist voll des Lobes für die neue Technik: der städteregionale Bau- und Umweltdezernent Uwe Zink. Foto: J. Geese

Städteregion. Wenn bei der Städteregion vom „Herr der Zahlen“ die Rede ist, dann sind in der Regel Finanzdezernent Axel Hartmann oder Kämmerer Egon Metten gemeint. Dabei würde die Bezeichnung durchaus auch gut zu Thomas Kasnitz passen. Der ist zwar Ingenieur und kümmert sich als solcher um das Energiemanagement und die zentrale Gebäudeleittechnik.

Doch wem Kasnitz einen Einblick in seine Unterlagen gewährt, der trifft neben vielen Grafiken vor allem auf eins: Zahlen. Sie geben Auskunft über die Verbräuche in den städteregionalen Immobilien und die damit verbunden Kosten.

In der Regel legt das Amt für Immobilienmanagement und Verkehr alle zwei Jahre eine detaillierte Bilanz vor. Doch diesmal hat es eine Ausnahme gemacht und schon nach zwölf Monaten seinen „Energie- und Medienbericht“ verfasst. Das hat einen guten Grund: Seit Mitte 2014 verstärkt die Städteregion ihre Bemühungen in den Bereichen Anlagenbetriebsführung durch zentrale Gebäudeleittechnik (GLT) und Energiemanagement.

Mit spürbarem Erfolg, wie Thomas Kasnitz zufrieden feststellt: „Die zentrale Gebäudeleittechnik ist äußerst wirtschaftlich.“ Das dokumentiert der Fachmann – was wenig überrascht – anhand einiger Zahlen. Demnach sind die verbrauchsgebundenen Kosten der Städteregion 2015 im Vergleich zum Jahr 2010 – witterungsbereinigt – um rund 240.000 Euro gesenkt worden. „Und das trotz steigender Preise“, betont der zuständige Dezernent Uwe Zink.

Rund 1,2 Millionen Euro und damit 51 Prozent wurden für (Heiz-) Wärme fällig, für Strom wurden 920.000 Euro ausgegeben (39 Prozent), und auf Wasser entfielen 230.000 Euro (zehn Prozent). „Allein die Einsparungen im Bereich Wärme machen gut 200.000 Euro aus und entsprechen dem Energie-Äquivalent von 314.000 Litern Heizöl“, führt Thomas Kasnitz aus. Und die Reduzierung beim Strom in Höhe von rund 56.000 Euro entspreche dem Verbrauch aller 30 städteregionalen Kindertagesstätten.

Dass der Wasserverbrauch angesichts dieser Werte im vergangenen Jahr aus dem Rahmen gefallen ist und gegenüber 2010 sogar mit 19.000 Euro Mehrkosten (inklusive Abwasser) in der Bilanz steht, liegt derweil nicht an einer mangelnden Effizienzsteigerung. Es ist nach Verwaltungsangaben vielmehr die temporäre Unterbringung zahlreicher Flüchtlinge in Sporthallen der städteregionalen Berufskollegs, die hier eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Was aber geschieht eigentlich beim Einsatz der zentralen Gebäudeleittechnik? „Vor allem eine Betriebsoptimierung“, erklärt Thomas Kasnitz. Schließlich würden immer mehr technische Anlagen aus der Ferne zentral gesteuert und überwacht. Im Zuge dessen werden Betriebszeiten besser an die tatsächlichen Bedarfe bzw. Nutzungen angepasst und Einstellungen beispielsweise von Pumpen, Ventilatoren und Kälteanlagen optimiert. In der Summe seien rund 80 Prozent der Einsparungen auf diese Maßnahmen zurückzuführen.

Aber auch das Verhalten der Nutzer, auf das die Verwaltung zunehmend versucht Einfluss zu nehmen, indem sie für das Thema wirbt und sensibilisiert, trägt nach Aussage des verantwortlichen Ingenieurs zur Reduzierung der Verbräuche und der Kosten bei. Und damit natürlich auch zum Klimaschutz.

Effekt viel größer als Aufwand

Kein Wunder also, dass Uwe Zink den Einsatz der Gebäudeleittechnik und den seines Mitarbeiters in höchsten Tönen lobt. Beide zusammen hätten es ermöglicht, das Verbrauchsverhalten zu analysieren, Sparmaßnahmen daraus abzuleiten und deren Effekte dann wiederum zu kontrollieren. Mit dem Ergebnis, dass die Gesamtaufwendungen von Technik und Personal lediglich ein Drittel der erzielten Einsparungen ausmachen, wie der Dezernent betont.

Den nächsten (regulären) „Energie- und Medienbericht“ wird es also Ende nächsten Jahres geben. Doch schon jetzt ist Thomas Kasnitz zuversichtlich, dass seine Zahlen auch dann wieder durchweg positiv sein werden: „Ich gehe davon aus, dass sich der Effekt unserer Maßnahmen noch weiter verstärken wird und die Einsparungen bei der Energie- und Wasserversorgung die weiter steigenden Energiepreise größtenteils oder vielleicht sogar komplett kompensieren werden.“

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