Die Wissenschaft beginnt im Sandkasten

Von: Sonja Essers
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Aachens größter Sandkasten, der sich derzeit zwischen Rathaus und Dom befindet, kommt bei den kleinen und großen Besucher bestens an. In den Liegestühlen lässt es sich besonders gut aushalten. Foto: Harald Krömer
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Nicht nur die Teilnehmer sind gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird. Auch die Verantwortlichen fiebern bereits der Präsentation am Samstag, 6. August, entgegen.
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Schaufeln, baggern und mit Förmchen spielen: Die kleinen Besucher fühlen sich um rund 320 Quadratmeter großen Sandkasten auf dem Katschhof pudelwohl.

Aachen. Urlaubs-Feeling mitten in der Innenstadt: Das ist in den kommenden zwei Wochen in Aachen möglich. Wer in diesen Tagen den Katschhof besucht, der kann sich über einen ganz besonderen Anblick freuen.

Während Mamas und Papas, Omas und Opas auf den zahlreichen Liegestühlen Platz nehmen und einmal so richtig die Seele baumeln lassen können, hat der Nachwuchs die Möglichkeit, sich mit Schaufeln, kleinen Baggern und Förmchen im insgesamt 320 Quadratmeter großen Sandkasten auszutoben. Und das ist noch lange nicht alles. So richtig interessant ist nämlich das, was sich hinter dem weiß-gelben Absperrband abspielt.

26 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren nehmen an den Ferienspielen der Stadt Aachen, die in Zusammenarbeit mit der Bleiberger Fabrik und im Rahmen der Initiative „Future Lab“ stattfinden, teil. Unter der Anleitung des Aachener Künstlers Berthold Westhoff bauen sie in der sogenannten „Archimedischen Werkstatt“ ein kybernetisches Großspielzeug zusammen, das an eine skurrile Riesenmaschine aus Recyclingmaterial erinnert, an der sich alles dreht, bewegt und rotiert. Am Montagvormittag fiel der offizielle Startschuss für das Projekt, von dem bisher noch niemand so genau weiß, wie es bei der Abschlusspräsentation am Samstag, 6. August, eigentlich aussehen wird.

Gespannt auf das Ergebnis ist auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Für ihn steht allerdings nicht nur die Verbindung zwischen Kultur und Wissenschaft, die das Projekt mit sich bringt, im Vordergrund. „Es ist wichtig, dass wir den Sandkasten auch öffnen, für Kinder erlebbar machen und sie ihn erobern können“, sagte er gestern Vormittag.

Diese Auffassung teilte auch Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. „Das Projekt ist ein besonderer Anreiz, um den Nachwuchs zu fördern und die Wissenschaft bereits im Sandkasten präsent zu machen.“ Der Katschhof sei in ihren Augen jedoch nicht nur eine „geniale Plattform“ für ein solches Projekt, sondern auch ein „prominenter Platz mit hohem Erfolgszwang“. „Bevor es richtig losging, hatte ich schon großen Respekt vor dem Projekt“, gab sie zu.

Vorgaben gibt es für die Teilnehmer der Ferienspiele, die täglich zwischen 10 und 16 Uhr an ihrer Maschine werkeln werden, übrigens nicht. „Alles ist möglich“, machte Keupen deutlich. Den ersten Tag nutzte der Nachwuchs, um sich langsam dem Projekt zu nähern. Doch schon im Vorfeld hatte sich der eine oder andere Teilnehmer mit dem Thema auseinandergesetzt. „Einige haben schon geübt und ihre Fahrräder auseinandergeschraubt“, verriet Keupen.

Wer sich über den aktuellen Zwischenstand der entstehenden Maschine informieren möchte, kann dies täglich tun. Jeden Nachmittag findet um 15.30 Uhr nämlich ein kleiner Testlauf statt. Dann wird die Maschine gestartet, und die Nachwuchswissenschaftler schauen sich ganz genau an, welche Teile bereits funktionieren und woran am kommenden Tag noch gearbeitet werden muss.

Aufgebaut wurde Aachens größter Sandkasten in der vergangenen Woche von zehn Mitarbeitern des Stadtbetriebs. 140 Tonnen Spielsand aus den Nivelsteiner Sandwerken und Sandsteinbrüchen aus Herzogenrath, 160 Meter Balken und rund 200 Schlossschrauben waren nötig, um die Fläche zwischen Rathaus und Dom in einen großen Spielplatz zu verwandlen. Diesen nutzten am vergangenen Wochenende bereits zahlreiche Besucher. „Das hat gut funktioniert“, erklärte Sibylle Keupen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp hätte nichts gegen eine Fortsetzung des Projekts im kommenden Jahr. Er präsentierte gestern Vormittag sogar schon eine Idee, wie die Teilnehmer sich dann vorbereiten könnten: „Dann werden alle Fahrräder wieder zusammengebaut“, meinte er lachend.

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