Eschweiler - Das Handwerk trotzt der Krise

Das Handwerk trotzt der Krise

Von: Jutta Geese
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Optimistisch ins neue Jahr: Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fanden sich zum traditionellen Silvesterempfang im Haus von Kreishandwerksmeister Hans Winnen (Mitte) ein und stimmten sich auf den Jahreswechsel ein. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Allem Gerede von Finanzkrise und drohender Rezession zum Trotz: Das Handwerk in der Region geht optimistisch ins neue Jahr. Zwar erwartet Kreishandwerksmeister Hans Winnen nach dem durchweg guten Jahr 2008 für einige Gewerke Einbußen, insbesondere für Zulieferer der Industrie und das Kfz-Gewerbe.

Möglicherweise spürten auch die Bau- und Ausbaugewerke, für die sich im vergangenen Jahr „nach acht schweren, schweren Jahren Silberstreifen am Horizont gezeigt hatten”, die Folgen der weltweiten Finanzkrise.

Doch Winnen ist zuversichtlich, „dass sich die Sanierung des Altbaubestandes und der Einsatz modernster Technologien positiv auf die Beschäftigung im Aachener Handwerk auswirkt”, sagte er beim 19. Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft in seinem Haus.

Dabei setzt Winnen vor allem auf die von der Bundesregierung bereits beschlossenen Maßnahmen. Ausdrücklich begrüße er die Verdoppelung des Steuerbonus für Handwerksleistungen, erklärte er. „Damit wird einem der zentralen Vorschläge des Handwerks Rechnung getragen, denn die privaten Haushalte werden als Auftraggeber deutlich gestärkt.”

Und zudem sei dies ein, wenn auch kleiner Beitrag dazu, die Schwarzarbeit zu reduzieren. Die verursache nach wie vor volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe und müsste viel stärker bekämpft werden. Doch „unseren Politikern fehlt der Mut für konsequentes Handeln gegen Schwarzarbeit”.

Dazu würde laut Winnen auch gehören, den Mehrwertsteuersatz für Handwerksleistungen zu senken wie in Belgien, den Niederlanden oder Frankreich.

Dass die Diskussion um Konsumgutscheine und Steuerschecks für die Bürger nunmehr beendet scheint, sehe das Handwerk positiv. Sie würden nur ein Strohfeuer entfachen, „aber wir brauchen Maßnahmen, die sich langfristig und nachhaltig auswirken.”

Am besten geeignet dafür seien Investitionsprogramme für die Unterhaltung und Modernisierung von Gebäuden, wie sie jetzt diskutiert würden. „Sie müssen nur schneller greifen”, forderte Winnen.

„Wenn Bund, Länder und Gemeinden mehr investieren, beleben sie die Wirtschaft und tragen dazu bei, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden. Investitionen in energiesparende Maßnahmen reduzieren zudem erheblich die Folgekosten und schonen die Umwelt.”

„Positiv denken”

Sorgen, dass die weltweite Finanzkrise die Unternehmen in der Region in Finanzierungsnöte bringt, hat Winnen nicht. Auch wenn sich größere Geldinstitute zurückziehen würden, „von unserer regionalen Sparkasse, der Aachener Bank und den Volks- und Raiffeisenbanken erhält der Mittelstand weiter Kredite”, erklärte er. Dafür gebühre ihnen Dank.

Die Politiker mahnte er, es müsse regional gelingen, das Ruder herumzureißen, und zwar durch finanziell sinnvolle Investitionen, die Aufträge für das örtliche Handwerk bedeuteten. Als Beispiele nannte er Investitionen in Kindergärten, Schulen und Universitäten, Altbausanierung, Straßenbau und den Ausbau der Glasfasernetze für schnelle Verbindungen ins Internet.

Hoffnungen setzt Winnen auch in die Städteregion. Sie könne zum Bürokratieabbau für die Betriebe beitragen und ihnen durch den Aufbau einer einheitlichen Vergabeplattform die Suche nach öffentlichen Aufträge in den zehn Kommunen erleichtern.

Alle seine rund 90 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft rief Winnen dazu auf, positiv zu denken und Tag für Tag dafür zu werben. „Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, dann geht es auch wieder aufwärts.”
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