DAK-Gesundheitsbericht: Psychische Erkrankungen vorne

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Städteregion. Die DAK Gesundheit hat für 2016 einen leichten Rückgang beim Krankenstand der bei ihr versicherten Arbeitnehmer verzeichnet. Die Ausfalltage aufgrund einer Erkrankung sanken gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Das heißt: Jeden Tag waren 41 von 1000 bei der DAK versicherten Arbeitnehmer krankgeschrieben.

 Der Krankenstand in der Region lag damit laut Michael Engels, Leiter des Servicezentrums Aachen, zwar leicht über den Bundes- und Landeszahlen (je 3,9 Prozent), aber deutlich unter dem anderer Regionen, etwa von Bottrop mit 5,2 Prozent.

Erstmals waren 2016 psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen in der Region Aachen die häufigste Ursache für eine Krankschreibung, berichtet Engels. Mehr als jeder fünfte Fehltag sei auf eine solche Erkrankung zurückzuführen. „In den vergangenen Jahren waren stets die Muskel-Skelett-Erkrankungen Spitzenreiter“, sagt Engels. Jetzt liegen sie mit 20,5 Prozent knapp hinter den psychischen Erkrankungen (21 Prozent) auf Platz zwei. Mit deutlichem Abstand (13,5 Prozent) sind Atemwegserkrankungen dritthäufigste Ursache für Fehltage. Sie sind laut Engels am stärksten zurückgegangen um mehr als 17 Prozent.

Ob tatsächlich mehr Menschen unter einer psychischen Erkrankung leiden als in den Vorjahren, lässt sich aus der DAK-Statistik allerdings nicht herauslesen, meint Prof. Michael Grözinger, Oberarzt der Privatambulanz, der Poliklinik und der Psychoonkologie der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Uniklinikum Aachen. „Manche psychische Erkrankung ist inzwischen entstigmatisiert, so dass möglicherweise heute eher als früher eine solche Erkrankung auch als Grund für die Arbeitsunfähigkeit angegeben wird. Das gilt etwa für Depressionen oder Angststörungen, nicht aber für Suchterkrankungen oder Schizophrenie“, sagt Grözinger. Es sei in manchen Fällen aber schwierig abzugrenzen, ob beispielsweise jahrelange Rückenschmerzen Grund für eine psychische Erkrankung sind oder ob eine psychische Erkrankung Grund für die Rückenschmerzen ist. „Das bedingt sich oft wechselseitig.“

Schlafstörungen hat sich die DAK bundesweit genauer angeschaut (wir berichteten). Zahlen für die Region Aachen gibt es dazu nicht. Michael Engels und Prof. Michael Grözinger gehen davon aus, dass hier wie andernorts die Zahl der Betroffenen langsam, aber stetig steigt. Ursächlich dafür seien arbeitsbedingte Risikofaktoren wie Schichtarbeit, wechselnde Arbeitszeiten, Überstunden, fehlende Pausen oder auch ein hohes Maß an Erreichbarkeit.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert