Die beste von bundesweit 21.000 Azubis

Von: Holger Bubel
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Sie hat allen Grund zum Lachen
Sie hat allen Grund zum Lachen: Rebecca Pütz (Mitte) hat ihre Abschlussprüfung mit der Maximalpunktzahl von 100 und ist damit bundesweit die beste Auszubildende. Darüber freut sich Regionalverkaufsleiterin Silvia Gawlas. Frank Tirtey verfehlte die Bestleistung nur knapp. Foto: H. Bubel

Herzogenrath. „Wenn du dich nicht anstrengst, landest du bei Aldi an der Kasse.” Über derlei Drohungen, gerichtet an schulfaule Teenager, kann Rebecca Pütz nur müde lächeln.

Für sie ist der Job als Verkäuferin - und damit auch als Kassiererin - bei Aldi-Süd genau das Richtige. „Ich habe nach der Höheren Handelsschule eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht. Doch mir war schnell klar, dass das für mich kein Job für die Zukunft ist”, erzählt die 25-jährige Kohlscheiderin.

Sie wollte sich körperlich betätigen und einen unmittelbaren Kontakt zu den Menschen. Auf die Idee zu diesem beruflichen Schritt ist sie durch eine Freundin gekommen, die bereits bei Aldi-Süd beschäftigt war. Nach einem Praktikum in einer Filiale war für sie schnell klar, „dass das genau mein Ding ist”.

„Nicht jedes Jahr”

Heute, zwei Jahre später, hat sie ihre zweite Ausbildung in der Tasche - und das nicht nur als NRW-Landesbeste, sondern als Bundessiegerin wird sie Anfang Dezember nach Berlin reisen, um dort von Vize-Kanzler und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler persönlich im Rahmen einer großen Feierlichkeit eine Auszeichnung für ihre herausragende Ausbildungsleistung zur Verkäuferin zu erhalten.

Wie erfolgreich die junge Kohlscheiderin bei der Abschlussprüfung vor der IHK war, belegt der Kammer-Zuständige für das Prüfungswesen, Gisbert Kurlfinke: „Das war eine Topleistung. Die können wir in unserem Kammerbezirk nicht jedes Jahr vorweisen. Gemeinsam mit einem weiteren Absolventen ist Rebecca Pütz nicht nur die Beste der 277 Verkäuferprüflinge im Bezirk Aachen, nein, sie ist auch die Beste von bundesweit 20 851 Ausbildungsabsolventen in diesem Jahr.”

Und das dicht gefolgt von ihrem Azubi-Kollegen Frank Tirtey, der das von Rebecca Pütz erreichte Punktemaximum von 100 in allen Prüfungsteilbereichen, sowohl in vier schriftlichen Fächern als auch in der mündlichen Prüfung, nur um einen halben verpasst hat: „Ich habe bei der Erkennung von Gefahrenzeichen ein brennendes Streichholz mit einer qualmenden Zigarette verwechselt”, gibt der 20-jährige Aldi-Azubi nicht ohne ein Augenrollen über diesen „blöden” Fehler zu.

Die Neckerei der Kollegen war ihm bei diesem Fauxpas gewiss. Doch auch seine Leistung ist bemerkenswert, bestätigt Silvia Gawlas, Regionalverkaufsleiterin und zuständig für die jungen Azubis Aldi Eschweiler. Auch ihre berufliche Laufbahn ist ähnlich untypisch verlaufen, wie die der immerhin bereits zur Steuerfachangestellten ausgebildeten Rebecca Pütz: Als Silvia Gawlas ihren Mitschülern des Abi-Jahrgangs 2007 am Würselener Heilig-Geist-Gymnasium von ihrem Entschluss erzählte, eine Verkäuferlehre bei Aldi machen zu wollen, erfuhr sie nur wenig Verständnis.

„Aber bei Aldi konnte ich nach der Ausbildung ein duales Studium in Betriebswirtschaftslehre machen. Ich habe die Praxis von der Pike auf gelernt und habe heute ein nicht schlecht finanziertes Studium in der Tasche”, erzählt die Würselenerin.

Ein Studium wird für die praxisorientierte Rebecca Pütz wohl nicht in Frage kommen. Jetzt hängt sie - ebenso wie ihr Kollege Frank Tirtey - ein drittes Ausbildungsjahr an den Verkäuferabschluss und wird mit dem Titel „Kauffrau im Einzelhandel” im kommenden Jahr (zunächst) abschließen.
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