Städteregion - Die Städteregion setzt vereint auf Radtourismus

Die Städteregion setzt vereint auf Radtourismus

Von: Jutta Geese
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Blick von Burg Rode auf die hübschen Zwiebeltürme von St. Mariä Himmelfahrt: Vom unteren Burghof aus bietet sich auch eine wunderbare Aussicht bis hinauf zu Herzogenraths Rathaus. Foto: D. Ketz

Städteregion. Im Süden der Städteregion ist Tourismus schon sehr lange ein Thema, im Norden hat man sich erst mit der Euregionalen 2008 damit beschäftigt. „Jetzt wollen wir im Norden gemeinsam mit dem Süden versuchen, den Tourismus in der Städteregion insgesamt weiterzuentwickeln. Gemeinsame Klammer dabei ist die Radstrategie der Städteregion.“

Wie wichtig Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch und seinen Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen dies ist, wurde am Montag deutlich: Fast alle waren ins Städteregionshaus gekommen, um mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg das Projekt vorzustellen. Immerhin sollen in den nächsten drei Jahren etwa 5,8 Millionen Euro in den Ausbau der radtouristischen Infrastruktur fließen. Ein Highlight dabei wird sicherlich der geplante sogenannte Pumptrack in Monschau-Kalterherberg sein, ein Übungsgelände für Einsteiger in Sachen Mountainbiken, insbesondere für Familien mit Kindern.

Ziel der städteregionalen „Radstrategie“ ist es, attraktive Angebote für Radtouristen zu schaffen, „damit die die Region möglichst nicht nur auf den Premiumradwanderwegen wie der Vennbahnroute oder dem Rurufer-Weg durchfahren, sondern in der Region bleiben“, erläuterte Thomas König von der städteregionalen Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa. Mit diesen und anderen Routen wie dem Eifel-Höhen-Weg oder der Wasserburgen-Route, die in die Nachbarkreise Düren und Heinsberg sowie grenzüberschreitend nach Belgien und in die Niederlande hineinführen, gebe es interessante „Spangen, die es zu vernetzen gilt“. Will heißen: Entlang der Hauptrouten sollen auf städteregionalem Gebiet sogenannte „Erlebnisschleifen“ die Radtouristen animieren, mal nach rechts oder links abzubiegen.

Sieben solcher Erlebnisschleifen sollen im Laufe der nächsten Jahre in Szene gesetzt werden. Verbindendes Thema im Nordkreis ist laut Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders natürlich der Bergbau mit seinen Hinterlassenschaften, den Halden. „Wir wollen das Spannungsfeld zwischen alter Industriebrache und neuen Technologien bespielen“, erklärte er. Ziel sei es auch, alle fünf Alsdorfer Halden mit einem Radrundweg durch das Broichbachtal zu verbinden.

Anlaufstelle für Radtouristen im Nordkreis soll das Energeticon in Alsdorf sein. „Aber auch an allen Haltepunkten der Euregiobahn sollen Informationen über die Rundwege installiert werden“, unterstrich Christoph von den Driesch. In Herzogenrath soll zudem das Außengelände von Burg Rode attraktiver werden für Familien. In Baesweiler werden laut Bürgermeister Willi Linkens der Carl-Alexander-Park und die dortige Dirt-Bike-Anlage sowie die Burg in das Radkonzept einfließen. Auf Würselener Gebiet soll eine Wurmtal-Route entwickelt werden, sagte Bürgermeister Arno Nelles. „Ich glaube, dass wir alle ein großes Potenzial und Touristen Interessantes zu bieten haben.“

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter betonte, dass es bei dem gemeinsamen Projekt nicht nur um den Bau neuer Radwege gehe, sondern auch darum, Vorhandenes besser zu präsentieren und neue Anreize zu schaffen. „Ein Beispiel: Die Vennbahnroute, der Eifel-Höhen-Weg und der Rur-ufer-Weg führen alle an Kalterherberg vorbei, doch kaum einer fährt die 1,5 Kilometer hoch, um den Eifeldom zu besichtigen. Einen neuen Anreiz kann der Pumptrack schaffen, ein 4000 Quadratmeter großes Gelände, auf dem sich Mountainbiker ausprobieren können.“ Dieser Park wird Teil des Förderantrags für den Südraum sein (siehe Infobox). Ritter rechnet damit, dass ab Herbst 2018 mit dem Bau begonnen werden kann. Angebote für Mountainbiker sollen auch in Rohren entstehen, wo mit der Schließung der Sommerbobbahn eine Attraktion wegfalle.

Die Touristiker gehen davon aus, dass die „Radstrategie“, wenn sie denn einmal komplett umgesetzt ist, dazu beitragen kann, die Aufenthaltsdauer von Radtouristen von derzeit ein bis zwei Tagen auf vier bis fünf zu steigern – egal, wo die Radfans dann übernachten. „Es geht hier nicht um Konkurrenz zwischen Norden, Süden oder Stadt Aachen. Dieses Konzept hilft allen Kommunen in der Städteregion“, betonte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Städteregionsrat Helmut Etschenberg formulierte es so: „Die Zeit war jetzt reif für ein touristisches Gesamtkonzept.“

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