Ein bis zwei Noroviren reichen, um krank zu werden

Von: mg
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Aachen. Noroviren sind fiese Gesellen. Die Krankheitserreger sind äußerst mobil, verbreiten sich rasend schnell und sind extrem ansteckend. Die Folge: plötzlicher Durchfall und heftiges Erbrechen.

Die Erreger der Magen-Darm-Erkrankung haben die Städteregion auch in den ersten Monaten des Jahres 2011 massiv heimgesucht. „Tendenziell ist die Zahl der Erkrankungen gestiegen”, so der Eindruck von Dr. Verena Bochat, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz beim Gesundheitsamt der Städteregion.

Bis Ende vergangenen Woche wurden beim Gesundheitsamt 310 Fälle von Erkrankungen durch das Norovirus aktenkundig. Diese Fälle wurden auch durch eine Labordiagnose bestätigt. Allerdings, so Bochat, dürfte es sich bei den bekannten Erkrankungen um die berühmte Spitze des Eisbergs handeln. Wer sich das Norovirus einfängt, wird schnell und heftig krank, ist aber meist genauso flott wieder auf dem Damm. Viele gehen gar nicht erst zum Arzt, sondern kurieren sich zu Hause aus. Bekommt ein Arzt den Kranken zu sehen, veranlasst er auch nicht unbedingt eine Laboruntersuchung. Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen im ersten Quartal 2011 dürfte also deutlich höher liegen.

Auch ein Vergleich mit den Zahlen des Vorjahrs ist nur bedingt möglich, da die Kriterien für die Meldung ans Robert-Koch-Institut und an die Gesundheitsämter sich mittlerweile geändert haben. So wurden im Gesundheitsamt der Städteregion für das erste Quartal 2010 insgesamt 699 Fälle registriert, allerdings sind diese Erkrankungen zum Beispiel nicht alle durch eine Laboruntersuchung bestätigt.

Auch Krankenhäuser und Altenheime hat das Norovirus heimgesucht. „Da gibt es wohl kaum ein Haus, das verschont geblieben ist”, sagt Bochat. Für Alte, Kranke und kleine Kinder kann der Magen-Darm-Infekt allerdings gefährlich sein, da der Flüssigkeitshaushalt massiv gestört wird.

Hände waschen!

Noroviren, sagt Bochat, sind nicht nur sehr mobil: „Ein bis zwei Viren reichen auch schon aus, um die nächste Erkrankung zu verursachen.” Wer sich schützen will, für den gilt: Hygiene, Hygiene und nochmals Hygiene. Häufiges Händewaschen, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang, sei eine gute Vorbeugung, sagt die Gesundheitsärztin. „Die Hände mit Seife und warmem Wasser anständig waschen - nicht schrubben - und am besten Papierhandtücher benutzen.” Wer die Vorbeugung ernst nimmt, sollte sich allerdings nicht einmal die Augen reiben. „Denn auch über die Schleimhäute der Augen nimmt der Körper Viren auf.”

Aktuell, so beobachtet man im Gesundheitsamt, scheint das Norovirus nicht nur auf dem Vormarsch zu sein, sondern auch andere Keime zu verdrängen. „Salmonelleninfektionen haben wir aktuell zum Beispiel weniger”, bilanziert Bochat.
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