CDU-Kreisverband: Vorstand erhält Rückenwind für die nächsten zwei Jahre

Von: Michael Grobusch
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Der Vorstand des CDU-Kreisverbandes Aachen Land bleibt unverändert. Wiedergewählt wurden (v.r.) Hendrik Schmitz und Margareta Ritter (stellvertretende Vorsitzende), der Vorsitzende Axel Wirtz, Schatzmeisterin Josefine Lohmann und Marc Müller als weiterer Stellvertreter. Neben ihm steht Kreisgeschäftsführer Carsten Mannheims. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Am Ende des Tages war Axel Wirtz sehr zufrieden, und dafür gab es viele Gründe. Denn der alte und neue Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Aachen Land hatte bei seiner Wiederwahl mit einer Zustimmung von 91,3 Prozent nicht nur ein hervorragendes Ergebnis erzielt.

Der Parteitag lieferte vielmehr auch unabhängig von der ohne jegliche Misstöne vollzogenen Bestätigung des gesamten Vorstandes deutliche Belege dafür, dass sich die Christdemokraten in der Städteregion auf dem richtigen Weg sehen.

Da verwunderte es nicht, dass sich Wirtz im Roetgener Bürgersaal schon vor der ersten Abstimmung mit ausgesprochen selbstbewussten Worten an die Mitglieder und die 115 stimmberechtigten Delegierten richtete. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, eine richtige Kampftruppe“, lobte der Vorsitzende seinen Kreisverband, dem er ein erstklassiges Zeugnis ausstellte und weitere erfolgreiche Jahre versprach: „Die Zukunft wird unsere Handschrift tragen.“

Dies gelte nicht minder für die Vergangenheit und ganz konkret für die zurückliegenden 21 Jahre. Wirtz versäumte es in diesem Zusammenhang nicht, die Grünen als verlässlichen Koalitionspartner herauszustellen. „Es gibt auf der Ebene der Städteregion zu Schwarz-Grün keine Alternative“, bekräftigte er und stellte fest: „Die Fortsetzung dieser Koalition über das zwanzigste Jahr hinaus war die richtige Entscheidung. Die Arbeit ist vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen in der Region geprägt.“

Dass der CDU in Roetgen die gemeinsame Linie und die Geschlossenheit zwischenzeitlich abhanden gekommen waren, blieb beim Kreisparteitag allerdings auch nicht unerwähnt. Der örtliche Vorsitzende Stephan Speitkamp nutzte das „Heimspiel“, um den bereits im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl im September gescheiterten Björn Schmitz noch einmal den Rücken zu stärken. „An dir hat es nicht gelegen. Du hast mit bewundernswertem Einsatz einen sehr guten Wahlkampf geführt.“

Aufmunternde Worte gab es auch von Axel Wirtz: „Björn Schmitz hat über Monate gekämpft, sich inhaltlich top eingearbeitet und unzählige Termine wahrgenommen und mit den Bürgern gesprochen.“ Aber: „Zu tief saßen Frust und Hass bei den Leuten, die in der Aufstellungsversammlung unterlegen waren. Sie haben dann mit einer gezielten Kampagne gegen die eigene Partei gekämpft.“

Von derartigen Zuständen scheint der Kreisverband ganz weit entfernt zu sein. Allein das mit 80,5 Prozent im Vergleich zu ihren Kollegen etwas bescheidenere Ergebnis von Margareta Ritter kann als dezenter Ausdruck leichter Unzufriedenheit gedeutet werden. Das freilich wird die Monschauer Bürgermeisterin nicht davon abhalten, gemeinsam mit Marc Müller und Hendrik Schmitz den Kreis der drei Stellvertreter von Axel Wirtz zu bilden. Den geschäftsführenden Vorstand komplettiert Josefine Lohmann, die, ebenfalls für zwei weitere Jahre, als Schatzmeisterin gewählt wurde.

Und dann stand plötzlich Markus Söder im Mittelpunkt. Zwar wurde der bayrische Finanzminister in Roetgen weder gesichtet noch namentlich erwähnt. Doch mit einer zweiseitigen Erklärung zum Thema Flüchtlinge, die von der Versammlung am Ende einstimmig verabschiedet wurde, stellte sich der Kreisparteitag ganz eindeutig gegen die umstrittene Äußerung des CSU-Politikers und explizit „gegen die Verknüpfung von Terrorismus und Flüchtlingen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge“, unterstrich der Vorsitzende, der entsprechend der Formulierung der Erklärung ankündigte: Wir werden Kriegsflüchtlingen auch zukünftig vorbehaltlos helfen. Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern die Mörder in ihren Heimatländern, vor denen sie bei uns Schutz suchen.“ Wirtz rief zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. „Was uns bei der Griechenland-Hilfe gelungen ist, sollte uns erst recht bei dieser humanitären Katastrophe gelingen.“

Das sprach nicht nur die anwesenden Mitglieder, sondern auch Thomas Rachel an. Der parlamentarische Staatssekretär schlug vor, die Erklärung im Bezirksverband und möglicherweise auch auf Bundesebene einzubringen. Es passte zur Stimmungslage an diesem Abend, dass es auch hierfür eine breite Zustimmung gab.

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