Die Bildungsregion macht keine Ferien

Von: Jutta Geese
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Wissenstransfer: Ältere Menschen können von jüngeren lernen - und umgekehrt. Das Bildungsbüro soll brachliegende Potenziale heben. Foto: imago

Aachen. Die Sommerferien haben begonnen, die Arbeit an der Zukunft der Bildungsregion Aachen aber geht weiter. Und an Ideen, wie die Qualität der Bildung in der Städteregion gesteigert werden könnte, mangelt es nicht.

Zusammengetragen wurden sie von rund 70 Vertretern aus mehr als 30 Institutionen - angefangen bei Kindergärten über Schulen und Hochschulen bis hin zu außerschulischen Bildungseinrichtungen, Arbeitsagentur und Kammern. Zwei Tage lang haben sie auf Einladung des Bildungsbüros im Rahmen des Projektes „Lernen vor Ort” nicht nur eine Bestandsanalyse vorgenommen, sondern auch ermittelt, wo es noch „weiße Flecken” in der Bildungslandschaft gibt.

200 Schulentwicklungsbegleiter

Beeindruckt von der Begeisterung, die die Teilnehmer dabei an den Tag legten, ist Dr. Kirsten Witte von der Bertelsmann-Stiftung, die die Städteregion als „Patin” im Bundesprogramm „Lernen vor Ort” begleitet: „Die Akteure sind mit Herzblut bei der Sache. Hier schlummern sehr viele Ideen. Wenn man es schafft, nur die Hälfte davon umzusetzen, wäre das schon toll”, sagt sie und fügt an: „Im Vergleich zu den anderen 39 ,Lernen vor Ort´-Regionen in Deutschland hat Aachen gute Voraussetzungen, mit dem Programm etwas auf die Beine zu stellen.” Zumal die Tagungsteilnehmer gleich vereinbart haben, wie weiter gearbeitet werden soll und wer bei welchem Thema verbindlich mitmacht, wie Aachens Bildungsdezernent Wolfgang Rombey anmerkt.

„Die Ergebnisse müssen für die Bürger spürbar sein”, unterstreicht Schulrat Norbert Greuel und nennt als Beispiel den Bereich Schulentwicklung: Schon ab Herbst werden sogenannte Schulentwicklungsbegleiter für jede der 200 Schulen in der Städteregion ausgebildet. Als externe Berater sollen sie die Schulen dabei unterstützen, neue Unterrichtsmodelle zu entwickeln und so den sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Besondere Priorität genieße dabei die Lehrerfortbildung. Zudem sollen laut Greuel Beratungsangebote - von Lese-Recht- schreib-Schwäche bis Hochbegabung - besser vernetzt werden. Außerdem soll ein Verfahren eingeführt werden, das jedes Kind „sein Schulleben lang begleitet, um Brüche beim Übergang von einer Schulform in eine andere zu vermeiden”. Beginnen soll dieses „Übergangsmanagement” bereits in der Kita. Schon dort soll laut Kira Wieczarkowiecz, beim VAachener erein In Via für Familienbildung zuständig, versucht werden, auch Eltern einzubinden, die man sonst nur schwer erreichen könne.

Für die Wirtschaft ist der Übergang von der Schule in den Beruf das zentrale Thema, sagt Maria Charalabides von der Handwerkskammer. Im Bereich Berufsorientierung gebe es zwar schon eine ganze Reihe guter Kooperationen mit Schulen, aber noch kein Gesamtkonzept mit festgelegten Standards. Daran soll aber ab September gearbeitet werden. Wobei für Klaus Spille vom in Alsdorf ansässigen Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) wichtig ist, auch diejenigen im Blick zu behalten, die nicht mehr schulpflichtig sind, aber im Beruf noch nicht Fuß gefasst haben. Dazu bedürfe es einer noch engeren Zusammenarbeit der außerschulischen Bildungsträger.

Im Blickpunkt stehen bei „Lernen vor Ort” aber nicht nur Kinder und Jugendliche, schließlich geht es um lebenslanges Lernen. Dabei spielt eine Altersgruppe künftig eine immer größere Rolle: die Generation 50+. „In 20 Jahren wird die Hälfte der Einwohner in der Städteregion 50 Jahre und älter sein”, sagt Merete Menze, Geschäftsführerin des Paritätischen. „Wir müssen dieses Potenzial nutzen”, sagt sie und betont mit Blick auf Rentner: „Wir müssen die Älteren als Experten in die Gesellschaft zurückholen, dürfen sie nicht auf Mittelmeerkreuzfahrten abhanden kommen lassen.” Ihr schwebt vor, eine „Werkstatt Wissenstransfer” zu installieren, in der ältere Menschen geschult werden, wie sie ihr Wissen an Jüngere weitergeben können.

Ideen also gibt es zuhauf. Aufgabe des Teams vom Bildungsbüro ist es nun, diese zu Projekten weiterzuentwickeln.
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