Städteregion - Bessere Sportförderung: Regiosportbund steht in den Startlöchern

Bessere Sportförderung: Regiosportbund steht in den Startlöchern

Von: Michael Grobusch
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Junge Sportler und ehrenamtlich tätige Übungsleiter sollen stärker als bisher von der Städteregion gefördert werden. Das sehen die neuen Richtlinien vor, die zum 1. Januar 2017 für den Altkreis Aachen in Kraft treten. Foto: Imago/JOK
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Ist mit der neuen Regelung sehr zufrieden: RSB-Präsident Klaus Offergeld. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Die neue Form der Zusammenarbeit wird erst am 9. Januar besiegelt. Dann wollen Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Klaus Offergeld mit ihrer Unterschrift auch offiziell ein neues Kapitel der Sportförderung in der Städteregion aufschlagen.

„Die Regelung gilt in der Praxis aber selbstverständlich bereits ab dem Jahresbeginn“, versichert der Präsident des Regiosportbundes Aachen, der fortan – zunächst begrenzt auf die kommenden vier Jahre – eine wichtige Aufgabe von der städteregionalen Verwaltung übernimmt und sich um die Antragsbearbeitung und Auszahlung der Sportfördermittel für den Bereich des Altkreises Aachen kümmert.

Damit wird Punkt 22 aus dem Strukturkonzept umgesetzt. Er liefert ein Beispiel dafür, dass das 55-seitige Papier, das Helmut Etschenberg der Politik im vergangenen Sommer vorgelegt hat, aus gutem Grund nicht den Namen „Sparkonzept“ trägt. Denn von einer signifikanten Kostenreduzierung kann im vorliegenden Fall sicherlich keine Rede sein. Natürlich, und das wurde im Kreise der Politik vor der letztlich einstimmigen Entscheidung im Städteregionstag auch mehrfach erwähnt, darf man das sprichwörtlich gern bemühte Kleinvieh nicht außer Acht lassen. Doch mehr als um einen finanziellen Fortschritt im Sinne der Haushaltskonsolidierung geht es hier um eine strukturelle Veränderung. Oder, wie es Klaus Offergeld sagt: um eine „Win-Win-Situation“.

Personalkosten sinken leicht

Die wird nach Überzeugung des Präsidenten geschaffen, weil einerseits die Städteregion im Bereich der Sportförderung jährlich 2300 Euro an Personalkosten einsparen kann und andererseits der Sport zwischen Baesweiler und Monschau durch die Aufgabenübertragung an den Regiosportbund gestärkt werde: „Das ist ein weiterer Schritt dahin, dass sich der Sport selbst organisiert und verwaltet.“

Offergeld sieht darin eine deutliche Verbesserung, zumal die organisatorische Veränderung auch mit einer inhaltlichen einhergehen wird. „Wir wollen weg vom Prinzip der Gießkanne und hin zu einer stärker projektbezogenen Förderung“, erklärt der Präsident den auch von Politik und Verwaltung uneingeschränkt unterstützten Ansatz. Um neue Schwerpunkte setzen zu können, mussten Einschränkungen an den bestehenden Regelungen vorgenommen werden. Schließlich wird das Jahresbudget nicht erhöht. Im Gegenteil: Mit den gewährten 119.500 Euro (2016: 122.500 Euro) muss auch der personelle Aufwand beim Regiosportbund in Höhe von 6900 Euro abgedeckt werden.

Der pauschale Pro-Kopf-Zuschuss für jedes jugendliche Vereinsmitglied wird deshalb ab 2017 nur noch 2,25 (statt 2,75) Euro betragen. In der Summe stehen für diesen Bereich 55.000 Euro zur Verfügung – 22.000 Euro weniger als 2016. Allerdings wurden die Mittel nach Aussage von Klaus Offergeld bis dato ohnehin nie ausgeschöpft. Gefördert wird auch weiterhin die Anschaffung von Sportgeräten und Geräten für die Vereinsarbeit. In diesem Topf werden 26.000 Euro (2016: 45.500 Euro) sein.

Spielraum für neue Optionen

Damit wird Spielraum geschaffen für neue Optionen. Die neuen Richtlinien rücken vor allem die Aus- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Übungsleitern mehr in den Fokus. Das spiegelt den Anspruch des Regiosportbundes wider, dass die Vereine ein möglichst hoch qualifiziertes Angebot unterbreiten sollen. 14.000 Euro stehen hierfür fortan pro Jahr zur Verfügung. Außerdem gibt es zukünftig eine Talentförderung (2000 Euro), die für bei überregionalen Wettkämpfen startende Jugendliche vorgesehen ist. Unterstützt werden soll zudem das „junge Ehrenamt“ mit insgesamt 3600 Euro. Bis zu drei Stipendien können an junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren vergeben werden, die in ihrem Verein oder Verband eine „ehrenamtliche Schlüsselposition“ haben.

Und schließlich soll dem demografischen Wandel Rechnung getragen werden. In den Richtlinien ist das unter der Überschrift „Experimentierbereich“ aufgeführt, was wohl so zu deuten ist, dass die verfügbaren 12.Re000 Euro nicht alleine für die erwähnte Förderung von Fusionen und Kooperationen verausgabt werden sollen bzw. müssen. Es kommen auch „zukunftsweisende Projekte“ in Frage, die im Kinder- und Jugendbereich initiiert werden.

Man darf gespannt sein, was sich daraus entwickelt. Klaus Offergeld jedenfalls hofft auf „ganz viele Anträge“. In diesem Sinne will der Regiosportbund die Vereine verstärkt auf die Möglichkeiten aufmerksam machen, die die Sportförderung gerade unter den neuen Vorzeichen bietet. Am 30. September kann eine erste Bilanz gezogen werden. Dann endet in allen Bereichen die Antragsfrist für 2017.

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