Biografie: Was Schulz zu dem gemacht hat, was er heute ist

Von: Rolf Hohl
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Bei der Lesung in Würselen: Pappkamerad Schulz, Doris Harst, Martin Häusler und Achim Großmann (v.l.). Foto: Rolf Hohl

Würselen. Kann eine Lesung noch neue Erkenntnisse bringen, wenn ein Großteil des anwesenden Publikums den Protagonist schon seit Jahrzehnten persönlich kennt? Der Journalist und Autor Martin Häusler hat genau das am vergangenen Freitagabend versucht, als er in Würselen sein Buch „Verstehen Sie Schulz“ über den berühmtesten Bürger der Stadt vorstellte: Martin Schulz.

In weiten Teilen gelang ihm das auch, was vor allem mit seinem ganz eigenen Ansatz zu tun hat, mit dem er an das mittlerweile nicht mehr ganz so unbekannte Leben des SPD-Kanzlerkandidaten heranging.

Häusler hat zwar – wie für Biografien üblich – sowohl mit Schulz selbst, wie auch mit Familienmitgliedern, Freunden und Kritikern dessen gesprochen. Immer wieder stellt er aber die Geschichte der Familie Schulz den wissenschaftlichen Expertisen von Psychologen gegenüber. Das Ziel dabei: Häusler versucht so, in der Historie jene Elemente herauszukristallisieren, die Schulz zu dem gemacht haben, was er heute ist. „Das Buch ist eine Art Destillat der Geschichte der Familie Schulz geworden“, sagte er.

Diese beginnt bereits lange vor der Geburt von Martin Schulz, nämlich nach der Befreiung Würselens im Jahr 1944. Erst elf Jahr später kam dieser dann zur Welt und schon zwei Tage danach starb sein Großvater. Ein Ereignis, das den späteren Buchhändler und Politiker prägte, weil damit ein „Familienauftrag“ auf Schulz und seine Geschwister überging, etwas aus ihrem Leben zu machen, so Häusler.

Auch das Politische hielt früh Einzug in die Familie, was vor allem von der Mutter befeuert wurde. „Obwohl sie eher eine Konservative war, hat sie zugelassen, dass all ihre Kinder Sozis wurden“, erinnerte sich Doris Harst, die Schwester von Schulz.

In dieser Zeit, in der am Küchentisch über Politik debattiert wurde, gesellte sich bald auch Achim Großmann dazu, bis heute einer seiner engsten Freunde. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete erinnerte sich jedoch, dass Schulz ihm zu Beginn kaum aufgefallen war und er eher wegen dessen Geschwister oft dort zu Besuch war. „Martin war als jüngstes der Geschwister eigentlich kaum präsent, weil er nicht in unserem Alter war. Gerade deshalb hat er vermutlich besonders energisch versucht, sich durchzusetzen.“

Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was Schulz zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist, bleibt das Buch jedoch in den psychologischen Ansätzen stecken. Nichtsdestotrotz, so sagte seine Schwester Doris Harst, hätten Häuslers Recherchen einige Erkenntnisse aus der Familiengeschichte hervorgebracht, die vergessen oder ihr noch gar nicht bekannt gewesen seien. Und das wiederum machte das Buch an dem Abend dann doch für viele kaufenswert, auch wenn sie „den Martin“ schon fast alle kennen.

Selbst über die Stadt gebe es noch einiges zu erfahren, versicherte der Autor zum Schluss: „Da ist auch ein Stück Heimatgeschichte von Würselen drin.“

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