„Endspurt“ für den Ringschluss der Euregiobahn

Von: dim
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Viel Wasser und ein Nadelöhr gibt es auf dem letzten Abschnitt des Ringschlusses der Euregiobahn im Saubachtal. Dennoch will die EVS die Strecke bis Ende 2015 fertigstellen. Foto: D. Müller

Städteregion. Der „Endspurt“ für den Ringschluss der Euregiobahn hat begonnen. „Wir bauen derzeit an der letzten Meile“, sagt Christian Hartrampf, einer der beiden Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS).

Das Unternehmen mit Sitz im Stolberger Hauptbahnhof baut und betreibt ein öffentliches Schienennetz in der Region und damit einen großen Teil der Infrastruktur für die Euregiobahn. „Wir planen, beispielsweise mit Baesweiler und Breinig künftig weitere Städte und Stadtteile anzubinden, aber zunächst gilt es, die letzte Lücke zu schließen“, erklärt Hartrampf.

Gemeint ist der Streckenabschnitt, der vom neuen Haltepunkt in Eschweiler-St. Jöris über Würselen-Merzbrück direkt zum Stolberger Hauptbahnhof führen wird. Dabei stelle das Stück auf Stolberger Gebiet das Unternehmen vor einige besondere Herausforderungen. „Der Streckenabschnitt, der die Steinbachstraße quert, führt durch das Landschaftsschutzgebiet Saubachtal. Daher sind Planung und Bau mit einigen Auflagen verbunden.“ Die EVS arbeite in enger Abstimmung mit den Umweltbehörden, und grundsätzlich sei der Streckenbau durch das Landschaftsschutzgebiet und die damit verbundenen Auflagen für das Unternehmen kein Problem.

Wenn da nicht der kleine Bach „Lehmsief“ wäre, den die EVS im betroffenen Teilbereich umleiten muss. „Vor allem aber ist der Grundwasserspiegel im Saubachtal mitunter enorm hoch. Hier heißt es auch ohne Regen partiell Land unter“, so Hartrampf. Abgesenkt werden dürfe der Grundwasserspiegel dort aber nicht, da die sensible Flora und Fauna darunter leiden würden. „Also bauen wir eine Wanne, in der Gleisbett und Schienen trocken bleiben, auf dem Grundwasserspiegel“, fasst der Geschäftsführer vereinfachend zusammen.

Diese Wanne entstehe in drei großen Schritten: An die Seiten würden zunächst eiserne Spuntwände gesetzt, dann folge der Boden aus Unterwasserbeton und zum Schluss eine eisenarmierte Betonauskleidung der Wanne. Doch vor der Wanne liege noch eine weitere Herausforderung, erklärt Hartrampf und deutet auf eine Eisenbahnbrücke, über die bereits eine europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke – die höchste aller Bahnstreckenklassen – führt. „Die Durchfahrt des Bauwerks aus dem Jahr 1896 ist nur 4,40 Meter breit. Das entspricht exakt der vorgeschriebenen Mindestbreite für den Bahnverkehr.“

Schnurgerade Durchfahrt

Für die Euregiobahn, die in Zukunft auch unter der bestehenden Strecke verkehren wird, bedeute dies, dass sie schnurgerade die Durchfahrt passieren muss – mit allen Waggons. Dementsprechend müsse ein genügend langer Streckenabschnitt geradeaus führen, bevor die nächste Kurve gebaut werden könne.

Dennoch ist Christian Hartrampf zuversichtlich, dass „die letzte Meile“ bis Ende 2015 fertiggestellt werden kann. „Wir arbeiten sehr konstruktiv mit allen Behörden und Beteiligten zusammen und liegen momentan trotz Unwetter mit Starkregen voll im Plan.“

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