Städteregion - „Bürgerpreis für Zivilcourage“ geht an mutige Lebensretter

„Bürgerpreis für Zivilcourage“ geht an mutige Lebensretter

Von: Joel Teichmann
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Markus Wacht (vorne, von links), Sinan Altunkaya, Mustafa Ahmad und Hasan Cheikh Masan haben den Bürgerpreis für Zivilcourage erhalten. Foto: Ralf Roeger

Städteregion. Eigentlich hätte der 3. Juni dieses Jahres ein gewöhnlicher Sommertag für Markus Wacht und Sinan Altunkaya werden können. Doch um etwa sechs Uhr morgens wandelte sich der normale Alltag in eine brenzlige Notsituation – und ein Mehrfamilienhaus in einen Brandort. Als sich dann mehrere Menschen in dem lichterloh brennenden Anbau bemerkbar machten, erreichte das Drama seinen Höhepunkt.

„Es sind oftmals Feuerwehrleute, die in solchen Situationen helfen“, meint Theo Steinröx, Ehrenamtsbeauftragter der Städteregion. Doch nicht in diesem Fall: Noch bevor die Feuerwehr nämlich eintraf, schnappten sich Wacht und Altunkaya diverse Hilfsmittel, um die Personen aus den Fenstern heraus zu befreien.

Was nach dem Drehbuch eines Actionfilms klingt, hatte sich genauso im Alsdorfer Blumenrath abgespielt. Die beiden Nachbarn wurden jetzt für ihre vorbildliche Rettungstat nun mit dem „Bürgerpreis für Zivilcourage“ von Städteregion und Stadt Aachen ausgezeichnet.

„Sie waren engagiert, couragiert und haben eigene Gefahr in Kauf genommen“, lobte Steinröx in seiner Laudatio. Seit 2010 wird der Preis alle zwei Jahre an engagierte Personen oder Initiativen vergeben. Denn der Bedarf an Zivilhilfe werde immer größer, erklärte die städteregionale Sozialdezernentin Edeltraud Vomberg in ihrer Begrüßungsrede. Als Beispiel nannte sie die zunehmende „Hate speech“, also Hasssprache im Internet.

Doch noch eine zweite Geschichte beeindruckte die Jury, bestehend aus Vertretern der Verwaltung von Stadt und Städteregion sowie politischen Vertretern aus dem Städteregionstag. Es war der 9. September 2017, als während des Lichterfestes im Kurviertel Burtscheid Hilferufe von einem Balkon ertönten – für Hasan Cheikh Hasan glücklicherweise unüberhörbar.

Dieser arbeitete zufällig in dem darunterliegenden Café seines Onkels Mustafa Ahmad. Als dann ein junger Mann aus dem Haus lief, zögerte Hasan nicht und hielt den Flüchtigen fest. Was er in diesem Moment nicht wusste: Es handelte sich um einen Mehrfachtäter auf der Flucht, der Monate zuvor im Pontviertel auf einige Doktoranden eingeschlagen hatte. Und auch den 80-jährigen Mann der um Hilfe rufenden Dame verschonte er nicht.

„Wer weiß, was er noch angestellt hätte?“, fragte sich Laudator Manfred Reinders, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Aachen. Für ihr uneigennütziges Verhalten wurden Hasan und Ahmad ebenfalls mit dem „Bürgerpreis für Zivilcourage“ ausgezeichnet. Das Kuriose an der Geschichte? Es war nicht das erste Mal, dass Café-Besitzer Mustafa Ahmad in eine brenzlige Situation geriet.

Bereits einige Zeit zuvor war er Zeuge eines Ladendiebstahls in der Schillerstraße geworden. Auch dort riskierte er sein eigenes Wohl, indem er den Dieb erfolgreich aufhielt und diesen bis zur Ankunft der Polizei in einen Nebenraum einschloss. Und wer in einem solch dramatischen Moment eine derartig gute Idee hat, der hat sich den Preis zweifellos verdient.

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