Städteregion - Billiganbieter sollen ihre Kalkulationen offenlegen

Billiganbieter sollen ihre Kalkulationen offenlegen

Von: Naima Wolfsperger
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87 Prozent der Handwerksbetriebe stufen ihre Geschäftslage als gut bis befriedigend ein.

Städteregion. Auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft haben Geschäftsführer Herbert May und Städteregionsrat Helmut Etschenberg zufrieden auf das Jahr 2014 zurückgeblickt: „Auslastung, Aufträge und Investitionen sind leicht gestiegen, es konnte auch wieder mehr Personal eingestellt werden,“ stellte May fest.

Die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen zum Ende des dritten Quartals bestätigt diese Einschätzungen, 87 Prozent der Handwerksbetriebe stufen ihre Geschäftslage als gut bis befriedigend ein. Eindeutiger Gewinner ist das Bauhauptgewerbe, mit 91 Prozent positiven Rückmeldungen.

May freut sich über diese Zahlen, trotzdem betont er für 2015 die Parole des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks: „Nicht debattieren, sondern installieren!“ Vielleicht eine Anspielung darauf, dass er bereits beim Neujahrsempfang im vergangenen Jahr die Energieeffizienzprogramme durch steuerliche Förderung unterstützt sehen wollte.

Laut Beschluss der Bundesregierung sollen alle Gebäude bis 2050 klimaneutral gestaltet sein. In der Bundesrepublik müssen dafür etwa 500.000 Heizkessel erneuert werden. Die Kosten für Unternehmer und Hauseigentümer könnten aber deren Kreditrahmen sprengen, so May, der im Bereich der Energieeffizienz die größten Einsparpotenziale sieht – und das „nicht nur im privaten Sektor, gerade auch in Betrieben, in den Kommunen, eigentlich in fast jedem Gebäude sind Einsparmöglichkeiten vorhanden“.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht in der Auftragsvergabe bei öffentlichen Bauvorhaben: „Die Auftragsvergabe an den billigsten Anbieter ist nicht immer die beste Lösung!“ In der Planung müsse etwas geändert werden, fordert May, und schlägt vor, dass Billiganbieter, deren Kostenvoranschlag zehn Prozent unter dem der Konkurrenz liege, ihre Kalkulationen offenlegen müssten. Der öffentliche Auftraggeber schulde den Bürgern eine bessere Prüfung.

May und Etschenberg plädieren für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Für das Handwerk gelte vor allem, dass die Menschen ausbildungswillig sind, „egal welcher Nationalität und welchen Glaubens“, betont May. Ausbildung, Bildung im allgemeinen, ist ein Schwerpunkt auf den sich Etschenberg in diesem Jahr besonders konzentrieren will. „Es geht vor allem um die Qualität der Bildung. Bei gegebener Haushaltslage muss geprüft werden, wo Einsparungen gemacht werden können, um diese zu erhöhen.“

May schätzt das Jahr 2015 positiv ein, hofft aber auf eine bessere Berücksichtigung regionaler Betriebe und formuliert als Motto: „Gemeinsam sind wir stark – in der Region, für die Region!“

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