Durch den Sport sollen alle Grenzen fallen

Von: Carsten Rose
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Wollen möglichst viele Vereine für ihr inklusives Projekt begeistern: Andrea Hein, Anna Lena Halm und Lara Brammertz (v.l.n.r.). Foto: Carsten Rose

Städteregion. Welche Sportangebote und -vereine gibt es eigentlich in der Region? Mit dieser Frage hat sich das Inklusionsprojekt „Wir alle“ und die Streetwork Nordeifel der Städteregion auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist der Aktionstag „Sport ohne Grenzen“ für alle Generationen am 15. August in Simmerath. An jenem ersten Samstag nach den Sommerferien sollen Vereine eine Plattform erhalten, ihren Sport vorzustellen und um Mitglieder zu werben.

„Die Leute sollen am besten denken: ,Ach, den Sport kenne ich ja noch gar nicht‘“, sagt Lara Brammertz, Streetworkerin in der Nordeifel. Das heißt: Das Veranstaltungsteam möchte viele Vereine mit eher außergewöhnlichen Sportarten für ihr Projekt gewinnen. Die zweite Säule des Projekts, soll dabei der Inklusionsgedanke sein und Berührungsängste bei den behinderten Menschen abbauen. „Sie sollen versuchen, ob sie es sich zutrauen, Menschen ohne Behinderung in einem Verein kennenzulernen“, sagt Anna Lena Halm vom Inklusionsprojekt „Wir alle – gemeinsam leben in Monschau & Simmerath“. Ihre Kollegin Andrea Hein ergänzt, dass die Inklusion aus Sicht der Vereine nicht im Fokus stehe. „Das ist für uns selbstverständlich“, sagt sie. Und: Unter den Inklusionsaspekt soll auch die Eingliederung von Flüchtlingen fallen, die über Sportvereine besser Fuß fassen können.

Der Tagesablauf ist folgendermaßen geplant: Auf dem barrierefreien Gelände der Sekundarschule in Simmerath – Sportplatz, Turnhalle, Schulhof – können sich Vereine mit Ständen und wahlweise auch Vorführungen präsentieren. Anschließend sollen sich Besucher mit und ohne Behinderung in einem Schnupperkurs ausprobieren. „Es kann sich jeder Verein melden, der sich bekannter machen möchte und am besten noch die Inklusion fördern will. Und dafür natürlich den Weg in die Eifel auf sich nehmen will“, sagt Lara Brammertz. Geplant seien unter anderem Präsentationen einer Capoeira-Tanzgruppe, Cheerleading, American Football, Rollstuhl-Hockey oder Kunstradfahren und Trampolinspringen. Für das dreiköpfige Organisationsteam ist der Sporttag das zweite inklusive Projekt für Jung und Alt in diesem Jahr. Im Februar sind sie mit einem selbstgebauten U-Boot im Simmerather Karnevalszug mitgegangen.

Training der Sozialkompetenz

„Das war eine schöne Sache und hat gezeigt, dass wir gemeinsam etwas Großes auf die Beine stellen können“, sagt Anna Lena Halm. Wie damals beteiligen sich wieder die Grenzlandjugend Roetgen und das Jugendcafé Simmerath an dem Projekt unter dem Dach der Städteregion. Lara Brammertz zieht neben der Organisation eine zweite Parallele: „Karneval verbindet – und Sport verbindet.“ Dies sei insbesondere für die Jugendlichen wichtig, mit denen die Streetworkerin arbeitet, da „Sport in der Gemeinschaft Sozialkompetenztraining ist“; anders als bei einem Einzelsport wie etwa dem Fitnesstraining. Dass ein inklusives Projekt nachhaltig wirken kann, haben die drei Veranstalterinnen mit der Resonanz auf den Karnevalszug mitbekommen. Im August könnte die Krönung folgen: Dann erhalten sie Bescheid, ob sie für den Inklusionspreis Nordrhein-Westfalen infrage kommen.

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