Demenz: Hilfe für pflegende Angehörige

Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Es ist eine große Runde, die sich alle zwei Wochen im Restaurant „Bohler Heide” in Eschweiler einfindet: 30 bis 40 Demenzkranke samt ihrer Angehörigen treffen sich dort zum Waldspaziergang, anschließend verbringen sie bei Kaffee und Kuchen gemeinsam einige nette Stunden.

Veranstalter ist die Selbsthilfegruppe „Demenz Eschweiler/Stolberg” der Alzheimer-Gesellschaft. Bewusst wird für die Gruppe der Begriff „Demenz” verwendet, denn ob Alzheimer vorliegt oder eine andere dementielle Erkrankung - die Folgen sind die gleichen. „Wer einen demenzkranken Menschen pflegt, braucht jede Hilfe. Allein ist diese Aufgabe auf Dauer nicht zu schultern”, sagt Hannelore Schwade, die mit Monika Böttcher die Gruppe leitet.

Sich den Frust von der Seele zu reden, dazu sind die Treffen im Eschweiler Wald da. Aber vor allem bieten sie Raum, dem Alltag zu entfliehen. „Es ist nicht so, dass wir hier traurig zusammen sitzen - ganz im Gegenteil. Die Tatsache, dass wir wissen, dein Gegenüber versteht dich, das allein hilft schon”, erzählt Böttcher, die ihre demenzkranken Eltern pflegt.

„Oft ist es so, dass wir über das Thema Demenz gar nicht groß sprechen, sondern über ganz andere Dinge. Und wir lachen hier viel.” Die Treffen helfen, der Isolation zu entkommen, sagt Böttcher, „denn oftmals wissen Freunde und die eigene Familie nicht, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen, und in der Folge werden Einladungen immer seltener.” Deshalb sei das Angebot so wichtig.

Das gilt auch für das Projekt der AOK Rheinland/Hamburg, das als Modellprojekt auf Städteregionsebene startete und mittlerweile bundesweit umgesetzt wird: Die Nachbarschaftshilfe betreut Demenzkranke einige Stunden in der Woche, damit die Angehörigen Erledigungen machen können oder Zeit für sich haben.

Die Helfer werden vorab entsprechend geschult und erhalten für ihre Dienste von der Pflegeversicherung ein kleines Salär. „Es geht dabei nicht um Pflege, sondern ums Kümmern”, erklärt Andrea Breuer-Brosda, die in der Städteregion für das Projekt zuständig ist. Zu erreichen ist sie im Pflegestützpunkt Stolberg via E-Mail über pflegestuetzpunkt-aachen@rh.aok.de oder unter der Rufnummer 02402/104125, E-Mail.

Wer Kontakt zur Demenzgruppe der Alzheimer Gesellschaft aufnehmen möchte, kann sich an Hannelore Schwade per Telefon unter 02403/54815 oder via E-Mail an hannelore.schwade@gmx.de wenden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert