„Die Kommune wird weiblich“: Geballte Frauenpower im Workshop

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Städteregion. Der Workshop „Die Kommune wird weiblich“, der jetzt im Rahmen einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung stattfand, war ein durchschlagender Erfolg.

Fünf erfahrene Politikerinnen und 21 Interessentinnen tauschten sich über Inhalte, Strukturen und Prozesse aus, die das Zusammenleben der Menschen in Aachen und der Region steuern und regeln sollen.

Eröffnet wurde die Runde von der Grünen-Bürgermeisterin der Stadt Aachen, Hilde Scheidt. In ihrer Willkommensansprache wies sie auf die Situation in den Räten hin, in denen Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Gleichzeitig ermutigte sie die Frauen, sich mehr zu zutrauen und erste Schritte zu wagen.

Zusammen mit Ulla Griepentrog, Fraktionssprecherin der Grünen Stadtratsfraktion brachte In-grid von Morandell, Fraktionsvorsitzende der grünen Städteregionsfraktion dann Licht in die Partei- und Fraktionsstrukturen, die bei manchen Zuhörerinnen für Verwirrung sorgten. Wo fängt Frau in der Kommunalpolitik an, welche Aufgaben gäbe es zu bewältigen und wie wird man eigentlich Bürgermeisterin?

Unterschiedliche Facetten

Im Anschluss gaben die zwei Fachfrauen zusammen mit Christa Heners, Grünen-Ratsfrau aus Roetgen, und Karin Schmitt-Promny, Bezirksvertreterin und Stadtratsmitglied in Aachen, in Kleingruppen Einblicke in die unterschiedlichen Facetten ihrer Rolle. Als Zutaten für das Rezept „Politikerin“ wurden die folgenden herausgearbeitet: Verantwortungsübernahme für Themengebiete, bewusster Umgang mit Öffentlichkeit, ausgeglichenes Zeitmanagement, vielseitiges Engagement, Netzwerkbildung, Kommunikationsfähigkeit, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen. Hochachtung für diese Kompetenzen war in den Gesichtern der Frauen abzulesen.

Anhand gewählter Lieblingsthemen wurden nach dem Mittagessen zwei Gruppen gebildet, mit der Aufgabe den Weg einer Idee bis zum Antrag nachzuspielen. In der Gruppe „Bürgerbeteiligung und Stadtplanung“ stellte sich die Berücksichtigung unterschiedlicher Interessensgruppen als Herausforderung dar, ebenso wie die Problematik unstrukturierten Diskussionsverhaltens in politischen Entscheidungsprozessen. Dem gegenüber schallte aus der Gruppe „Frauenquote“ der Tenor, dass Frau den theoretisch diskutierten Antrag auch praktisch in der Wirklichkeit umsetzen werde.

Die Frage nach der Motivation

Im Rausch der geballten Frauenpower wurde zum Abschluss des Tages noch die Frage nach der Motivation gestellt: Was begeistert diese Frauen so sehr an Politik, dass sie dafür Teile ihres Privatlebens aufgeben und sich neben dem Beruf noch zusätzlich dem Stressfaktor Politik aussetzen?

Die Antwort war eindeutig: Es ist die Möglichkeit, etwas zu bewegen, Einfluss zu nehmen und aktiv dabei zu sein, anstatt „nur“ ein passiver Rezipient, ein Projekt von der Idee bis zur Umsetzung entstehen zu lassen, wie den Vennbahnweg oder die Gastspiele des Grenzlandtheaters in Roetgen. Aber auch gescheiterten Projekten wie dem der Campus Bahn sei etwas Positives abzugewinnen. Demnach demonstrierte die hohe Bürgerbeteiligung das Interesse der Bevölkerung an kommunalpolitischen Themen.

Beseelt vom Enthusiasmus und voller Tatendrang gingen die Frauen wieder ihres Weges. Es bleibt nun abzuwarten, inwieweit die Kommune tatsächlich weiblicher werden wird.

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