Beim Konzert gegen Rechts bleibt alles friedlich

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
fight-bild
Mit Musik und Worten gegen rechte Gedanken und Gewalt: Die Kölner „Microphone Mafia” war eine von vier Bands, die bei „Fight Fascism” Stellung bezogen. Foto: D. Müller

Stolberg/Kreis Aachen. „Unsere Macht sind nicht die Fäuste, sondern Worte und die Musik! Auf diese Weise wollen wir Position beziehen und Bewusstsein schaffen für Freiheit und Toleranz”, drückt es Mark Nesselrath, der Schlagzeuger von „ZSKA”, aus.

Die Aachener Band gehört zu den vier musikalischen Formationen, die am Freitag in Münsterbusch bei „Fight Fascism 2009 - Nazis wegRocken” aufspielten.

Zum neunten Mal veranstaltete die Stolberger „Gruppe Z” gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) das „Fight Fascism”-Konzert gegen Rechts, das insbesondere junge Leute anspricht. Sie wurden in diesem Jahr von der SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) als Jungorganisation unterstützt.

Nach der mobilen Variante im vergangenen Jahr auf dem Mühlener Markt kehrte das Event nun ins Münsterbuscher Jugendheim zurück. Udo Beitzel, Gruppe Z, beschreibt: „Wir haben den Eindruck, die Verwaltung der Stadt Stolberg wollte diese Veranstaltung nicht blockieren und statt dessen wieder hier im Jugendheim etablieren.”

Mehr als hundert Jugendliche aus Stolberg und der gesamten Städteregion feierten ausgelassen und friedlich miteinander und setzten ein klares Zeichen gegen Nazis und rechte Gesinnung. Neben den Punkrockern von „ZSKA”, „Superplex” und „Pogo? Na Logo!” heizte die Kölner „Microphone Mafia” ihrem jungen Publikum mit flottem deutschem Hip Hop ein.

„Wir sind sehr glücklich und stolz, dass es uns immer gelungen ist, mindestens drei Bands aus der Region für die Veranstaltung zu gewinnen. Im Kreis Aachen ist da eine echte demokratische Kultur verankert. Die Jungs spielen hier aus Überzeugung, die Gage besteht nur aus Essen und Getränken”, erklärt Detlef Peikert von der VVN und führt aus: „Wir wollen den jungen Leuten ein kulturelles Angebot schaffen, mit dem sie gegen Rechtsradikale Zeichen setzen können.” Leider seien gerade junge Menschen empfänglich für die Hetz-Propaganda der Nazis, ergänzt Beitzel: „Die NPD zum Beispiel spricht mit ihrer Schulhof-CD gezielt Jugendliche an, dem müssen wir entgegen wirken.”

Die rechte Szene sei in Stolberg wie in Aachen nach wie vor stark und zunehmend gewaltbereit, stellt Christoph Grzesinski von der SDAJ fest. „Es ist uns ein wichtiges Bedürfnis, dem aggressiven Auftreten der Rechten eine friedliche, aber bestimmte Position entgegen zu setzen und deren Einschüchterungsversuchen zu trotzen.”

Daher wolle man auch nächstes Jahr das zehnte „Fight Fascism” in Stolberg veranstalten. Man hofft, dann wieder mehr junge Gäste begrüßen zu dürfen, nachdem das diesjährige Konzert absolut gewaltfrei verlaufen ist. Provokationen, Pöbeleien oder gar Angriffe von Rechten blieben aus und die stark präsente Polizei sowie der Ordnerdienst der Veranstalter arbeiteten harmonisch wie effektiv zusammen. So ziehen die Organisatoren ein durchweg positives Fazit und blicken auf eine gelungene Veranstaltung zurück und optimistisch in die Zukunft von „Fight Fascism”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert