Städteregion - Ein 24-Jähriger will ein Direkmandat für Die Linke holen

Ein 24-Jähriger will ein Direkmandat für Die Linke holen

Von: Andreas Röchter
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Wollen das gesellschaftliche Klima im Land verändern: Igor Gvozden, Agi Schwedt, Albert Borchardt und Robert Schwedt (v. l.) treten in der Städteregion als Direktkandidaten für Die Linke bei der Landtagswahl 2017 an. Foto: Andreas Röchter

Städteregion. „Warum sollte ein Sozialist nicht das Direktmandat in Aachen holen?“, fragte Igor Gvozden seine Parteigenossen ein wenig provozierend. Der 24-jährige Student bewirbt sich bei der kommenden NRW-Landtagswahl im Mai 2017 im Wahlkreis Aachen 2.

Am 14. Mai 2017 möchte er im Wahlkreis Aachen 2, der den südlichen Teil von Aachen-Mitte sowie Brand, Eilendorf und Kornelimünster/Walheim umfasst, um ein solches Direktmandat kämpfen. Auf die Rückendeckung seiner Partei kann er jedenfalls zählen, entfielen doch elf von elf möglichen Stimmen auf den Neugründer des Sozialistisch-demokratischen Studierendenverbands an der RWTH.

Ebenfalls einstimmig wurde Robert Schwedt zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Aachen 1 (nördlicher Teil Stadtmitte, Laurensberg, Richterich, Haaren) gewählt. Im Wahlkreis 3 mit den Städten Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen tritt Agi Schwedt (eine Nein-Stimme) für die Linken an, im Wahlkreis 4, zu dem Eschweiler, Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg gehören, Albert Borchardt (eine Enthaltung).

„Die kommende Landtagswahl ist auch als Vorbote der Bundestagswahl für Die Linke von zentraler Bedeutung“, unterstrich Igor Gvozden während seiner kurzen Bewerbungsrede. Die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft habe als Ziel unter anderem formuliert, kein Kind zurückzulassen.

„Das Ergebnis dieser warmen Worte sind drei Millionen von Armut betroffene Menschen in NRW. Rot-Grün verwaltet diese Armut, wir wollen sie bekämpfen“, sagte der Kandidat, der als Ziel die Veränderung des gesamtgesellschaftlichen Klimas hin zu einer solidarischen Gesellschaft formuliert.

Robert Schwedt, Gründer der Arbeitsgemeinschaft Soziales/Hartz IV innerhalb des Kreisverbands, sieht als Zielgruppe vor allem die Menschen, die in prekären Verhältnissen leben. „Diese Personengruppe benötigt keine abgehobenen Berufspolitiker, sondern Menschen, die auf sie zugehen.“

Es werde zunehmend schwieriger, Hartz-IV-Empfänger zu motivieren, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. „Diesen Menschen schlägt aus der Gesellschaft heraus Verachtung entgegen. Warum sollen sie dann für die Gesellschaft eintreten?“

Auch Agi Schwedt möchte in den kommenden Monaten bis zur Landtagswahl die „Soziale Frage“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. „Nordrhein-Westfalen steht in der Armutsstatistik weit oben“, unterstrich die Kreissprecherin und betonte, als „Arbeitstier“ bereit zu sein, die Ärmel hochzukrempeln.

Albert Borchardt sieht für seine Partei die Chance, die politischen Gegner vor sich herzutreiben und diese mit der konkreten Frage „Was habt ihr getan?“ zu stellen. „Meine Wahlkreiskonkurrenten Stefan Kämmerling (SPD) und Axel Wirtz (CDU) sind vor Ort gut vernetzt. Sitzen sie aber im Landtag, ist davon nichts mehr zu spüren.

Wie sieht denn die Realität in Sachen Wohnungs- und Bildungspolitik oder im Gesundheitswesen aus?“, kritisierte der freischaffende Künstler aus Eschweiler und unterstützte abschließend seinen Vorredner Igor Gvozden: „Wir müssen uns nicht verstecken und stattdessen in den kommenden Monaten klar nach vorne bringen, welche Ziele wir konkret verfolgen.“ Ein wenig mehr Selbstbewusstsein täte der Linken in der aktuell auf allen Ebenen unsicheren Lage nur gut.

Dies hatte zu Beginn der Versammlung auch der Aachener Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko in einem Grußwort zum Ausdruck gebracht. „Angesichts der großen geopolitischen Veränderungen dürfte das Jahr 2017 ein schwieriges Jahr mit harten Wahlkämpfen werden“, blickte er voraus.

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