Städteregion - Christiane Karl: „Kandidiere nicht als 1. Bürovorsteherin“

Christiane Karl: „Kandidiere nicht als 1. Bürovorsteherin“

Von: Jutta Geese
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Will Städteregionsrätin werden: die Sozialdemokratin Christiane Karl aus Eschweiler. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Ihre Kandidaten für den Städteregionstag haben die Sozialdemokraten schon Mitte Dezember nominiert. Offen blieb damals, wer für das Amt des Städteregionsrates kandidieren wird. Doch jetzt steht fest: Christiane Karl aus Eschweiler tritt gegen den Amtsinhaber von der CDU, Helmut Etschenberg, an.

Die 59-Jährige ist am Mittwochabend einstimmig von den SPD-Unterbezirksvorständen Aachen-Stadt und Aachen-Land nominiert worden. Offiziell zur Kandidatin gekürt werden soll sie bei der Wahlkonferenz der Sozialdemokraten am Freitag, 21. Februar, in Eschweiler.

„Für die Städteregion ist es ganz, ganz wichtig, Frauen in führende Positionen zu bringen“, sagt Karl Schultheis, SPD-Chef in Aachen. Mit seinem Kollegen im Altkreis, Martin Peters, sei er schnell einig gewesen, dass Christiane Karl die richtige Frau an der Spitze sei, „weil sie Erfahrung mit dem Städteregionstag und früher mit dem Kreistag hat“.

Das sei wichtig, „weil der Städteregionstag ein wenig anders tickt als ein Stadtrat“. Zudem hat Karl laut Schultheis die Städteregion in den vergangenen fünf Jahren als stellvertretende Städteregionsrätin „in hervorragender Weise repräsentiert, sie hat ihre Netzwerke genutzt und ist eine Ansprechpartnerin, die von allen anerkannt ist“. Für Martin Peters ist eines klar: „Unser Anspruch ist, dass dieses Amt gewonnen werden soll.“

Christiane Karl steht für „Erfahrung und Kompetenz“, unterstreicht Claudia Walther, Vize-Parteichefin in Aachen, die Karl aus der gemeinsamen Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) kennt. Karl ist seit 1997 Mitglied der SPD. Von 2001 bis 2011 war sie AsF-Unterbezirksvorsitzende im Altkreis. Zudem ist sie in der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD aktiv.

Im Jahr 2003 kam sie als Nachrückerin in den Eschweiler Stadtrat. Ein Jahr später wurde sie direkt in den Kreistag gewählt und im Jahr 2009 in den Städteregionstag, ebenfalls direkt. Sie ist Mitglied im Tourismus- und Kulturausschuss sowie im Ausschuss für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz. „Aber emotional sehe ich mich im Sozialausschuss“, sagt Karl und betont, sie setze ihre inhaltlichen Schwerpunkte als Spitzenkandidatin der SPD in den Bereichen „Arbeit und Bildung, und das in der Verknüpfung“. Ein wichtiges Anliegen ist der ausgebildeten Hebamme und Kosmetikern mit eigenem Studio dabei das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf – auch aufgrund eigener Erfahrungen,.

Skeptikern, die ihr fehlende Erfahrung in der Führung einer Verwaltung vorhalten werden, begegnet Christiane Karl selbstbewusst: „Ich kandidiere nicht als 1. Bürovorsteherin! Ich werde das Amt der Städteregionsrätin als strategischen Kopf der Verwaltung und politische Führung der Region interpretieren. Für die Leitung der Dezernate haben wir Dezernenten.“

Und: „Die Aachener Verwaltung ist auch nicht zusammengebrochen, als ein Malermeister Oberbürgermeister wurde.“ Die Städteregion brauche Visionen, Kreativität und ein klares Leitbild. „Wir müssen die Zukunft gestalten, ich möchte keine Verwalterin sein. Ich bin überzeugt, dass ich die Städteregion besser und kreativer darstellen kann, als es Herr Etschenberg aktuell tut.“ Das vor allem in Kooperation mit Björn Jansen, der in Aachen als Oberbürgermeisterkandidat der SPD antritt.

Bei der ersten Direktwahl des Städteregionsrates am 30. August 2009 siegte Helmut Etschenberg mit 91 505 Wählerstimmen (40,08 Prozent) vor dem SPD-Kandidaten Uwe Zink mit 65 911 Stimmen (28,87 Prozent) und dem Grünen-Kandidaten Dr. Thomas Griese mit 33 459 Stimmen (14,66 Prozent). Damals war derjenige gewählt, der die meisten Stimmen erhielt. Diesmal gilt: Der Sieger muss mehr als die Hälfte der Wählerstimmen auf sich vereinen, sonst gibt es eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Es könnte am 25. Mai also richtig spannend werden.

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