Die SPD will die „Kultur-Transport-Kleinstaaterei” verhindern

Von: Udo Kals
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Erich Kästner S
PG Kulturbus
Erich Kästner Schule Eschweiler
hinten v.l.:Udo Rüber,Aufderbeck,Frank Heidemann, Busfahrer, Gisela Christiani,Karin Clar--Lehrerinnen

Aachen. Ob Theater Aachen, Domschatzkammer oder Internationales Zeitungsmuseum - der Kulturbus gibt seit dem 1. September 2010 in Aachen kräftig Gas, um Kinder und Jugendliche zu den kaiserstädtischen Musentempeln zu kutschieren.

Und das „überraschend schnell mit großem Erfolg”, wie Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, erfreut feststellt: Stiegen im ersten Schuljahr 2010/11 insgesamt 3156 Kita- und Schulkinder bei rund 80 Fahrten ein, sei diese Zahl im laufenden Schuljahr bereits jetzt übertroffen. Am häufigsten werden das Theater Aachen, das Ludwig-Forum und die Barockfabrik angesteuert, berichtet Müller und betont: Das Konzept, Kinder und Jugendliche „sicher, schnell und komfortabel” sowie zu einem günstigen Tarif (je nach Uhrzeit 65 bis 85 Euro pro Bus) an die Kultur quasi heranzuführen und heranzufahren, gehe auf.

Das sehen auch die Sozialdemokraten so, die das Modell auf die gesamte Städteregion ausdehnen wollen. „Wir wollen für die Kinder und Jugendlichen die Chance verbessern, die Region auch kulturell ganzheitlich wahrzunehmen. Wir sind daher in diesem Punkt für eine städteregionale Kooperation”, betont Manfred Bausch, Aachener Ratsherr und kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Städteregionstag.

Wie einfach dies zu bewerkstelligen ist, wird sich zeigen. Denn es gibt schon entsprechende Angebote im Altkreis. Zum einen hat das Busunternehmen Taeter, das in Aachen alle Kulturbus-Touren abwickelt, sein Angebot auf Schulen und Kitas im Altkreis ausgeweitet - zu anderen Konditionen, wie Hans-Martin Schreiber von Taeter erläutert: „Schließlich ist der Weg von Burtscheid zum Dom kürzer als der von Baesweiler.” Zum anderen gibt es die im Vorjahr von der Städteregion eingeführte Bildungszugabe. In deren Rahmen werden Klassen und Kindergartengruppen von Taeter und der Aseag nicht nur zu den vom Aachener Kulturbetrieb festlegten Kulturbus-Einrichtungen gefahren, sondern auch zum Tivoli, zum Zinkhütter Hof in Stolberg oder zum Energeticon in Alsdorf. „Hatten wir früher für Aachen einen Preis, umfasst unser Tableau nun mehr als 100 Tarife zwischen 65 und 300 Euro”, sagt Schreiber.

Recht unübersichtlich ist das Angebot nicht nur nach Auffassung von Bausch. „Das sollte am besten zu einem Gesamtpaket unter der Marke Kulturbus zusammengefasst werden. Es darf keine Kultur-Transport-Kleinstaaterei geben”, meint der Genosse und fordert „eine Nummer für einen Kulturbus in der gesamten Städteregion”. Zudem könne er sich vorstellen, dass etwa durch eine Ausschreibung des Pakets vor allem für die Altkreiskommunen bessere Preise zu erzielen sind.

Am Mittwoch, 29. Februar, diskutiert der Tourismusausschuss darüber. Die Sitzung im Haus der Städteregion beginnt um 16 Uhr.
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