Städteregion - Die Kultur wird wieder zur Chefsache

Die Kultur wird wieder zur Chefsache

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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Große Kultur zum kleinen Preis: Das ist und bleibt das Motto des städteregionalen Kulturfestivals. Die Lesungen, Theateraufführungen oder Konzerte wie dieses im Sommer im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg mit der Independent-Band The Notwist sind stets im Nu ausverkauft.
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Kann sich ab Februar 2016 ganz auf die Kultur konzentrieren: Dr. Nina Mika-Helfmeier.

Städteregion. Kultur wird in der Städteregion ab Februar wieder zur Chefsache: Das Amt für Kultur und Empirische Forschung, derzeit angesiedelt im Zuständigkeitsbereich von Dezernent Markus Terodde, wird auf- und von der Stabsstelle Kultur abgelöst, die unmittelbar Städteregionsrat Helmut Etschenberg unterstellt ist, während der Bereich Forschung zur neuen Sozialdezernentin Prof. Dr. Edeltraud Vomberg wandert.

Vorteil für die derzeitige Amts- und künftige Stabsstellenleiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier: Der berühmt-berüchtigte Dienstweg wird kürzer, sie ist nicht mehr in die Verwaltungshierarchie eingebunden. Oder, wie es Etschenberg schmunzelnd ausdrückt: „Sie bekommt mehr Narrenfreiheit, im positiven Sinne.“

Zudem kann sich Mika-Helfmeier ab Februar ganz auf den Kulturbereich konzentrieren. Und das, sagt Etschenberg, sei notwendig, wenn die hohe Qualität erhalten werden soll, die Mika-Helfmeier in den vergangenen Jahren aufgebaut habe. „Um Ausstellungen mit Künstlern von Weltruf ins Kunst- und Kulturzentrum KuK nach Monschau zu holen, braucht man Zeit, viel Zeit: für die Akquise der Künstler, aber auch für die Akquise von Sponsoren“, sagt Etschenberg. „Ich werde seit zwei, drei Jahren immer wieder, vor allem auch außerhalb unserer Region, auf die hohe Qualität der Ausstellungen im KuK angesprochen. Das zeigt, welch guten Ruf das KuK inzwischen genießt.“ Rund 35.000 Besucher pro Jahr sprechen für sich.

Freiraum für die Kultur

Dass dies Mika-Helfmeier mit ihren über die Jahre gewachsenen, hervorragenden Kontakten in die Szene zu verdanken ist, steht für Etschenberg außer Frage. Davon profitiere auch das von ihr organisierte städteregionale Kulturfestival mit großer Kunst zum kleinen Preis und Veranstaltungen in allen zehn Kommunen. „Ich möchte Nina Mika-Helfmeier den Freiraum lassen, den sie braucht, um dieses hohe Niveau im Kulturbereich zu halten“, sagt der Städteregionsrat. Deshalb die Auslösung des Amtes und die Einrichtung einer Stabsstelle Kultur. Die Empirische Forschung weiß er im Sozialdezernat gut aufgehoben, personell ändert sich in diesem Bereich auch nicht viel, da die beiden Mitarbeiterinnen, die bislang dort ebenso tätig waren, mit wechseln.

Stabsstellenleiterin zu sein, ist für Mika-Helfmeier nichts Neues. Als die Sozialwissenschaftlerin 1991 zum damaligen Kreis Aachen kam, wurde sie als Stabsstellenleiterin für Gleichstellung eingestellt. „Ganz schnell kam die Projektentwicklung dazu, vor 16 Jahren dann die Forschung und wenig später auch schon der Kulturbereich“, sagt sie. Amtsleiterin wurde sie erst im Zuge der Städteregionsgründung vor ein paar Jahren. Den Aufgabenbereich Gleichstellung hat sie vor ein paar Jahren schon abgegeben, weil die anderen Aufgaben – vor allem die Empirische Forschung mit dem Schwerpunkt Demografischer Wandel – immer mehr Zeit in Anspruch nahmen. Und natürlich der Bereich Kulturwirtschaft und Kulturförderung.

Dass das KuK aus einem der vielen Arbeitsmarktprojekte für Frauen entstanden ist, die Mika-Helfmeier initiiert hat, weiß kaum noch jemand. „Es ging uns damals darum, Künstlerinnen die Möglichkeit zu geben, von ihrer Kunst zu leben“, sagt sie. Schnell war das Atelierhaus offen auch für Künstler, und über die Jahre hat Mika-Helfmeier es zu einem renommierten Ausstellungshaus entwickelt. Noch heute etablierte Projekte wie „Economy meets Arts“, das Wirtschaft und Kulturschaffende zusammenbringt, hat sie auf den Weg gebracht. Das städteregionale Kulturfestival rund um das CHIO trägt ihre Handschrift. Künstler wie Matthias Brandt, Nina Hagen oder Bela B kennen inzwischen die Städteregion und kommen gerne hierher zurück. Und sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass Künstlerinnen und Künstler aus der Region in Kooperation mit Schulen Kulturprojekte umsetzen.

Was der Städteregionsrat auch zu schätzen weiß: Mika-Helfmeier gelingt es, viel Geld für die Kultur in die Region zu holen. Sie zapft Stiftungen und Sponsoren an, macht Landes-, Bundes- oder EU-Fördertöpfe ausfindig und vervielfacht so den städteregionalen Beitrag: 80.000 Euro gibt die Städteregion insgesamt im Jahr für Kultur aus, bis zu 400.000 Euro treibt Mika-Helfmeier auf. „Aber das wird von Jahr zu Jahr schwerer, weil die Töpfe kleiner und die Zahl der Bewerber größer wird“, sagt sie. Aber sie kämpft weiter, denn sie ist sich mit Etschenberg einig: „Wir wollen Kultur für alle Schichten der Gesellschaft anbieten und allen Zugang zur Kunst ermöglichen.“

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