Direktkandidat Maximilian Möhring: Gegen Politikverdrossenheit ankämpfen

Von: Jutta Geese
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Lieblingsplatz: Maximilian Möhring (Piraten) kommt in dem Garten in Büsbach mit Blick über Wiesen und Felder schnell zur Ruhe. Foto: Geese

Städteregion. Der Bundestagswahlkampf hatte für Maximilian Möhring und seine Piraten früher als für die etablierten Parteien begonnen. „Wir mussten ja Unterstützerunterschriften sammeln, um überhaupt zur Wahl zugelassen zu werden. Dabei sind wir schon mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen“, sagt der Stolberger, der sich im Altkreis Aachen um das Direktmandat bewirbt.

„Sehr, sehr schöne Gespräche“ seien das gewesen, in denen er manch einen davon überzeugen konnte, dass die Piraten für „mehr als Netz- und Digitalpolitik“ stehen. Beispielsweise für eine Bildungspolitik, die nicht den Leistungsgedanken in den Mittelpunkt stellt, sondern den Menschen. „Es geht nicht darum, dass wir alle die Besten und Effektivsten werden, sondern darum, dass wir wissen, wo wir im Leben hinwollen, und glücklich werden.“

Die Unzufriedenheit mit der Bildungspolitik hat Möhring vor fünf Jahren mit den Piraten in Nordrhein-Westfalen in Kontakt gebracht. Die hatten damals als einzige Landtagsfraktion auf seine Ideen für eine neue Bildungspolitik reagiert und ihn in den Landtag eingeladen. „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt Möhring. Sein Konzept liegt zwar jetzt auf Eis, weil die Piraten es nicht mehr in den Landtag geschafft haben, aber Möhring will sich weiter dafür starkmachen, wo immer es geht.

Ein zentrales Anliegen ist für den 26-jährigen Studenten neben der Bildungspolitik und der Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. „Es geht uns darum, dass Menschen, die keine finanziellen Sorgen haben, die Freiheit haben, sich entsprechend ihrer Interessen beruflich einzubringen.“

Möhring glaubt nicht, dass ein solches System ausgenutzt würde. Er glaubt vielmehr, dass Menschen, die sich nicht täglich um ihre Existenz sorgen müssen, Lust und Energie haben, sich im Job und für die Gesellschaft zu engagieren. Das heutige Hartz-IV-System biete ihnen nicht die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Auch der Mindestlohn reiche bei weitem nicht aus. Finanzierbar sei ein bedingungsloses Grundeinkommen, sagt Möhring, „das hat unsere Partei durchgerechnet“.

Ein gerechteres Steuersystem sei nötig, das hohe Einkommen und Vermögen stärker belaste als mittlere und geringere. Wie genau das aussehen könnte, möchte Möhring aber erst einmal mit Experten diskutieren, „die mir auch die Konsequenzen für die Wirtschaft und die Gesellschaft aufzeigen können“. Denn er möchte schon, dass es „einen großen und zufriedenen Mittelstand in Deutschland gibt“.

Maximilian Möhring, der selbst ein freiwilliges soziales Jahr in Altenheimen absolviert hat und heute neben dem Studium der Gesellschaftswissenschaften junge FSJler begleitet, ist wahlkampferprobt. Bei den Landtagswahlen im Mai war er ebenfalls Direktkandidat der Piraten – und erhielt deutlich mehr Stimmen als seine Partei: 979 Erststimmen entfielen auf ihn, 632 Zweitstimmen auf seine Partei. Jetzt hofft er auf ein paar mehr Stimmen, vor allem mehr Zweitstimmen.

Er will mit seiner Kandidatur und der damit einhergehenden Chance, der Öffentlichkeit die Inhalte seiner Partei näherzubringen, dazu beitragen, dass die Piraten die Fünf-Prozent-Hürde überspringen und in den Bundestag einziehen. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir das erreichen“, sagt Möhring, der sich selbst als sozial-liberal bezeichnet und der unverdrossen gegen Politikverdrossenheit ankämpft.

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