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Energeticon bleibt vorerst auf der Strecke

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Energeticon Radroute
Für die Raderlebnisrouten im Norden der Städteregion und den Ausbau des Energeticons zum Informationszentrum müssen zwei getrennte Anträge gestellt werden. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Der erste Förderantrag ist vor wenigen Tagen eingereicht worden, der erste Schritt der Städteregion auf dem Weg zur „Raderlebnisregion“ somit gemacht. Es hat zweifellos schon weitaus schlechtere Mitteilungen an die Politik gegeben.

Umso mehr überrascht es, dass die Mitglieder des Tourismusausschusses jetzt ausgerechnet zu diesem Thema eine ausgesprochen lebhafte Diskussion geführt haben.

Anlass dazu gab die Entscheidung der Verwaltung, die Planung für die erste Stufe des Projektes zu modifizieren. Der Antrag für die beiden Erlebnisrouten, die durch den Nordkreis führen und bei ihrer inhaltlichen Inszenierung die Bergbaugeschichte der Region in den Vordergrund stellen sollen, ist von der Einrichtung eines Informationszentrums im Energeticon entkoppelt worden. „Die Bezirksregierung hat uns dazu geraten, weil damit die Chancen für eine Genehmigung steigen“, berichtete Thomas König vom städteregionalen Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus.

Und mit ihnen steigt auch die in Aussicht gestellte Summe. Statt der ursprünglich veranschlagten knapp zwei Millionen Euro für die erste Projektphase – in der zweiten soll der Südraum zum Zuge kommen – rechnet die Verwaltung jetzt nur noch mit 1,67 Millionen Euro. Die kommen allerdings ausschließlich dem Bau der Radwege und ihrer thematischen Gestaltung zugute. Für das Energeticon als Informationszentrum wird mit weiteren 600.000 Euro gerechnet. Macht in der Summe also rund 270.000 Euro mehr. Allerdings unter einer Bedingung: Den Antrag für das Energeticon muss die Stadt Alsdorf für das dann eigenständige Vorhaben stellen.

Eine Änderung, die der SPD-Fraktion offenbar gar nicht gut gefällt. „Das ist nicht so beschlossen worden“, monierte Jürgen Neeßen mit Blick auf die Sitzung des Städteregionsausschusses am 3. Dezember. Und er stellte klar: „Es war der Wille der Politik, dass zunächst im Nord- und dann im Südraum die Erlebnisrouten und jeweils ein Informationszentrum unter der Regie der Städteregion realisiert werden.“ Dem konnte Thomas König nicht widersprechen. Er verwies jedoch eindringlich darauf, dass es einen sehr deutlichen Hinweis der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde gegeben habe. Und dass man in der Vergangenheit einen eben solchen schon einmal ignoriert habe. „Deshalb ist ein erster Antrag für den Nordraum auch abgelehnt worden.“

Die SPD aber beunruhigte offenbar ein anderes Szenario mehr: „Wenn Alsdorf auf das Projekt verzichten oder der Antrag abgelehnt werden sollte, stehen wir ohne Infozentrum im Nordraum da“, erklärte Neeßen. Und sein Parteikollege Friedhelm Krämer ergänzte: „Wir sind jetzt von der Stadt Alsdorf und dem Beschluss des Alsdorfer Rates abhängig.“ In diesem sitzt auch Krämer. Mit 19 weiteren Sozialdemokraten und einer absoluten Mehrheit. Jürgen Neeßen macht zwar „nur“ in der Städteregion Politik, ist aber ebenfalls in Alsdorf beheimatet. Woher die Skepsis rührt, wurde im Ausschuss nicht so recht klar. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte Neeßen sie dann so: „Wir wollten die Stadt Alsdorf vor weiteren Kosten bewahren. Denn Voraussetzung für eine Gewährung der Zuschüsse ist ein 20-prozentiger Eigenanteil des Antragsstellers.“

Versprechen der Koalition

Eine Entscheidung wurde im Tourismusausschuss im Übrigen nicht getroffen, weil das Thema lediglich im Rahmen einer Mitteilungsvorlage erörtert wurde. Für eine gewisse Beruhigung konnte am Ende der Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Krickel mit seinen Worten sorgen, die durchaus als Versprechen der Koalition (mit der CDU) interpretiert werden können: „Sollte es tatsächlich mal keinen Antrag aus Alsdorf geben oder dieser scheitern, dann müsste die Städteregion die Sache eben doch in die Hand nehmen.“ Dass dieser Fall eintreten wird, davon geht die politische Mehrheit nach eigener Aussage allerdings nicht aus.

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