Burg Frankenberg: Mit moderner Technik zurück in alte Zeiten

Von: Martina Stöhr
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Archäologische Ausstellung in Burg Frankenberg: Stadtarchäologe Andreas Schaub verspricht spannende Exponate samt aktueller Funde aus dem Elisengarten und von den Dom-Grabungen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. „Mal sehen, ob wir die Leute mit unserer Ausstellung auch mal in die Burg Frankenberg locken können”, sagt Aachens Stadtarchäologe Andreas Schaub und zeigt dann auch gleich die archäologischen Schätze, auf die die Bürger ab Mittwoch ein Auge werfen dürfen.

Der Enthusiasmus, mit dem er die einzelnen Fundstücke aus der Antike vorstellt, wirkt ansteckend, und der Betrachter beginnt eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Spätestens bei der dreidimensionalen Präsentation der Münstertherme ist die Illusion perfekt. Der Blick ins Innere des „Badetempels”, so wie er vor fast 2000 Jahren ausgesehen haben mag, ist wahrlich eindrucksvoll. Die Römer verstanden ganz offensichtlich einiges vom Spiel mit dem Licht - die Räume wirken hell und einladend und fast ein bisschen vornehm.

Schließlich kann sich der Betrachter virtuell auf die Reise begeben und die Therme von allen Seiten unter die Lupe nehmen, bis hin zu den Bauplänen. „Diese Präsentation ist ganz eindeutig das Kernstück unserer Ausstellung”, sagt Schaub. Offiziell eröffnet wird sie heute um 11 Uhr - passend zum Symposium „Technik und Kulturgeschichte der antiken Thermen”, bei dem Wissenschaftler aus der ganzen Welt in Aachen ihre Forschungsergebnisse vorstellen.

Wie Aachen in der Römerzeit ausgesehen hat, davon können sich die Besucher bis zum 26. April ein Bild machen. Neben Fundstücken auch aus dem Elisengarten erfahren die Besucher in der Burg, wie die Bücheltherme zur Zeit der Römer gestaltet war.

Ein tragischer Verlust

In den 1950er Jahren wurden deren Überreste bei Bauarbeiten an der Buchkremerstraße freigelegt - und dann vernichtet. Immerhin aber wurde ein Modell der Ausgrabungsstätte angefertigt, das deutlich zeigt, wie gut durchdacht solche Thermen waren. Das ausgeklügelte Versorgungssystem mit Fußbodenheizung und Wasserzulauf ist sehr gut zu erkennen. „Hätte man doch damals nur ein bisschen mehr Wert gelegt auf solche archäologischen Schätze”, sagt Schaub mit Bedauern.

Denn das, was dort verloren gegangen ist, sei ein weitaus tragischerer Verlust als der des viel kleineren Teils, der 2001 bei Bauarbeiten an der Buchkremerstraße freigelegt wurde und immerhin teilweise vor der Zerstörung bewahrt werden konnte. Dabei handelte es sich allein um das Badebecken, die Therme insgesamt war aber sehr viel größer.

Sorgsam sind die einzelnen Fundstücke in den Vitrinen dekoriert, die sich jeweils mit einem Thema beschäftigen. Mit den Göttern etwa, die die alten Römer anriefen, weil sie dann doch nicht auf das „Heilbaden” allein vertrauten, oder mit dem Thema „Schönheit”. Ausgestellt sind hier Utensilien der Körperpflege, Überreste von Schmuck und auch ein rekonstruierter Parfumflakon.

In einer anderen Vitrine gibt es allerlei Baumaterialen zu sehen, die zur Innendekoration der Thermen verwendet wurden, darunter ein roter Porphyr, das Baumaterial der Kaiser. Auch in Aachen scheinen es die Römer für die Innenausstattung der Thermen verwendet zu haben. Ein absoluter Luxusstein, wie Schaub meint. Das kleine Fragment sei sein Lieblingsstück unter den Funden.
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