Bürgermeister stehen hinter Etschenberg

Von: Ernst Schneiders
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Nehmen Städteregionsrat Helmut Etschenberg gegen jede Kritik in Schutz (von links): Manfred Eis, Margareta Ritter und Karl-Heinz Hermanns.

Simmerath. Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sowie die Bürgermeister von Simmerath und Roetgen, Karl-Heinz Hermanns und Manfred Eis, haben am Nachmittag gemeinsam vor dem Brigida-Krankenhaus Städteregionsrat Helmut Etschenberg für dessen großes Engagement gedankt, das weit über berufliche Pflichten hinausgehe, und ihn gegen Angriffe aus den Reihen der FDP in Schutz genommen.

Margareta Ritter betonte, Kritik wie die aus den Reihen der Liberalen habe Helmut Etschenberg nicht verdient. Die FDP stelle es so dar, als hätten irgendwelche Verhandlungen im unverbindlichen Raum stattgefunden. Deshalb sei es umso wichtiger, die Verbundenheit der Menschen in der Eifel mit der Verhandlungskommission der Städteregion zu unterstreichen und deren großem Einsatz den gebührenden Respekt zu zollen.

Es sei bedauerlich, so Roetgens Bürgermeister Manfred Eis, dass die Probleme bei den Vertragsverhandlungen zwischen Städteregion und Maltesern noch nicht vollends aus dem Weg geräumt werden konnten. Eis: „Anstatt jetzt aber alle Kräfte zu bündeln, werden Personen beschädigt. „Diese Kritik ist völlig haltlos und deplaziert.”

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns hält die Kritik an Helmut Etschenberg für „unangemessen und nicht zielführend”. Durch die Kritik der FDP werde der Eindruck erweckt, es werde zwar verhandelt, jedoch ohne ein Ergebnis zu erzielen. Hermanns: „Wenn es jemandem gelingt, die Zukunft des Simmerather Krankenhauses zu sichern, dann ist es Helmut Etschenberg!” Am Montagabend hätten Städteregion und Malteser erneut zusammengesessen. Was an Informationen zu ihm durchgedrungen sei, lasse ihn hoffen, „dass es Mitte nächster Woche ein Ergebnis gibt”.

Erich Kogel aus Simmerath, Mitglied im Komitee „Rettet das Krankenhaus” hat unterdessen als Privatmann, nicht im Namen des Komitees, den Kölner Kardinal Joachim Meisner angeschrieben und inzwischen von der Pressestelle der Erzbistums Antwort erhalten.

Kogel hält dem Kardinal vor, mit seiner starren Haltung in Sachen Abtreibungsverbot mit dem „Leben von Tausenden Menschen zu spielen”. Für viele Bürger aus dem Eifel sei das nächste Krankenhaus fast 50 Kilometer entfernt. Sollte es das Simmerather Krankenhaus nicht mehr geben, müssten die Kranken weite Wege auf sich nehmen. Sollte auch nur ein Mensch zu Tode kommen, weil der Transport ins nächste Krankenhaus zu weit war, „dann ist das auch Mord, den Sie dann aber zu verantworten haben”. Kogel ist sich sicher, dass es bei einer Schließung des Krankenhauses wegen eines Vetos aus Köln „in der noch katholischen Eifel zu massiven Kirchenaustritten kommt”.

Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistums Köln, versucht in seiner Antwort den Ball flach und den Kardinal aus der Schusslinie zu nehmen. Im Einklang mit seiner Verantwortung als katholischer Bischof habe Joachim Kardinal Meisner „gewünscht”, dass in Simmerath auch in Zukunft keine Abtreibungen vorgenommen werden.

Heckeley geht ins Details: Es handele sich nicht um eine „harte Vertragspflicht” im Hauptvertrag, sondern um eine „nicht sanktionierte Verpflichtung” in einer Vereinbarung außerhalb des eigentlichen Vertragswerks. Heckeley: „Es ist also in erster Linie Sache des Erwerbers, wie er diese zusätzlich Verpflichtung auffasst.”

Weitergehende Rechte über den Verkaufstag hinaus seien nicht vorgesehen. Deshalb betont Heckeley: „An dieser Forderung von Kardinal Meisner kann der Kaufvertrag nicht scheitern. Deshalb ist es auch für uns ganz unverständlich, wieso die Städteregion Aachen das Krankenhaus mit seinen Arbeitsplätzen aufs Spiel setzt. Denn hierfür gibt es keinen Anlass.”

Noch am 28. Juni, so schreibt Erich Kogel, habe Karl Prinz zu Löwenstein, Geschäftsführer der Malteser Trägergesellschaft, mitgeteilt, dass ohne verbindliche Vereinbarung zum Verzicht auf Abtreibung keine Zustimmung vom Erzbischof in Köln zum Verkauf zu bekommen sei.
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