Bildungsangebote für Flüchtlinge besser vernetzen

Von: Jutta Geese
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Städteregion. In Sachen Bildung zieht die Region seit vielen Jahren an einem Strang. Und das tut sie auch jetzt, da es um die Integration von Flüchtlingen in Kitas und Schulen, Hochschulen und duale Ausbildung geht.

„Es war eine kluge Entscheidung von Stadt und Städteregion Aachen, ein gemeinsames Bildungsbüro einzurichten“, stellte Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Mittwoch wieder einmal fest. Der Anlass diesmal: Thomas Rahel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), überbrachte einen Förderbescheid über 411.000 Euro für das Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“.

Mit dem Geld werden zwei Jahre lang vor allem drei Vollzeitstellen für Koordinatoren finanziert. Deren Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Angebote der Bildungseinrichtungen für Flüchtlinge in den zehn Kommunen besser aufeinander abgestimmt werden und dass eventuell vorhandene Angebotslücken geschlossen werden.

Dazu müssen sich Nadine Ogiolda, Ricarda Albrecht und ab Januar Jan Röder als Dritter im Bunde erst einmal einen Überblick darüber verschaffen, was es schon an Sprachförder- und Integrationskursen, an Projekten in Kitas und Schulen oder Initiativen der Wirtschaft gibt.

Und da gibt es schon eine Menge, sagt der städteregionale Bildungsdezernent Markus Terodde: „Wir haben tolle Angebote, die aber nicht jeder kennt. Vernetzung ist ungeheuer wichtig. Und alle Maßnahmen zur Integration der uns zugewiesenen Flüchtlinge, die dauerhaft bleiben werden, müssen gut koordiniert werden.“

Rund 11 000 Flüchtlinge in der Städteregion brauchen solche Angebote, erklärte Etschenberg. „In Zeiten, in denen es schwierig ist, über Flüchtlinge zu reden, sage ich deutlich: Bürgerkriegsflüchtlinge haben Anspruch darauf, von uns aufgenommen zu werden, und sie haben einen Anspruch darauf, eine Perspektive aufgezeigt zu bekommen. Und wir müssen uns bewusst machen, dass wir auf Zuwanderung angewiesen sind.“

Die Chancen, die Flüchtlinge bedeuten, zu sehen, stellte auch Susanne Schwier, Beigeordnete der Stadt Aachen, in den Mittelpunkt. Und sie betonte: „Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber in aller Regel sind die Flüchtlinge hoch motiviert und wollen lernen.“ Sie habe aber auch festgestellt, dass Integration „Kärrnerarbeit“ sei, dass viel Überzeugungsarbeit nötig sei, um Vorbehalte aufzubrechen.

Auch die Bildungsverantwortlichen in den neun Altkreiskommunen seien froh, dass der Bund die Koordinierungsstelle fördere, erklärte der Stolberger Beigeordnete Robert Voigtsberger stellvertretende für seine Kollegen. „Bildung ist ein wichtiger Beitrag zur Integration, und Integration findet vor Ort in den Kommunen statt.“ Die drei Koordinatoren sollten „ganz nah dran an den Kommunen“ sein und aufzeigen, „was es wo für wen gibt“, wünschte er sich. Dabei gehe es auch darum, voneinander zu lernen und Synergien zu nutzen.

Die Städteregion ist nach Auffassung von Thomas Rachel in Sachen Bildung richtig gut unterwegs, habe mit dem Bundesprogramm „Lernen vor Ort“ gute Erfahrungen gemacht. Die notwendigen Kommunikationsstrukturen seien vorhanden, es gebe eine Reihe von Arbeitskreisen unter Einbeziehung außerschulischer Partner, auf die Förderung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) werde Wert gelegt. All das „verfolgen wir in Berlin aufmerksam“.

Das neue Projekt sei zwar erst mal nur auf zwei Jahre angelegt, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt (Alsdorf), aber es sei längerfristig nötig. Dafür werde er sich nach der Bundestagswahl stark machen. Das hörte Etschenberg gern – und er meldete gleich das Interesse der Städteregion an weiterer Förderung an.

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