Einbrecher schlagen in der Region häufiger zu

Von: Leandra Kubiak
Letzte Aktualisierung:
11081600.jpg
In der dunklen Jahreszeit nehmen Wohnungseinbrüche meistens zu. Die Einbrecher kommen oftmals über die Hinterseite des Hauses und hebeln Fenster oder Türen auf. Foto: stock/Jochen Tack

Städteregion. Die Quote der Haus- und Wohnungseinbrüche in Stolberg, Eschweiler und Herzogenrath ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Das ist die positive Nachricht, die die Polizei am Montag zu vermelden hatte. In Stolberg und Eschweiler wurde um rund vier Prozent seltener eingebrochen, in Herzogenrath um rund elf Prozent.

In der gesamten restlichen Städteregion haben die Einbrüche jedoch zugenommen. In Aachen wurde zwischen Januar und September um vier Prozent häufiger eingebrochen, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zufrieden sei man bei der Polizei Aachen trotzdem mit der Zahl, denn die Tendenz der Einbrüche in NRW ist steigend. Im landesweiten Durchschnitt haben die Einbrüche von 2014 auf 2015 um ganze 15 Prozent zugenommen.

Auch wenn die Zahl im Landesvergleich positiv erscheinen mag, bewegen sich die Fallzahlen auf hohem Niveau, wenn man auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre blickt. Beispiel Aachen: von 2013 auf 2014 ging die Zahl der Wohnungseinbrüche zwar um 18 Prozent von 1242 auf 1019 Einbrüche zurück – damit war es aber immer noch die zweithöchste Zahl seit 2005.

In der Städteregion ist Alsdorf Spitzenreiter in Bezug auf die Zunahme der Einbrüche. 2015 gab es 35 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Solche Zahlen seien jedoch relativ zu sehen, erklärt Kriminalrätin Svende Friedrichs. Die absolute Zahl der Einbrüche in Alsdorf sei vergleichsweise gering und somit sei auch die Steigerung weniger gravierend.

Diese absoluten Zahlen wollte die Polizei unserer Zeitung auch auf mehrfache Nachfrage nicht nennen, weshalb die Aussagen der Polizei objektiv nur schwer bewertbar sind. Die Kreispolizeibehörde Aachen bezog sich dabei auf das Innenministerium, das die Zahlen nicht freigeben wolle. Die Polizei Düren hatte damit weniger Probleme und nannte unserer Zeitung die Zahlen.

In der Eifel und in Würselen haben die Einbrüche um jeweils zehn Prozent zugenommen, in Baesweiler um sieben Prozent.

Riskant wird es gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit: Erfahrungsgemäß nehmen die Einbrüche in dieser Zeit zu. Die Polizei hat daher am Montag die landesweite Aktion „Riegel vor! Sicher ist sicherer!“ gestartet, die noch bis Sonntag läuft. „Wir möchten mit der Aktion einen Impuls geben“, sagt Kriminalhauptkommissar Holger Kroth. Die Ziele lauten in erster Linie, Menschen dazu aufzurufen, ihre Wohnungen zu sichern, aufmerksam zu sein und im Verdachtsfall die Polizei zu verständigen.

An der Zusammenarbeit zwischen Hausbewohnern und der Polizei hapert es, stellen die Kommissare immer wieder fest. „Wir bekommen zu wenig Hinweise aus der Bevölkerung“, sagt Kroth. Einige Menschen empfinden schlicht keine Betroffenheit, wenn in ihrer Nachbarschaft eingebrochen wird. Ein weiteres Problem sei auch die Anonymität, in der die Menschen häufig zusammenwohnten. Hinzu kommt: „Viele bemerken etwas, sind aber gehemmt, die Polizei anzurufen“, erläutert Kriminaldirektor Ulrich Flocken, Leiter der Kampagne „Riegel vor“.

Viele Menschen seien unsicher, ob es richtig sei, die Polizei schon bei einer Kleinigkeit zu kontaktieren. Mit ihrer Aktion möchte die Polizei dazu ermutigen, die 110 zu wählen, wenn man eine verdächtige Person entdeckt. „Die Kampagne gegen Einbrüche läuft das ganze Jahr über“, sagt Flocken. Die Aktionswoche zum Thema zeige aber durchaus Wirkung. „Unmittelbar danach bekommen wir meist mehr Hinweise als sonst.“

Die Aufklärungsquote der Einbrüche in der Städteregion lag im vergangenen Jahr bei zwölf Prozent. In diesem Jahr verzeichnet Flocken eine Steigerung: Die vorläufige Zahl für das Jahr 2015 liegt derzeit bei rund 15 Prozent.

2014 betrug die landesweite Aufklärungsquote von Einbrüchen weniger als 14 Prozent. Die erschreckende Nachricht: Nur 1,76 Prozent der Einbrecher wurden von einem Gericht verurteilt. Dies geht aus einem internen Bericht des Landeskriminalamtes hervor. Gregor Golland (CDU), Landtagsabgeordneter aus Brühl, meint, die Täter wissen, dass Einbrüche in NRW völlig risikolos seien.

Bei den Tatobjekten handelt es sich gleich häufig um Einfamilien- wie um Mehrfamilienhäuser. Häufig steigen die Täter über die Hinterseite des Hauses ein, da sie dort meist weniger Blicken durch Nachbarn und Passanten ausgeliefert sind. In Mehrfamilienhäusern kommt es zumeist in der untersten und in der obersten Etage zu Einbrüchen. Um unbemerkt zu bleiben, werden Fenster und Türen selten eingeschlagen. In der Regel versuchen die Täter, Fenster oder Türen aufzuhebeln. Gerade einmal die Hälfte der Täter geht professionell vor, sagt Svende Friedrichs. Genauso häufig handele es sich um Gelegenheitstäter.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert