Städteregion - Ein Radfahr-Zentrum: Demnächst in Kalterherberg?

Ein Radfahr-Zentrum: Demnächst in Kalterherberg?

Von: Jutta Geese
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Radfahrer
Das geplante Radkompetenzzentrum in Monschau-Kalterherberg hat seine erste Hürde genommen. Symbolbild Foto: dpa

Städteregion. Braucht die Städteregion ein „Kompetenzzentrum Radfahren“? Braucht sie ein Informations- und Dienstleistungszentrum, in dem Radfahrer zu allen „fahrradrelevanten Produkten und Themen informiert und beraten werden“, wie die Verwaltung in einer Vorlage für den Tourismusausschuss der Städteregion schreibt?

Grundsätzlich stehen die Politiker dieser Idee durchaus aufgeschlossen gegenüber. Schließlich hat die Städteregion in den vergangenen Jahren viel Geld in den Radwegebau gesteckt und tut es noch, um den Radtourismus anzukurbeln. Und der Vennbahnweg, der Rurufer-Radweg oder die Grünroute werden gut angenommen. Aber ist Monschau-Kalterherberg der richtige Standort für ein solches Kompetenzzentrum? Einige Politikerinnen und Politiker hegen daran erhebliche Zweifel.

„Ich frage mich, wo man in Kalterherberg Fahrrad fahren kann“, sagte Margot Vallot (Piratenpartei). „Es gibt kaum eine Gegend, die dafür weniger geeignet ist.“ Unwegsam sei es dort, ständig gehe es rauf und runter. Deshalb sollte man noch mal genau überlegen, ob Kalterherberg wirklich die beste Wahl sei. Ins gleiche Horn stieß Margret Schulz (SPD). „Wenn ich von Küchelscheid nach Kalterherberg fahre, dann muss ich schieben“, stellte sie fest. Oder mit einem Pedelec unterwegs sein.

Tatsächlich muss, wer vom Vennbahnweg in den Ort fahren will, eine gut achtprozentige Steigung meistern. Grundsätzlich habe sie nichts gegen ein Radkompetenzzentrum, aber dieses nur deshalb in Kalterherberg anzusiedeln, weil dort eine Schule leer steht, „kann nicht Sinn der Sache sein“, sagte Schulz.

Es war Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der Kalterherberg als Standort für ein Radkompetenzzentrum ins Spiel gebracht hatte. Das war im Mai bei einem Informationsabend für die Bürger des Ortes. Die fanden die Idee, ihr Dorf zum Zentrum des Fahrradtourismus auszubauen und dabei das bald komplett leerstehende Schulgebäude einzubeziehen, gut. CDU und Grüne im Städteregionstag griffen das Thema dann nach der Kommunalwahl im Frühjahr in ihrem Kooperationspapier auf.

Anders als die Opposition hegen CDU und Grüne zwar keine Zweifel am Standort, so ganz zufrieden sind sie mit der Verwaltungsvorlage zu ihrem Antrag aber auch nicht. „Wir haben Bedenken wegen der Nachhaltigkeit“, sagte Werner Krickel (Grüne). Denn bislang ist unklar, wie es nach der dreijährigen Projektlaufzeit weitergehen soll, sprich: Wer danach das Zentrum weiter finanziert. Und in den drei Jahren Projektlaufzeit soll die Städteregion richtig viel Geld in das Projekt stecken – insgesamt 450.000 Euro.

Das Geld sei nicht nur für das Radkompetenzzentrum, erläuterte Thomas König vom städteregionalen Amt für Regionalentwicklung. Das sei nur ein Baustein in dem Gesamtprojekt. Das beinhaltet als weitere Bausteine die Aufwertung und den weiteren Ausbau des Radtourennetzes einschließlich Lückenschluss in der Stadt Aachen, Installation einer städteregionalen Rundroute sowie Entwicklung sogenannter kommunaler Partnerrouten.

Dazu sollen neue Radwanderstationen und Rastplätze angelegt werden und Bahnhöfe sowie ausgewählte Haltepunkte des Fahrradbusses Eifel als „Einstiegspunkte“ in Touren ausgestattet werden. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Kosten von rund 2,25 Millionen Euro, davon 600.000 Euro für das Radkompetenzzentrum Kalterherberg. Über das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes NRW sollen 1,8 Millionen Euro Fördergelder fließen.

Den Rest – 450.000 Euro, also drei Jahre lang jeweils 150.000 Euro – müsste die Städteregion aufbringen, die sich bekanntlich vor allem über die von den Kommunen zu zahlende Städteregionsumlage finanziert. Da müsse die Kosten-Nutzen-Frage gut geklärt sein, mahnte Georg Helg (FDP) an, zumal es sich um eine freiwillige Leistung handeln würde. Das sieht Werner Krickel mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen ähnlich. Auf die Entscheidung darf man gespannt sein.

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