Eifeldörfer wollen Charme erhalten

Von: jg
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Fachwerkhäuser und hohe Hecken: So sieht ein typisches Eifeldorf aus. Foto: Peter Stollenwerk

Eifel/Stolberg. Die Kirche mitten im Dorf, der Marktplatz davor und rundherum Wohnhäuser und Gehöfte, meist in Fachwerkbauweise und vor den kalten Winterwinden durch hohe Hecken geschützt - so sieht ein typisches Eifeldorf aus.

Doch die über Jahrhunderte gewachsene, unverwechselbare Gestalt der Dörfer wird zunehmend zerstört - etwa durch untypische Erweiterungen und Verwendung moderner Baustoffe, durch nicht in die Landschaft und ins Dorf passende Gebäude oder durch rechtwinklig angelegte Neubaugebiete, wie sie überall gleichförmig am Rande größerer Städte entstehen.

Manche Dörfer verlieren so allmählich ihren Charme. Doch jetzt gibt es eine Gegenbewegung: Immer mehr Dorfbewohner und Verantwortliche in Politik und Verwaltung besinnen sich wieder auf traditionelle Bauformen und -materialien, begeben sich auf die Suche nach der unverwechselbaren Identität „ihres” Dorfes beziehungsweise suchen nach Wegen, diese zu erhalten. Gefördert wird dies unter anderem von der EU.

Auch der Kreis Aachen ist mit Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg an einem Projekt zur Dorfentwicklung beteiligt. Zusammen mit den Kreisen Düren und Euskirchen sowie mit Professor Rolf Westerheide vom Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen ist das Projekt „Planen, Bauen, Gestalten - regionale Baukultur und Dorfgestaltung in der Eifel” entwickelt worden. Der Startschuss fällt im Frühjahr, bis 2011 sollen Ergebnisse vorliegen.

„Ziel ist es, Bürger, Planer, Architekten, Verwaltungen und Politik dafür zu sensibilisieren, Lösungen zum Erhalt unverwechselbarer Ortsbilder zu erarbeiten”, sagt Andrea Drossard, im Büro des Landrates für Regionalentwicklung zuständig. Dabei gehe es auch darum, Bautraditionen wiederzubeleben, ohne dabei auf moderne Elemente zu verzichten.

Es gelte also, regionaltypische Materialien, Farben und Formen in die heutige Bauweise zu integrieren. Und es gehe darum, die Individualität der Dörfer hervorzuheben, etwa indem charakteristische Landschaftsbestandteile gepflegt werden. „Wichtig ist auch, bewusst zu machen, dass nicht alle Straßen schnurgerade sein müssen”, sagt Drossard.

„Wir sagen aber nicht: So soll es sein”, betont ihre Kollegin Ruth Roelen. „Es geht darum, gemeinsam etwas zu entwickeln. Und ich finde es sehr erfreulich, dass sich dabei die ganze Eifel auf den Weg macht.”
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