Aachen/Monschau - Beim Cartoon-Wettbewerb werden Lügen der Politiker ins Bild gesetzt

Beim Cartoon-Wettbewerb werden Lügen der Politiker ins Bild gesetzt

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Dr. Nina Mika-Helfmeier
„Ist es denn zu glauben?!”: Dr. Nina Mika-Helfmeier freut sich auf heitere und bitterböse Einsendungen zum Thema Wahrheit und Politik. Foto: H. Krömer

Aachen/Monschau. Immerhin das: „Es gibt Politiker, von denen ich denke, dass ich ihnen glauben kann”, sagt Dr. Nina Mika-Helfmeier, ohne wirklich Namen nennen zu wollen. Und in der Tat ist es - wohl nicht nur derzeit - leichter, Politiker zu benennen, bei denen dies nicht der Fall ist, bei denen Misstrauen angesagt ist.

„Wahrheit in der Politik ist für mich seit jeher ein spannendes Thema”, sagt die Kulturbeauftragte der Städteregion und betont, dass sie bereits vor den Affären von Ex-Minister Theodor zu Guttenberg und Noch-Bundespräsident Christian Wulff das Spannungsfeld von Dichtung und Wahrheit in der politischen Arena als Thema für den nächsten internationalen Cartoon-Wettbewerb vorgeschlagen hat.

„Die derzeitige Aktualität macht es umso interessanter, ist aber nicht der Grund, sich diesem Thema zu widmen. Die Felix Krulls, Münchhausens und Falschen Fuffziger bevölkern die Parlamente der Welt - und das nicht erst seit heute”, sagt Mika-Helfmeier.

Und so trägt die sechste Auflage des Wettbewerbs, den das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in Monschau in Kooperation mit dem Zeitungsverlag Aachen und der Städteregion veranstaltet, den Titel „Ist es denn zu glauben?!”. „Dabei müssen wir nicht nur nach Washington und Peking, Düsseldorf und Berlin schauen. Mit kleinen oder großen Unwahrheiten wird überall gearbeitet. Wobei die Glaubwürdigkeit von Politikern auf kommunaler Ebene in Stadträten oder auch im Städteregionstag leichter zu überprüfen ist.”

Ob bei diesem global wie lokal interessanten Thema ein neuer Teilnehmerrekord zu erwarten ist, vermag die KuK-Leiterin nicht zu prophezeien. Doch sie freut sich schon auf Einsendungen aus aller Welt. So hatten beim letztjährigen Wettbewerb auch Zeichner aus Australien, Indonesien, Usbekistan, Kolumbien und dem Iran ihre Ideen rund um den Frauen-Fußball zu Papier gebracht.

Insgesamt reichten im vergangenen Jahr 130 Zeichner aus 35 Ländern rund 400 Cartoons ein. Dabei betont Mika-Helfmeier ausdrücklich, dass nicht nur Cartoonisten aufgerufen sind, Aufklärungsarbeit zu leisten, sondern auch Zeitungskarikaturisten: „Gesucht werden die lustigsten Cartoons, die schärfsten Karikaturen und gerne auch die kritischsten Zeichnungen zu und über lügende Politiker und über die Wahrheit in der Politik.”

Wer mit spitzer Feder das Thema am besten aufgespießt hat, entscheidet eine fünfköpfige Jury, der auch in diesem Jahr neben Mika-Helfmeier wiederum Martin Sonntag, Leiter der Caricatura-Galerie in Kassel, sowie Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung sowie Schirmherr des Cartoon-Wettbewerbs, angehören. Zwei weitere Mitglieder der Expertenrunde werden noch benannt.

Welche Einsendungen am Ende das Rennen gemacht haben, wird bei der Preisverleihung am 5. Mai verkündet. Die prämierten Arbeiten sowie rund 40 weitere Zeichnungen werden anschließend im KuK ausgestellt. Zudem wird der bundesweit bekannte Cartoonist Martin Perscheid parallel dazu einen Einblick in sein Werk geben und dafür sorgen, dass zumindest die Betrachter auch über Politikerlügen lachen können.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert