Die Aseag zieht neue Linien durch die Stadt

Von: Werner Czempas
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Dichte Folge: Den Citytakt von 7,5 Minuten je Richtung soll es künftig auf allen Hauptachsen im Liniennetz geben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Luft in Aachen, alle riechen und wissen es, stinkt zum Himmel. Um die Luftqualität zu verbessern, wollen Stadt und Aseag den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausbauen. Neue Fahrgäste sollen gewonnen werden. Dazu soll mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember dieses Jahres das Liniennetz umfassend geändert werden.

Das jedenfalls empfiehlt die Bezirksvertretung Aachen-Mitte dem Mobilitätsausschuss zu beschließen. Der Fachausschuss wird darüber am 27. April entscheiden.

Das Busliniennetz wird übersichtlicher, Kapazitätsengpässe auf den Hauptachsen werden abgebaut. Die Campusbereiche RWTH und FH sowie Burtscheid werden stärker bedient. Neue Direktverbindungen werden geschaffen, beispielsweise von der Krefelder Straße zum Hauptbahnhof sowie aus dem Nordosten ins Hochschulgebiet und zum Universitätsklinikum. Gestärkt wird das Angebot zwischen Stadt und Eifel. Eine deutliche Verdichtung auf einen 15-Minuten-Takt von 6 bis 20 Uhr am Waldfriedhof soll das Park+Ride-Konzept attraktiver machen. Der Süden der Stadt erhält ergänzend ein neues „bedarfsgerechtes System“.

„Premiumachsen mit Citytakt“ heißt das Stichwort für eine der Maßnahmen. Den Citytakt wird es auf allen Hauptachsen im Liniennetz geben. Das heißt, auf jeder Hauptachse wird mindestens ein 7,5-Minuten-Takt je Richtung zwischen 6 und 20 Uhr montags bis freitags angeboten. Der Takt wird von zwei oder mehreren Linien gebildet. Auf mehreren Hauptachsen gibt es das dichte Angebot bereits heute. Die Linie 51 auf der Krefelder Straße, wo sich mehr und mehr Firmen und Behörden ansiedeln, wird über die bisherige Endhaltestelle Bushof hinaus als Direktverbindung zum Hauptbahnhof und weiter bis Burtscheid-Waldfriedhof verlängert.

Neue Direktverbindungen zur Uniklinik und den Campusgebieten Melaten und West wird es aus den Bereichen Jülicher Straße, Haaren und Verlautenheide geben. Durch einen 15-Minuten-Takt vom Bushof aus wird die Bedienung der Süsterfeldstraße gestärkt.

Ein weiteres Stichwort heißt „Y-Struktur“. Sie meint: Mindestens zwei Linien bilden auf einer Hauptachse den Citytakt, bis sie sich an einer Haltestelle in der Innenstadt trennen und entweder in eine andere Hauptachse oder in eine Nebenachse mit mindestens 15-Minuten-Takt geführt werden. Insgesamt sieben Y-Strukturen werden Direktverbindungen aus einem Stadtteil in jeweils zwei andere anbieten.

Im Süden der Stadt ändert sich einiges. Auf Linien mit sehr geringer Nachfrage werden Ortsteile auf ein „bedarfsorientiertes System“ umgestellt. Das heißt: Ähnlich dem in Monschau seit vergangenen Dezember schon gut funktionierenden NetLiner-Konzept meldet der Fahrgast seinen Fahrtwunsch telefonisch, per App oder im Internet an, von einer Haltestelle in der Nähe des Wohnorts wird er abgeholt und zu einem der drei Verknüpfungspunkte Walheim, Oberforstbach und Schleckheim gebracht, wo er an das bestehende Liniennetz Anschluss findet. Zwei Schnellbuslinien gehören zum neuen Eifelkonzept, dass die Roetgen, Imgenbroich, Simmerath und Monschau deutlich besser als bisher mit der Aachener Innenstadt verbindet.

Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement, erläuterte in der Bezirksvertretung Mitte die Maßnahmen. Rund 465.000 Euro werden sie kosten. Die Mittel sind im Wirtschaftsplan der Aseag bis auf 42.300 Euro gedeckt. Damit wäre der städtische Haushalt zu belasten, wenn der Betrag nicht durch höhere Fahrgastzahlen, wovon die Aseag aber ausgeht, aufgefangen wird.

Die Bezirksvertreter stimmten den Plänen einhellig zu. Gewaltig stinkig machte sie aber, dass weder die Stadt/Aseag-Vorlage noch Müllers Vortrag den „Marktliner“ erwähnte. Dessen Einführung zu prüfen hatten auf Antrag der FDP sowohl die Bezirksvertretung Mitte als auch der Mobilitätsausschuss schon im vergangenen Frühjahr beschlossen. Jochen Moselage reagierte sauer: „Ich höre nichts mehr davon. Der Marktliner kommt nicht vor. Wir wollen irgendwann mal ein Ergebnis. Der Vorgang ist unbefriedigend.“

Uwe Müller eierte herum. Die Verwaltung prüfe, es gehe auch um Kosten von 1,8 Millionen Euro pro Jahr, Ende April/Anfang Mai lägen Ergebnisse vor. Die Bezirksvertreter ließen sich davon nicht beeindrucken. Sie beauftragten die Verwaltung bei einer Gegenstimme (Host Schnitzler, UWG), „das Konzept zur Einführung eines Marktliners weiter zu verfolgen“.

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