Städteregion - Durchbruch für den „Radschnellweg Euregio“

Durchbruch für den „Radschnellweg Euregio“

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
14840356.jpg
Radweg Rheinische Bahn zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr, ehemalige Bahntrasse, ausgebaut zu einem Rad- und Gehweg, Herzstück des zukünftigen Radschnellweg Ruhr, RS 1, Leihfahrrad von Metropolradruhr, Nextbike, mit Werbung für den RS1, Cycle path Rheinische Railway between Eat and Mülheim to the Ruhr former Railroad tracks expanded to a Wheel and Sidewalk Heart the future Radschnellweg Ruhr RS 1 Leihfahrrad from Nextbike with Advertising for the RS1

Städteregion. Das Projekt „Radschnellweg Euregio“ biegt nach knapp vier Jahren auf die Zielgerade ein – zumindest planungstechnisch. Denn mit der Zustimmung zu einer konkreten – und von einem externen Büro als machbar eingestuften – Linienführung hat der städteregionale Bauausschuss am Donnerstag die Voraussetzungen für einen auch im Wortsinn bahnbrechenden Beschluss geschaffen.

Den wird der Städteregionstag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 6. Juli fassen. Die viel diskutierte Trasse soll in Zukunft eine Verbindung zwischen der Aachener Innenstadt und Herzogenrath schaffen. Vorgesehen sind zudem ein Abzweig in Richtung Kerkrade, eine Anbindung an das niederländische Radschnellwegenetz von Richterich aus über Horbach bis zum Grenzübergang Locht sowie Anbindungen an den Campus West, an das Schulzentrum Herzogenrath sowie nach Laurensberg und Merkstein.

Auf deutscher Seite umfasst die Strecke rund 14 Kilometer. Für sie sowie für die erwähnten Anbindungen werden Baukosten von insgesamt knapp 32 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings wird das Projekt in den Genuss einer erheblichen Förderung kommen. Schließlich liegt der Ursprung aller Bemühungen in dem Planungswettbewerb „Radschnellwege NRW“.

Weil die Trasse Aachen – Herzogenrath zu den Gewinnern zählt, übernimmt das Land für die Bereiche außerhalb der Ortschaften sämtliche Kosten und hat für die übrigen Abschnitte eine 80-prozentige Förderung zugesagt. Die Anbindungsstrecken werden mit 70 Prozent bezuschusst.

So wird der Eigenanteil der beteiligten Kommunen in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Nach Verwaltungsangaben muss die Stadt Aachen mit einer Summe von knapp einer Million Euro rechnen, für die Stadt Herzogenrath werden 330.000 Euro fällig. Hinzukommen nach der Fertigstellung des Radschnellweges und seiner Anbindungen die jährlichen Betriebskosten für den Unterhalt und die Instandhaltung. Für das Land macht das laut Städteregion 665.000 Euro, für die Stadt Aachen 102.500 und für Herzogenrath 27.500 Euro.

All diese Zahlen sind allerdings mit einem gewissen Vorbehalt zu behandeln, betont der zuständige Fachmann im städteregionalen Amt für Immobilienmanagement und Verkehr, Ralf Oswald. „Sie beziehen sich auf den Preisstand von 2016/17. Nach Auswertung des Baupreisindexes für Straßenbauarbeiten ist mit einer jährlichen Preissteigerung von durchschnittlich 2,5 Prozent zu rechnen.“

Das hält Verwaltung und Politik aber nicht davon ab, den Durchbruch des Projektes nach langer Planungsphase, vielen Diskussionen und intensiver Bürgerbeteiligung als großen Erfolg zu würdigen. „Durch den Bau des Radschnellweges wird ein signifikanter Verkehrsanteil vom Auto auf das Fahrrad gebracht, wovon Mensch und Natur langfristig gesehen profitieren werden“, zeigt sich beispielsweise Umweltdezernent Uwe Zink überzeugt.

„Vor allem die durch den Verkehr beeinträchtigten Ortsdurchfahrten Kohlscheid und Richterich können so bei Schadstoffbelastung und Lärm entlastet werden.“ Rolf Beckers stellt für die schwarz-grüne Mehrheit fast schon euphorisch fest: „Der Radschnellweg ist eine einmalige Chance für die Städteregion.“ Der Grünen-Sprecher räumt zwar ein, dass längst nicht alle Bürger diese Einschätzung teilen würden. „Doch in einer Demokratie muss man Kompromisse schließen. Und die Mehrheit ist der Meinung, dass wir diese Chance nutzen sollten.“

Den zu erwartenden Beschluss des Städteregionstages müssen zunächst die Räte in Aachen und Herzogenrath bestätigen. Danach soll in Düsseldorf der Antrag eingereicht werden, den Radschnellweg Euregio zu verwirklichen. Die Zuständigkeit für die Umsetzung liegt nicht bei der Städteregion, sondern beim Land.

Es ist Hauptbaulastträger und somit für die weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren bei diesem Projekt verantwortlich, weil Radschnellwege in NRW laut Gesetz seit vergangenem Jahr mit Landesstraßen gleichgestellt sind. Bis der neue Radschnellweg genutzt werden kann, wird aber noch einige Zeit vergehen. Wenn alles gut läuft, meint Ralf Oswald, kann er im Jahr 2024 eingeweiht werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert