Alsdorf/Aachen - Dritte Dimension gibt Kino Perspektive

Dritte Dimension gibt Kino Perspektive

Von: Udo Kals
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Isabell hat den Durchblick mit der 3D-Brille: In Alsdorf und Aachen bietet Leo Stürtz inzwischen in sechs Kinosälen das dreidimensionale Filmerlebnis an. Foto: Michael Jaspers

Alsdorf/Aachen. Die dritte Dimension hat dem Kino eine bessere Perspektive für die Zukunft gegeben - davon ist der Kinobetreiber Leo Stürtz überzeugt. Natürlich hatte der Unternehmer, der in Alsdorf und Aachen 21 Säle bespielt, wie seine Kollegen bundesweit mit einem Zuschauer- und Umsatzrückgang zu kämpfen.

Doch die Investitionen in die digitale Technik hält er für richtig. „Ich glaube weiterhin fest an 3D.”

Denn er ist sich sicher, dass diese Technik nach mehreren Anläufen in den vergangenen Jahrzehnten nun durch James Camerons Meisterwerk „Avatar” den endgültigen Durchbruch geschafft hat. „Wer weiß, wie die Entwicklung ohne diesen Film gelaufen wäre. Jedenfalls wären wir noch lange nicht da, wo wir heute sind. Wobei sich die Technik weiterhin verbessern wird”, sagt Stürtz, in dessen Kinos im vergangenen Jahr rund jeder siebte Besucher eine 3D-Brille auf der Nase hatte.

Bereits 2009 sprang Stürtz auf den 3D-Zug auf, rüstete zwei Säle am Stammsitz in Alsdorf und im Aachener Cineplex um. Im vergangenen November wurden bereits die fünfte und sechste spezielle Silberleinwand aufgezogen, die für die 3D-Technik besonders viel Licht reflektieren müssen. Pro Saal wurden mehr als 100.000 Euro fällig - eine satte Summe. Das denkt auch so mancher Kinobesucher, der für einen 3D-Film neun Euro hinblättern muss. Stürtz weiß das. „Wir haben vor allem am Anfang mit vielen Kunden gesprochen. Und die meisten Besucher waren der Meinung, dass sie das Geld gerne bezahlten, wenn sie einen entsprechenden Mehrwert erhielten.”

Dass dies nicht bei allen Filmen der Fall ist, ist ihm natürlich bewusst. „3D fängt beim Drehbuch an, man kann keinen fertigen Film von 2D auf 3D trimmen - was aber einige Filmemacher probiert haben”, sagt der Cineast, der seit rund 40 Jahren im Geschäft ist und so „manchen Schnellschuss” erst gar nicht auf die Leinwand brachte. „Da müssen wir rigoros selektieren.” Und er betont, dass den höheren Eintrittspreisen bei den 3D-Produktionen neben den Investitions- auch auch höhere Betriebskosten - etwa für Personal, Brillen oder Energie - entgegenstünden. Über einen Ticketpreis von zehn Euro denkt er aber noch nicht nach: „Das ist eine Hemmschwelle. Aber im Vergleich zu einer Unistadt wie Münster sind wir in Aachen mit neun Euro für einen 3D-Film mit Normallänge aber noch sehr preiswert.”

Während vor allem die teureren 3D-Tickets die Umsatzdelle im abgelaufenen Kinojahr kompensieren konnte, blickt Stürzt optimistisch auf 2011: „Da zeichnet sich jetzt schon ein sehr gutes Filmangebot ab.” Ob der neue „Harry-Potter”-Film, die Fortsetzung der „Twilight”-Saga oder der „Fluch der Karibik” in 3D - „das sind Highlights, die bestimmt mehr Besucher in die in die Kinosessel bringen werden”, sagt Stürtz, der in der Fußball-WM und im frühen und harten Winter zwei Hauptgründe für das Besucherminus in 2010 sieht. „Schließlich machen wir allein im Dezember ein Zehntel unseres Umsatzes.” Für 2011 hofft er auf ein Plus von fünf bis sieben Prozent. Dabei gelte es, mit Qualität um jeden Kunden zu kämpfen: „Schließlich ist Kino kein Selbstläufer.”

Da ist ihm auch vor der Zukunft im Home Entertainment nicht bange, die 3D künftig auch am heimischen TV-Apparat oder Computer möglich machen soll. „Ob Fernsehen, Video, DVD oder Internet - die Kinos haben schon öfters durch Neuerungen gelitten. Aber es gibt ja auch einen Unterschied zwischen einem Flaschenbier auf der Couch zu Hause und einem frisch gezapften Bier in der Kneipe.”

Weniger Besucher, geringerer Umsatz

Insgesamt gingen die Besucherzahlen 2010 im Alsdorfer Cinetower-Komplex sowie in den Aachener Häusern Cineplex und Eden mit rund zehn Prozent moderater als im bundesweiten Vergleich (minus 15 Prozent) zurück. Leo Stürtz zählte in den Aachener Häusern 2010 rund 677.000 Besucher (2009: 748.000) und in Alsdorf etwa 285.000 (2009: 321.000).

Wie im bundesweiten Vergleich brach der Umsatz wegen der höheren 3D-Ticketpreise weniger drastisch ein. Stürtz beziffert das Minus auf etwa drei Prozent (bundesweit: vier Prozent) bei zugleich steigenden Betriebskosten. Im Schnitt sind 3D-Karten drei Euro teurer als die für herkömmliche Filme.

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