Corbijn-Schau sorgt für Besucherrekord

Von: Bert van Londenund Udo Kals
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Neue Schau im Kunst- und Kultu
Neue Schau im Kunst- und Kulturzentrum in Monschau: KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier (v. l.), Marta-Ausstellungskurator Dr. Thomas Niemeyer und Marta-Direktor Roland Nachtigäller knien vor einem Kunstwerk von Thomas Rentmeister. Foto: Bert van Londen/Stefan Schaum

Monschau. Rekorde haben im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion inzwischen nur noch eine sehr begrenzte Haltbarkeit.

Jubelte die künstlerische KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier im vergangenen Herbst über 9000 Besucher, die im 2004 eröffneten Haus an der Rur unter anderem Cartoons des Star-Zeichners Peter Gaymann sehen wollten, feiert der kleine Musentempel in der Monschauer Altstadt nun einen neuen Besucherrekord. Seit der Eröffnung Ende Juli haben die Schwarz-Weiß-Porträts des Fotografen Anton Corbijn von David Bowie, Johnny Cash, Michael Stipe und anderer Künstler fast 11.000 Menschen angelockt.

„So viele Besucher in so kurzer Zeit hat das KuK noch nie gesehen. Ich freue mich, mit der Schau offensichtlich ein breites Publikum weit über die Region hinaus angesprochen zu haben”, sagt die KuK-Leiterin und fügt an: „Als besonders positiv werten wir, dass 80 Prozent der Besucher speziell für diese Ausstellung nach Monschau gekommen sind. Die Hälfte davon aus den Niederlanden.” Und so ist der Publikumserfolg für Mika-Helfmeier Grund genug, die Schau bis zum 9. Oktober zu verlängern.

Doppelte Premiere

Parallel dazu ist seit dem Wochenende die Ausstellung „Die Unwahrscheinlichkeit des Augenblicks” zu sehen, die gleich eine doppelte Premiere für das Haus ist. Nicht nur, dass diese Schau zum ersten Mal Werke aus der Sammlung Marta Herford außerhalb des 2005 eröffneten Museums zeigt, sondern auch für das KuK eröffnet sich eine neue Facette seiner Ausstellungstradition. „Wir wollen zukünftig Räume auf der ersten Etage immer wieder einem Museum oder einer Sammlung widmen und sie so in die Städteregion holen”, schaut Mika-Helfmeier in die Zukunft. „Ich freue mich darüber, gerade mit Marta starten zu können. Denn für mich ist dieses Museum eines der interessantesten in ganz Nordrhein-Westfalen. Meine Faszination für das Marta-Museum würde ich gerne mit den KuK-Besuchern teilen.”

Dabei will sie einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft schlagen. 1970 wurde in Monschau unter Beteiligung von zahlreichen progressiven und jungen Künstlern ein aufsehenerregendes Land-Art-Projekt veranstaltet. Nach 40 Jahren spricht die Monschauer Politik in Bezug auf dieses Ereignis von der damaligen Aufbruchsstimmung, die nicht genutzt wurde. „Ja, vielleicht können kreative Projekte wie die Marta-Ausstellung an die damalige Aufbruchsstimmung anknüpfen”, hofft Mika-Helfmeier. Von entscheidender Wichtigkeit sei es jedoch, dauerhaft ein offenes Klima zu schaffen, „in dem Künstler willkommen sind und in dem Kunst sich nachhaltig entwickeln kann. Die Zauberformel heißt: Offenheit für die Auseinandersetzung und Sensibilisierung für das Thema Kunst.” Durch die präsentierte Auswahl werde nicht die alte Zeit beschworen, sondern eine eigene Offenheit, eine Neugier für Kunst gefördert und geschaffen.

Werke von 24 Künstlern

Roland Nachtigäller, künstlerischer Direktor des Marta-Museums, machte bei der Ausstellungseröffnung deutlich, dass die Kunst von heute dabei helfen kann, unser Leben von morgen sinnvoll und lebenswert zu gestalten. Marta-Ausstellungskurator Dr. Thomas Niemeyer betonte: Die „Unwahrscheinlichkeit des Augenblicks” präsentiere Werke von 24 Künstlern wie Robert Wilson, Nezaket Ekici und Robert Hutter aus der Sammlung Marta, „die den Geist des Museums mit seinem Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst mit einer besonderen Aufmerksamkeit für die Bezüge für Design und Architektur in einem poetisch beziehungsreichen Parcours widerspiegeln”. Die Schau im KuK bietet nicht nur interessante Einblicke in ein Museum und seine Sammlung, sondern holt ein breites Spektrum an Künstlern und Kunstwerken in die Städteregion.

Öffnungszeiten und weitere Informationen

Während die Porträtfotos von Anton Corbijn noch bis zum 9. Oktober ausgestellt sind, wird die Ausstellung „Die Unwahrscheinlichkeit des Augenblicks” bis zum 22. Dezember 2011 zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr.

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