Monschau/Stolberg - Eine Ausstellung, die ständig ihr Gesicht verändert

Eine Ausstellung, die ständig ihr Gesicht verändert

Von: P. St.
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Win Braun im Aukloster: Auch diese Skulptur, eine überdimensionale Uhr, gehört zur Ausstellung „Tour de Montjoie“. Foto: P. Stollenwerk

Monschau/Stolberg. „Ich kann nichts anders als malen“, sagt Win Braun. Der Künstler sitzt mit übergeschlagenen Beinen im Kreuzgang des Monschauer Auklosters und lässt an diesem bisher heißesten Tag des Jahres in Monschau an der offenen Tür den klimatischen Kontrast der Kühle des Kreuzgangs und der stehenden Hitze im Innenhof des altehrwürdigen Gebäudes mit seinen mächtigen Bruchsteinmauern auf sich wirken.

Seit über vier Jahrzehnten ist der aus Breinig stammende Maler ein fester Begriff in der regionalen Kunstwelt. Der 58-Jährige, der „nichts anders als malen kann“, hat in seinem kräftezehrenden künstlerischen Leben jedenfalls oft genug gezeigt, dass er sein Handwerk versteht und immer weit davon entfernt war, Gefälligkeitskunst zu produzieren. Wie intensiv seine Schaffenskraft ist, zeigt seine ebenfalls ausgestellte Malerkleidung, vor allem der orangefarbene Sportpullover.

Faszination Radsport

Bis zum 17. August sind jetzt 40 seiner jüngsten neo-expressionistischen Acryl-Arbeiten aus den Jahren 2013 und 2014 im Aukloster zu sehen. Das Monschauer Kulturereignis Nummer eins, die Klassik auf der Burg (8. bis 17. August) nähert sich mit großen Schritten, und aus diesem Anlass gibt es seit vielen Jahren zeitgleich eine Ausstellung in der Stadt zu sehen. Die Initiative dazu geht aus vom Verschönerungsverein in der Arbeitsgemeinschaft der Monschauer Unternehmer.

„Tour de Montjoie“ titelt Braun seine Ausstellung, deren Bezug zu Monschau vor allem durch die Idee manifestiert wird, dass der Künstler im vorigen Jahr den Entschluss fasste, in der Rurstadt auszustellen.

Die Vernissage am Samstag nachmittag gestaltete sich eher unspektakulär. Es herrschte ein überschaubares Kommen und Gehen, es gab keine Begrüßungs-Reden, keine Laudatio, keine kunsthistorische Einführung in das Werk des Künstlers, keine Häppchen, keinen Small-Talk. Der Künstler und die Gäste konnten gut damit leben.

„Uns geht es darum, dass die Tradition der Kunstausstellungen während der Klassik in Monschau fortgeführt wird“, sagt Wolfgang Kaever vom Cafe Weekend, einer der Initiatoren.

Die Ausstellung „Tour der Montjoie verrät gleich auf den ersten Blick, dass die große Zuneigung des Künstlers dem Radsport gilt. Im vorigen Jahr startete zum 100. Mal die legendäre Tour de France“, und zu diesen Zeit entstanden eine Vielzahl thematisch bezogener Arbeiten, die Win Braun vielfach mit dem Jubiläums-Emblem der Tour collagiert. Manchmal ist nur schemenhaft, im Detail oder versteckt in den ausgelassenen Pinselschwüngen der Bezug zum Radsport erkennbar.

Porträts, die nicht enden wollenden Bergetappen, der Schmerz der Sportler, die Monotonie der Fortbewegung, aber auch der explosive Jubel dokumentieren ausdrucksstark und farbenwild die Faszination des größten und verrücktesten Radsportereignisses der Welt. Mit farblichen Exzessen und intuitiver Emotionalität lässt sich der Künstler mitreißen von diesem Rausch zwischen Wahnsinn, Extrembelastung und Profit.

Win Braun ist seit Jahrzehnten ständiger Gast bei der Tour, und zeitweise war er sogar als Betreuer des deutschen Temas Comnit-Senges auf der Strecke im Einsatz. Hinzu kam der enge Kontakt mit dem früheren Spitzenfahrer und ehemaligen T-Com-Manager Olaf Ludwig. Durch die Begegnung mit dem in Stolberg lebenden Ex-Profi entstanden zahlreiche Werke rund um die Tour de France.

Die Ausstellung, so sieht es die Konzeption des Künstlers vor, soll in den nächsten vier Wochen immer wieder ihr Gesicht verändern. Win Braun will Bilder austauschen und auch vor Ort arbeiten, um ständig neue Farbe ins Aukloster zu bringen.

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