Die „ehrliche Politik“ hat Kurt Rieder sehr schnell überzeugt

Von: Sonja Essers
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Direktkandidat Kurt Rieder will das Programm der ÖDP nicht auf den Tier- und Naturschutz reduziert wissen. Foto: Sonja Essers

Städteregion. „Eigentlich wollte ich nie in eine Partei eintreten“, sagt Kurt Rieder und lacht. Das änderte sich allerdings im Jahr 2011. Damals lernte der Diplom-Verwaltungswirt die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) kennen – und er sei von ihrer „ehrlichen Politik“ schnell überzeugt gewesen.

Im November 2011 gründete er den Kreisverband Aachen-Düren-Heinsberg, und knapp sechs Jahre später ist Rieder nun Spitzenkandidat der Ökodemokraten in NRW und gleichzeitig Direktkandidat in der Städteregion. Sein Ziel: „Wir wollen nicht nur Tagespolitik machen, sondern langfristig denken.“

Geboren ist Rieder 1960 in Köln, aufgewachsen ist er in der Eifel. Heute wohnt er mit seiner Lebensgefährtin im Stolberger Ortsteil Werth und fühlt sich dort pudelwohl. „Ich lebe sehr gerne auf dem Dorf“, sagt er. Was ihm dort vor allem gefällt? Das nachbarschaftliche Miteinander. „Wir müssen wieder in eine Gesellschaft reinwachsen, in der ein Mensch nach dem anderen schaut“, fordert Rieder.

Dieser Aspekt spiele auch in der Politik seiner Partei eine wichtige Rolle. Und welche Themen liegen ihm am Herzen? Unter anderem natürlich der Tier- und Naturschutz. Nur weil man sich für Tiere und Pflanzen einsetze, müsse man jedoch nicht gleich ein Vegetarier sein, ist Rieder sicher. Auch von Verboten halte er nicht viel, wie er am Beispiel Massentierhaltung deutlich macht. „Wer Fleisch aus Massentierhaltung essen möchte, sollte auch dafür bezahlen. Das muss besteuert werden. Man kann es den Leuten nicht verbieten, aber abgewöhnen. So wie man das mit Zigaretten und Alkopops auch gemacht hat.“

Mehr Zeit für sich und ihre Familien

Doch nicht nur über den Umgang mit Natur und Tieren will er aufklären. Besonders einsetzen will er sich auch für Arbeitsmarkt-, Sozial- und Entwicklungshilfepolitik. Zudem bezeichnet er sich als „Wertkonservativ“ – auch beim Thema Abtreibung. „Mir liegen behinderte Menschen sehr am Herzen, aber ich sehe eine Gefahr, dass es in Zukunft eine Welt ohne sie geben könnte“, sagt er. Aus diesem Grund sei Unterstützung besonders wichtig. Diese sei jedoch nicht nur für Menschen mit Handicap erforderlich. „Dieses ‚Höher, Schneller, Weiter‘ darf nicht mehr sein.“

Vielmehr bräuchten Menschen wieder mehr Zeit für sich und ihre Familien. Dazu beitragen könnte ein ökologisches Grundeinkommen, das Mensch und Natur zugutekommen würde. Ein entsprechendes Konzept habe man bereits ausgearbeitet, sagt Rieder. „Damit würde vieles gelöst werden“, ist er überzeugt.

Doch nicht nur auf bundesweiter Ebene will er sich – auch nach der Wahl – einsetzen. So soll es in Werth bald einen Dorfladen geben, damit ein intaktes Dorfleben auch in Zukunft aufrechterhalten werden könne.

Und welche Chancen rechnet sich Kurt Rieder für die Bundestagswahl am 24. September aus? „Wir sind eine super kleine Partei, aber wir haben auch globale Anliegen. Es wäre schön, wenn wir wenigstens mal angehört würden. Schließlich haben wir einen Ansatz, um langfristige Politik zu machen.“

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