Ein 45-Sekunden-Film, der aufrütteln soll

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Die leere Filmrolle ist nur ei
Die leere Filmrolle ist nur ein Symbol: Ausschließlich in den digitalen Kinosälen des Alsdorfer Cinetowers und des Aachener Cineplex will Juniorchef Sebastian Stürtz (vorne, Mitte) den Trailer zeigen, der für Zivilcourage wirbt. Vor der Kamera standen Burak Kayan, Cem Ceremesiz, Ihsan Bal und Tobias Peters (vorne, v.l.). Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Botschaft ist klar und kommt gleich rüber: Seht hin, greift ein, verhindert Gewalt! Was Jugendliche aus Stolberg und Eschweiler jüngst als Schauspieler vor der Kamera geleistet haben, soll Kinobesuchern möglichst nahegehen.

Es ist ein besonderer Beitrag zur Aktion „Im Blick - Zivilcourage stärken”, die alle Jugendämter in der Städteregion gemeinsam gestartet hatten.

Am Freitag haben die Jugendlichen Sebastian Stürtz, Juniorchef des Alsdorfer Cinetowers und des Aachener Cineplex-Kinos, den 45-sekündigen Trailer überreicht. Ab kommendem Donnerstag soll er bei den Vorstellungen in Alsdorf im Vorprogramm laufen. In Aachen werden die Säle derzeit digital umgerüstet, anschließend wird er auch dort gezeigt.

Bei aller Kürze des Films war seine professionelle Produktion eine aufwändige Sache. Im März 2011 hatte Anna Zeien, pädagogische Mitarbeiterin der Beschäftigungsgesellschaft low-tec, einer von gut 60 Kooperationspartnern der Aktion der Jugendämter, Jugendliche angesprochen und für das Filmprojekt geworben. Zunächst stand Theorie auf dem Plan, das Reden über Erfahrungen mit Gewalt, Rollenspiele, der Blick auf die Opfer- und Täterrolle.

Schließlich schrieben die Jugendlichen ein Drehbuch für die kurze Szene, die im Film vor grauem Hintergrund spielt, weil sie sich vielerorts zutragen könnte: Ein Jugendlicher droht einem anderen Prügel an. Viele stehen daneben, sehen zu. Der Zuschauer hört ihre Gedanken: „Was will der?”, „Der soll aufhören!”, „Da muss man doch was machen!”. Bis einer einschreitet und die anderen es ihm nachtun, sie sich gemeinsam gegen die Gewalt stark machen.

„Das ist eine nachhaltige Sache”, sagt Herbert Heinrichs, Leiter des Alsdorfer Jugendamts. Der vom Bundesministerium für Familie geförderte Spot hole die Jugendlichen in ihrer Realität ab, und ein Kinosaal sei ein idealer Ort, ihn zu zeigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert