Städteregion Aachen - Bildungsbüro wird seine Arbeit fortsetzen

Bildungsbüro wird seine Arbeit fortsetzen

Von: Jutta Geese
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Kleine Forscher: In Ferienakademien werden Grundschüler spielerisch an naturwissenschaftliche Themen herangeführt. „Der Traum vom Fliegen“ ist in diesem Jahr das Thema, mit dem sich 150 Kinder in Aachen, Alsdorf, Eschweiler und Baesweiler beschäftigen werden.

Städteregion Aachen. Nach dem „Pisa-Schock“ im Jahre 2001 haben sich bundesweit viele Kommunen und Kreise aufgemacht und sich bildungspolitisch stärker engagiert. Viele haben auch inhaltlich Einfluss genommen. Doch es gibt kaum eine Region, die sich dabei so breit aufgestellt hat wie die Aachener.

Das bestätigten am Montag Experten wie der Bildungsforscher Prof. Hans-Günter Rolff (Dortmund), Klaus Hebborn vom Deutschen Städtetag oder Cornelia Stern vom NRW-Schulministerium den Verantwortlichen bei der städteregionalen Bildungskonferenz im Alten Kurhaus in Aachen. Bei der Tagung ging es – fünf Jahre nach Gründung des Bildungsnetzwerkes und ein Jahr vor Beendigung des Bundesprogramms „Lernen vor Ort“ – sowohl um eine Zwischenbilanz als auch um Perspektiven für die Zukunft.

Die Erwartungen an das Bildungsnetzwerk, in dem Akteure aus allen zehn Kommunen und den Bereichen Kita, Schule, Jugendhilfe, Verwaltung, Wirtschaft und außerschulische Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, waren groß beim Start vor fünf Jahren. Dass im Laufe der Jahre immer mehr Partner zum Bildungsnetzwerk stoßen, ist laut Städteregionsrat Helmut Etschenberg ein Beweis für die erfolgreiche Arbeit auf dem Weg hin zur Schaffung von Chancengleichheit in der Region. „Uns und den Bürgermeistern ist aber auch wichtig, dass messbare Erfolge erzielt werden: weniger Schulabgänger ohne Abschluss, weniger Studienabbrecher, höhere Bildungsabschlüsse, weniger Menschen, die auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind.“

Mit Blick darauf, dass dies in so kurzer Zeit noch nicht erreicht sein kann und dass daran auch nach Auslaufen des millionenschweren Förderprogramms „Lernen vor Ort“ im kommenden Jahr weiter gearbeitet werden muss, versprach Etschenberg gestern den Akteuren des städteregionalen Bildungsnetzwerkes: „Wir werden die Ziele im Auge behalten. Und das Bildungsbüro wird Sie weiter dabei unterstützen. Ich setze mich persönlich für eine vernünftige personelle Ausstattung ein.“ Aus der Bürgermeisterkonferenz kommen laut Etschenberg ebenfalls positive Signale, aus dem Städteregionstag fraktionsübergreifend auch. „Der Haushaltsentwurf der Städteregion für 2014 wird dazu auch tatkräftige Aussagen machen.“

Der Blick von außen auf das städteregionale Bildungsnetzwerk ist einer voller Anerkennung für die Akteure auf allen Ebenen. „Von Aachen kann man sehr viel lernen“, erklärte etwa Prof. Rolff. Etwa, wie man das typisch deutsche „Zuständigkeitsdenken“ überwindet, die Trennung zwischen Staat und Kommunen. Oder wie man interkommunale Zusammenarbeit organisiert – für Hebborn ein entscheidender Faktor für das Gelingen von Bildungsnetzwerken. „Hier ist es zudem gelungen zu vermitteln, dass Bildung mehr ist als Schule, und man hat Jugendhilfe, Wirtschaft und Kultur eingebunden.“ Nicht zu unterschätzen sei auch „der menschliche Faktor“, sprich: das Engagement und Interesse vieler. Denn neben Strukturen wie dem Bildungsbüro mit Lenkungskreis und Arbeitsgruppen „braucht es Menschen, die das alles professionell und mit Herzblut umsetzen“. Und davon gibt es in der Städteregion viele, wie Cornelia Stern bestätigte: „Es ist immer wieder beeindruckend, auf wie vielen Schultern hier die Verantwortung liegt.“ Auch, wie viel hier „inhaltlich gestemmt wird“, wie Walter Woltery von der Kölner Bezirksregierung betonte, vor allem, aber nicht nur in der Mint-Förderung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). „Die propagiere ich, weil sie überlebenswichtig für unser Land ist.“

Beeindruckende Erfolge

Tatsächlich sind die Erfolge beeindruckend. Bislang haben über 15.000 Menschen an Fortbildungs- und Infoveranstaltungen des Bildungsbüros teilgenommen. Fast 140 Erzieherinnen haben sich für die Mint-Förderung fortgebildet. 80 Bildungsberatungslotsen und zehn Bildungsberaterinnen helfen Bürgern, die eine berufliche Aus- oder Weiterbildung suchen. Schulentwicklungsbegleiter haben 30 Schulen dabei unterstützt, sich zukunftsfähig aufzustellen. In Ferienakademien werden Grundschulkinder spielerisch an die Mint-Fächer herangeführt. Beim Übergang von der Kita in die Grundschule, von dort in eine weiterführende Schule und letztlich in den Beruf arbeiten die Akteure eng zusammen. 1500 Jugendliche haben Angebote zur Beteiligung genutzt. Und 40.000 Kinder haben von einem der 80 Angebote außerschulischer Lernorte wie Theater im Rahmen der Bildungszugabe der Städteregion profitiert.

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