Aachen - Der Tierpark wirbt für autofreie Anreise

Der Tierpark wirbt für autofreie Anreise

Von: Gerald Eimer
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Wissen um die Parkplatznot am
Wissen um die Parkplatznot am Aachener Tierpark und werben für „einen anderen Ausflugsverkehr”: Wolfram Graf-Rudolf, Katrin Herf und Uwe Müller (von links) an der Haltestelle „Pingiun-Ticket”. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sobald die Frühlingssonne höher steigt, schnellen alle Jahre wieder auch die Besucherzahlen im Aachener Tierpark nach oben. Über den ersten großen Andrang konnte sich Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf bereits am vergangenen Wochenende freuen: Gut 4500 Besucher wurden an zwei Tagen im Drimborner Wäldchen gezählt.

Sollte das Wetter mitspielen, könnte es auch in den Osterferien Gedrängel geben. Das aber bringt stets auch viel Verkehr ins Viertel - was nicht jedem Nachbarn gefällt. Denn die Parkplatznot ist an besuchsstarken Tagen stets groß. Kaum mehr als 100 Stellplätze gibt es am Eingangstor. Sind die besetzt, hilft nur die Suche im Umfeld und am Straßenrand.

So setzen Tierparkchef, Aachener Stadtverwaltung und Aseag verstärkt auf neue Angebote, um Besucher zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel zu bewegen. In diesen Tagen ist dies insbesondere das sogenannte Pinguin-Ticket, das die Anreise mit Bussen und Bahnen schmackhaft machen soll. Es kombiniert Eintritts- und Fahrpreis und wird seit einem Jahr für alle Bewohner in der Städteregion angeboten.

Nach nochmaliger Überarbeitung des Tarifs kann nun eine vierköpfige Familie aus dem Stadtgebiet für 20,50 Euro an- und abreisen und den Tierpark besuchen, in der Städteregion kostet es 25,50 Euro. Erhältlich ist es auch als Einzelticket: Erwachsene zahlen 7,50 bzw. 9,70 Euro, Kinder 4,80 bzw. 5,50 Euro. Bis zu 150 Tickets verkaufe man pro Monat in guten Zeiten, sagt Aseag-Mitarbeiterin Katrin Herf. Damit sei man für den Anfang nicht unzufrieden, aber man hoffe auf eine deutliche Steigerung in diesem Jahr. „Es muss einfach noch bekannter werden.”

So hat man eigens dafür auch ein Haltestellenschild im Tierpark aufgestellt - als Werbemittel. Dass die Botschaft auch missverstanden werden kann, hat Graf-Rudolf schon festgestellt: „Ich musste mal eine Oma wegschicken, die hier auf den Bus gewartet hat.” Die nächsten echten Haltestellen befinden sich allerdings vor dem Tierparktor, an der Trierer Straße und an der Erzberger Allee. Fußläufig erreichbar ist der Tierpark zudem vom Bahnhof Rothe Erde.

Seit wenigen Tagen wirbt der Tierpark zudem auch um Besucher mit Pedelecs oder E-Bikes. An zwei eigens für sie eingerichteten Ladestationen können sie ab sofort während eines Tierparkbesuchs kostenlos die Akkus aufladen.

„Einfach Klasse, wie sich der Tierpark engagiert”, meint der städtische Verkehrsmanager Uwe Müller, der die Bemühungen um „einen anderen Ausflugsverkehr” lobt. „Das wünschten wir uns auch von anderen Freizeitanbietern.” Nicht umsonst habe der Tierpark im vergangenen Jahr einen Preis für saubere Luft erhalten.

Für Tierparkchef Graf-Rudolf sind die Themen alternative Verkehrsmittel und regenerative Energie Teil seines Naturverständnisses. „Wir sind bei der alternativen Stromproduktion ganz vorne dabei”, sagt er. Nur seine Kundschaft kann er nicht zwingen, bei der Anreise aufs Auto zu verzichten. „Wir können nur auf den Lerneffekt setzen, und das braucht Zeit.” Inzwischen arbeitet er auch eng mit den Verkehrskadetten zusammen, die bei starkem Andrang ordnend eingreifen.

Denn Ärger mit den Nachbarn über zugeparkte Bürgersteige, Garagenzufahrten oder Rasenflächen will er möglichst vermeiden. Und auch falschparkenden Tierparkbesuchern will er nach Möglichkeit Knöllchen ersparen. „Die sollen uns ja in guter Erinnerung behalten.” Auch deshalb wurden neugestaltete Hinweisschilder aufgestellt, die auf die Parkmöglichkeiten an der Adenauer Allee hinweisen.

So ist alles bereitet für einen möglichst unbeschwerten Besuch im „Euregio-Zoo”, wie der 1966 gegründete Tierpark offiziell heißt. Rund 350.000 Besucher suchen ihn alljährlich auf. Damit sie auch weiterhin gerne kommen, tut sich auch in den Gehegen einiges.
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