Benno Werth: Mit explosiver Schaffenskraft zahlreiche Werke kreiert

Von: Manfred Kutsch
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Trotz Krankheit ist seine Kreativität ungebrochen: Benno Werth. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Ein international Großer seiner Zunft stellt in seiner Heimatstadt Aachen aus - und schreibt damit gleichzeitig ein ungewöhnliches Kapitel über den Kampf gegen Krankheit, über Disziplin und die künstlerische Entschlossenheit, „keinen Schlussstrich unter meine Bilder und Skulpturen zu ziehen”.

Im Gegenteil: Seit seinem Schlaganfall vor zwei Jahren und neun Krankenhausaufenthalten explodierte förmlich die Schaffenskraft von Professor Benno Werth, entstanden Dutzende neuer Gussformen und nuancenreicher Farberlebnisse in Öl.

Zu verdanken hat der 81-Jährige dies auch seiner Lebensgefährtin Professor Gisela Engeln-Müllges, die dem in Riesa geborenen Bildhauer und Maler im Atelier stets assistiert. „Er hat zwar Probleme mit der Wortfindung, und auch sein Gedächtnis hat gelitten, aber nicht seine enorme Kreativität”, sagt die langjährige Prorektorin der FH Aachen, heute unter anderem Vorsitzende des Hochschulrates der FH Münster sowie Vorstandssprecherin der Initiative Aachen.

Benno Werth selber sagt ganz offen: „Ich nutze die Zeiten, in denen ich mich gut fühle, die Krankheit pfuscht sich halt immer dazwischen.” Sagt es, streicht sich durch seine graue Haarmähne, blickt seine Partnerin erwartungsvoll an und bringt es dann aber selber auf den Punkt: „Ich habe wirklich viel gearbeitet.”

Wer kürzlich die Vernissage in der Aachener „Galerie 45” unter Federführung von Renate Hoffmann erlebte, wird das unterstreichen: Intuition, Gefühle und Improvisation fließen in seine Skulpturen und vor allem Gemälde machtvoll ein. Das Bild „Ausschüttung des Geistes” lässt das Spiel farblicher Kräfte so grenzenlos erscheinen wie sein Werk „Der Frühlingsregen”. In dem Gemälde „Die Sitzende” hockt eine Frau erschöpft aber gelassen in himmelblauen Hemisphären. Staunend und eingenommen lassen sich die Betrachter einfangen und ihre Phantasie schweifen. Der Künstler gibt ihnen viel Spielraum zur persönlichen Entschlüsselung: „Wichtig dabei ist, dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen.”

Bislang weit über 110 Mal in elf Ländern hat Benno Werth in seinem Leben ausgestellt, vertreten auf den Biennalen in Italien und Mexiko, in Galerien von Paris über Kopenhagen bis Porto. In seiner Geburtsstadt Riesa ist im Stadtmuseum eine Dauerausstellung zu sehen.

Die Nachfrage nach seinen Werken stieg in beiden Jahren seiner Erkrankung kontinuierlich. „Wir können all den Einladungen beim besten Willen nicht nachkommen”, sagt Gisela Engeln-Müllges. Umso mehr darf sich Werths Heimatstadt Aachen freuen, sich von den aus vielen persönlichen Spannungsfeldern entstandenen Werken „entführen” zu lassen.

Am Wochenende ist der Künstler anwesend

Die Ausstellung von Benno Werth in der „Galerie 45”, Ludwigsallee 45 in Aachen, ist bis 20. Februar zu sehen: donnerstags und samstags 14 bis 19 Uhr, sonntags 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. An den Wochenenden ist Werth von 15 bis 17 Uhr vor Ort.

Bei der Finissage am Sonntag, 20. Februar, spricht die Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising über „Form und Farbe, das Wechselspiel bei Benno Werth” (14 Uhr). Ferner spielt Professor Marcus Baumann am Klavier sowie Kalle Radermacher am Bass (15 Uhr).

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