Eine neue Leiterin: Ärztin an der Spitze des Gesundheitsamtes

Von: Jutta Geese
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Fühlt sich in der Städteregion wohl: Dr. Monika Gube übernimmt am 1. Februar die Leitung des städteregionalen Gesundheitsamtes. Foto: J. Geese

Städteregion. Im Oktober 2015 ist Hubert Plum in den Ruhestand getreten. Die Suche nach einem Nachfolger für den Leiter des städteregionalen Gesundheitsamtes gestaltete sich schwieriger, als Städteregionsrat Helmut Etschenberg gehofft hatte.

Erst jetzt, nach 15 Monaten, ist sie zu Ende: Am 1. Februar wird Dr. Monika Gube die Leitung des Amtes übernehmen. Die 42-Jährige war bis jetzt stellvertretende Leiterin des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Uniklinikum Aachen .

Nur zwei Wochen Pause liegen zwischen ihrer alten und der neuen Aufgabe. Wobei sie ihrer bisherigen ein klein wenig treu bleiben wird. Als Privatdozentin will sie nebenher weiter angehende Ärztinnen und Ärzte begleiten – und dabei künftig ihr Augenmerk stärker auf den großen Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes lenken. „Das kommt in der Ausbildung ein bisschen kurz“, sagt sie. Ob es daran liegt, dass sich die Gesundheitsämter schwer tun, Mediziner für sich zu begeistern?

Monika Gube jedenfalls findet es sehr reizvoll, Lehre und Forschung nun zu verlassen und sich den Herausforderungen eines Amtes zu stellen, das mit rund 130 Beschäftigten unterschiedlicher Professionen nicht zu den kleinsten in der Städteregionsverwaltung zählt. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie Arbeitsmedizin fühlt sich aufgrund ihres bisherigen Werdegangs gut gerüstet, und als man sie vor einigen Wochen gefragt hat, ob sie sich vorstellen könne, das städteregionale Gesundheitsamt zu leiten, hat sie nicht lange überlegen müssen.

„Das Angebot fand ich sehr verlockend, weil ich zum einen meine Erfahrungen in dieses Amt einbringen kann und weil es zum anderen mein Spektrum erweitert. Im Gesundheitsamt arbeiten viele Fachärzte, von der Zahnmedizin über die Kinderheilkunde bis hin zur Psychiatrie. Das kann man alles gar nicht in einer Person vereinen. Aber ich werde viel Input erhalten, und ich finde es sehr spannend, all diese verschiedenen Fachrichtungen nach außen vertreten zu dürfen.“ Und da sie und ihr Mann auf jeden Fall in der Städteregion bleiben wollen („Wir fühlen uns hier sehr wohl.“), kam das Angebot für sie gerade recht. „Es passt eigentlich in allen Punkten“, sagt Gube und strahlt.

Den für ihr künftiges Amt zuständigen Dezernenten Gregor Jansen und die meisten Arbeitsgruppenleitungen hat Monika Gube schon kennengelernt. „Ich habe mich sehr herzlich und offen aufgenommen gefühlt“, erzählt sie. Bei dem Treffen hat sie einen ersten Eindruck von den Themen erhalten, die im städteregionalen Gesundheitsamt derzeit im Fokus stehen.

Ganz oben auf der Liste: das Thema Hygiene und Kampf gegen Keime. Und damit meint Gube nicht nur die berühmt-berüchtigten Krankenhauskeime. Händehygiene sei überall dort das A und O, wo viele Menschen zusammenkommen, ob im Kindergarten, in der Schule, in Altenheimen oder eben im Krankenhaus. „Das müssen wir in die Köpfe aller Menschen bekommen“, sagt Gube. „Nur dann wirkt es nachhaltig.“

Und damit ist sie schon beim nächsten großen Thema: die Umsetzung des neuen Präventionsgesetzes. „Wer wäre da besser aufgestellt als das Gesundheitsamt?“, fragt sie eher rhetorisch. Schließlich arbeite das Gesundheitsamt schon jetzt in vielen Bereichen präventiv, ob etwa beim Thema Zahngesundheit oder bei Ernährungsfragen, beim Infektionsschutz oder bei Suchtfragen.

Schuleingangsuntersuchungen, Aufklärung von Beschäftigten im Lebensmittelbereich, Psychiatrieplanung, frühe Hilfen für Familien, Überwachung der Trinkwasserqualität, Umweltmedizin, Erstellen eines Gesundheitsberichts für die Städteregion: Das Aufgabenspektrum des Gesundheitsamtes ist breit gefächert. „Das ist aber viel zu wenig bekannt“, findet Monika Gube.

„Da müssen wir ein bisschen mehr Werbung fürs Gesundheitsamt machen.“ Gube will das Gesundheitsamt als Partner für die Menschen in der Städteregion positionieren, nicht als ein Amt, das mit erhobenem Zeigefinger auftritt und mahnt. Bei vielen Aufgaben gehe es um Prävention, werde eng mit verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen zusammengearbeitet, ob Kostenträger, Anbieter von Leistungen oder Politik. Diese Zusammenarbeit soll nach dem neuen Präventionsgesetz gestärkt werden. „Das passt“, stellt Gube fest.

Mit Politikern hat sie bislang noch nicht zusammengearbeitet, sagt sie. „Das lasse ich auf mich zukommen und werde mir ein eigenes Bild machen.“ Spannend findet sie aber auch diese neue Herausforderung.

So offen, wie die Arbeitsgruppenleitungen sie beim ersten Treffen empfangen haben, so offen will Monika Gube auf das gesamte Team zugehen. „Ich freue mich darauf, eine neue Mannschaft kennenzulernen und ganz, ganz viel fachlichen Input zu erhalten“, sagt sie, und so wie sie es sagt, nimmt man es ihr gerne ab. Viele Gespräche wird sie in den nächsten Wochen führen, zuhören, sich ein Bild machen von ihrem Amt.

Ein paar Tage kann Monika Gube noch abschalten, bevor es losgeht. Beim Joggen etwa, was sie zwei Mal in der Woche betreibt, oder im Fitnessstudio, wo sie vier bis fünf Mal die Woche zu finden ist. „Das wird wahrscheinlich in der nächsten Zeit nicht mehr so oft möglich sein“, vermutet sie. Aber auch das schreckt sie nicht ab.

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