Bildungsbüro: Politik machen nicht nur „die da oben“

Von: Jutta Geese
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Haben Spaß an Politik und wollen andere junge Leute davon überzeugen, dass es sich lohnt, sich einzumischen: Vera Kaim (l.) und Pia Kraushaar absolvieren ihr freiwilliges soziales Jahr im Bildungsbüro. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Gleich nach dem Abitur zu studieren, war für Pia Kraushaar aus Stolberg und Vera Kaim aus Aachen keine Option. Sie wollten erst einmal etwas anderes machen, ehe sie sich endgültig für eine Studienrichtung entscheiden. Jetzt gehören sie ein Jahr lang zum Team des städteregionalen Bildungsbüros, genauer: zur Koordinationsstelle Jugendpartizipation.

Dort leisten sie ein freiwilliges soziales Jahr im politischen Bereich ab, das seit einigen Jahren im Bildungsbüro angeboten wird. Dass sie ein politisches Jahr einlegen würde, stand für Pia Kraushaar dabei außer Frage. „Ich bin seit 2014 in der Bezirksschülervertretung aktiv gewesen, da habe ich jede Menge Politik gemacht“, erzählt sie. Die Arbeit im Bildungsbüro jetzt sei eine andere, aber „ich bin mir sicher, dass mir das Spaß macht“.

Sie hat bisher die Bezirksschülervertretung (BSV) im Jugendhilfeausschuss der Städteregion vertreten und hat dabei die Erfahrung gemacht, dass „die Politiker uns ernst nehmen und man etwas bewegen kann“. Für viele ihrer Altersgenossen sei Politik eher kein Thema, sagt Pia Kraushaar. „Sie haben aber auch nicht auf dem Schirm, was alles möglich ist und dass Politik eben nicht nur in Berlin, sondern ganz konkret vor Ort gemacht wird. So gut wie alles läuft über Politik“, sagt sie.

Ähnliche Erfahrungen hat Vera Kaim gemacht. Sie war zwar nicht so lange wie Pia Kraushaar in der Bezirksschülervertretung aktiv, stieg erst im vergangenen November dort ein. „Aber es hat mich total fasziniert, was alles möglich ist und wie viel Einfluss wir als Jugendliche nehmen können.“ Jetzt möchte sie zusammen mit Pia Kraushaar und Florian Weyand, dem erfahrenen studentischen Mitarbeiter in der Koordinationsstellen, junge Leute motivieren, sich politisch zu engagieren.

Sie wollen die Schülervertretungen noch stärker vernetzen, Veranstaltungen zu relevanten Themen wie jetzt zur Bundestagswahl organisieren und Jugendliche unterstützen, die Projektideen haben. „Ich sehe unsere Arbeit als Chance zu vermitteln, dass Politik nicht ‚die da oben‘ machen, sondern jeder dazugehört.“

Als die „Stimme der Jugend“ in der städteregionalen Politik verstehen sich Pia Kraushaar und Vera Kaim aber nicht. „Wir werfen aber einen anderen Blick auf bestimmte Themen und bringen unsere Meinung in die Politik ein“, meint Pia Kraushaar. Beispielsweise in Gremien, in denen über den Übergang von der Schule in den Beruf geht oder in denen es um Maßnahmen des Jobcenters für arbeitslose Jugendliche geht.

„Wenn wir auch nur einen Teil der Begeisterung, die Pia und Vera rüberbringen, auf andere übertragen können, dann haben wir erreicht, was wir wollen“, sagt Dr. Sascha Derichs. Der Leiter des städteregionalen Bildungsbüros ist sich ziemlich sicher, dass es gelingen wird. „Jugendliche können Jugendliche am besten davon überzeugen, dass Partizipation alles andere als trocken ist.“ Und er fügt hinzu, dass das Bildungsbüro insgesamt bei allen Themen „einen sehr großen Mehrwert“ durch die jungen Leute im Team erfahre.

Für sich persönlich wünschen sich Pia Kraushaar und Vera Kaim, dass sie in dem Jahr selbstständiger arbeiten lernen, selbstverantwortlich und selbstsicher werden. „Das können wir euch versprechen“, sagt Sascha Derichs. „Ihr werdet in dem Jahr geschult werden in Teamarbeit, Organisation, Projektarbeit und – ganz wichtig – Kommunikation, und das alles neben all den inhaltlichen Dingen.“

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