Den Ikonen der Popkultur auf der Spur

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
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REM, Los Angeles, 1996: Als Anton Corbijn die US-amerikanische Band um Sänger Michael Stipe (l.) fotografierte, hatten die Musiker den Sprung an die Spitze schon längst hinter sich.

Monschau. Ob U2 oder David Bowie, Depeche Mode oder Johnny Cash, The Killers oder Miles Davies - Anton Corbijn hat der Popkultur und ihren Ikonen vor allem mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos ein Gesicht gegeben wie kaum ein anderer.

Seit Jahren gehört der 55-jährige Niederländer zu den gefragtesten Fotografen der Welt. Im Jahr 2007 hat er auch die Kinoleinwände mit „Control” erobert, der Film-Biografie von Ian Curtis, dem Sänger der englischen Band Joy Division. Corbijn ist seit langem in den Kulturmetropolen zu Hause, darum zeigt das Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion (KuK) in Monschau nächstes Jahr eine Auswahl seiner Werke.

KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier freut sich diebisch über diesen Coup, gehört Corbijn doch seit Jahren auch zu ihren persönlichen Favoriten. „Das ist schon ein Knaller. Seine Fotos sind bekannt wie die Stars, die darauf abgebildet sind. Trotz der Stilisierung und der nüchternen Motivwahl stellen Corbijns Arbeiten eine sonderbare Nähe her”, sagt die Kulturbeauftragte der Städteregion.

Welcher Ausschnitt des umfangreichen Werks gezeigt wird, steht zwar noch nicht fest. Aber Mika-Helfmeier ist sicher, dass das Haus in der Monschauer Altstadt 2011 nicht nur zur Corbijn-Schau stark besucht werden wird. War in diesem Jahr vor allem die Doppel-Cartoon-Ausstellung mit Zeichnungen von Peter Gaymann und Einsendungen für den internationalen Wettbewerb von Städteregion, KuK und Zeitungsverlag Aachen ein Renner, setzt die KuK-Leiterin im kommenden Jahr neben der Corbijn-Schau auf eine interessante und teils hochkarätige Mischung. „Wir haben einiges auf Lager”, meint Mika-Helfmeier, die das Ausstellungsprogramm auf sechs Schauen konzentriert. „In den Vorjahren haben wir öfter zeitgleich an drei Ausstellungen gearbeitet. Jetzt wollen wir das Programm zeitlich entzerren.”

Den Anfang machen im Februar Fundstücke von Hans-Gerd Lauscher. Der Sammler stellt dem KuK Zeichnungen mit Monschauer Ansichten zur Verfügung, die „zum Teil einen großen historischen Wert besitzen”, sagt Mika-Helfmeier, die nach dem Ausflug ins Umland inhaltlich direkt über den großen Teich jettet. „20 Jahre nach der ersten Auflage der New-York-Collection in NRW wollen wir nun in Monschau den Impulsen in dieser Metropole nachspüren und einen Querschnitt der Arbeiten von renommierten Künstlern wie Mierle Laderman Ukeles, Clemens Weiss sowie Newton & Helen Mayer Harrison zeigen.”

Neuer Cartoon-Wettbewerb

Weitere Schwerpunkte sind zum einen eine Retrospektive von Thomas Stricker, der sich vor allem mit seinen Skulpturen einen Namen gemacht hat, und eine Ausstellung mit Leihgaben des Herforder Marta-Museums für zeitgenössische Kunst und Design, das nicht nur durch seine außergewöhnliche Architektur überzeugt. Die erste Sammlung stellte Jan Hoet als damaliger Museumschef zusammen, der zuvor 1992 künstlerischer Leiter der Documenta in Kassel war. Roland Nachtigäller hat die Sammlung als derzeitiger Museumsleiter inzwischen ergänzt. „Für mich ist das Marta eines des interessantesten Museen in NRW”, sagt Mika-Helfmeier, die das kommende Ausstellungsjahr mit dem zweiten Teil der „Spurensuche” abschließen will. Seit dem vergangenen September werden unter diesem Namen zahlreiche Gegenstände aus dem Archiv der Städteregion gezeigt. „Nun sollen vermehrt Bücher, Skizzen, Karten und Fotos folgen, die wir zum Teil erst nach dem Start der Spurensuche erhalten haben. Da sind einige Leute auf unsere Aktivitäten aufmerksam geworden”, sagt die Kulturbeauftragte, die sich insgesamt über die KuK-Resonanz freut.

„Bei stark reduzierten Öffnungszeiten haben uns wie im Vorjahr mehr als 16.000 Menschen besucht, davon wollten allein 9000 die beiden Cartoon-Ausstellungen sehen. Das ist für uns bislang der Besucherrekord”, sagt Mika-Helfmeier und kündigt die inzwischen fünfte Auflage des Cartoon-Wettbewerbs an, die im März startet: „Passend zur WM der Frauen, die 2011 in Deutschland stattfindet, soll sich alles um das Thema Fußball drehen - natürlich nicht nur aus weiblicher Sicht.” Vielleicht gibt´s ja auch bald einen neuen Rekord bei dem Wettbewerb zu vermelden. In diesem Jahr spitzten rund 250 Künstler aus 44 Ländern ihre Stifte, um in mehr als 800 Arbeiten das Thema „sie-she-elle/he-er-il” aufzuspießen.
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