AZ App

Beim Brandschutz liegt einiges im Argen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
11824786.jpg
Es gibt einiges zu tun am Berufskolleg Herzogenrath. Die Sanierung wird die Städteregion rund 1,1 Millionen Euro kosten. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Wenn es um mangelnden Brandschutz in Schulen geht, schrillen in der Regel alle Alarmglocken. Das dürfte auch im Falle des Berufskollegs in Herzogenrath der Fall sein.

Ob die Verantwortlichen über Ohrenschmerzen klagen, ist zwar nicht überliefert. Das im Bauausschuss vorgestellte Sanierungskonzept hat aber deutlich gemacht, dass es einen akuten Handlungsbedarf gibt.

Dem will die Städteregion, die mit ihrer Gründung im Oktober 2009 die Trägerschaft der Berufskollegs in den zehn angehörigen Kommunen übernommen hat und somit auch für die Herzogenrather Einrichtung zuständig ist, nun Taten folgen lassen: Bis 2017 wird das Gebäude – überwiegend im laufenden Betrieb – sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Für die Städteregion wird das teuer, sehr teuer sogar: Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Kosten von 1,1 Millionen Euro.

„Aufgrund der vielen Nutzungsänderungen und Umbauten ist uns im Rahmen der Brandschau empfohlen worden, für den baulichen und anlagentechnischen Brandschutz ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu erstellen“, blickt der städteregionale Baudezernent Uwe Zink noch einmal auf die Anfänge der Angelegenheit zurück. Zwar ist das heutige Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung an der Bardenberger Straße erst 1984 gebaut worden und gilt somit längst nicht als alt. Doch weil sich in den mittlerweile 32 Jahren am Standort inhaltlich und baulich so einiges getan hat, ohne dass das Brandschutzkonzept offenbar stets angepasst worden ist, will die Städteregion nun umfassend eingreifen.

Bauantrag genehmigt

Das Konzept, das die Verwaltung erstellt hat, wurde zwischenzeitlich im Rahmen des Bauantrages vom zuständigen Bauordnungsamt der Stadt Herzogenrath genehmigt. Nun soll es zügig an die Umsetzung gehen. In einem ersten Schritt werden an verschiedenen Stellen schadstoffbelastete Mineralwollfasern, die zur Dämmung eingebaut wurden, entfernt. „Das ist für die zwei Wochen der Osterferien vorgesehen“, erklärte der städteregionale Pressesprecher Holger Benend am Freitag auf Anfrage.

Zahlreiche andere Arbeiten hingegen, die nicht gesundheitsgefährdend sind, müssen parallel zum Unterrichtsbetrieb vorgenommen werden. Dabei fallen das Anlegen von befestigten Wegen, die von den Ausgängen der Treppenräume wegführen sowie die bessere Kennzeichnung der Feuerwehrzufahrt und der Rettungswege noch am wenigsten ins Gewicht. An die Substanz – und damit auch ins Geld – gehen hingegen die Erneuerung zahlreicher Decken, die Schaffung von Brand- und Rauchschutzabschnitten inklusive des Einbaus entsprechender Türen und die Sanierung von Leitungsdurchführungen in vielen Decken und Wänden. Sie sind derzeit nur unzureichend abgeschottet und könnten im Notfall das Ausbreiten von Feuer und Rauch begünstigen.

„Alle Maßnahmen sind mit der Brandschutzdienststelle der Stadt Herzogenrath abgestimmt“, ist Uwe Zink mit den Ergebnissen der Ortstermine und dem daraus resultierenden Konzept zufrieden. Die Finanzierung wird sich ebenso wie die Umsetzung über zwei Jahre erstrecken. 420 000 Euro sind im laufenden Haushalt veranschlagt, weitere 200 000 Euro, die für die Fassadensanierung des Paul-Julius-Reuter-Berufskollegs in der Beeckstraße in Aachen vorgesehen waren, werden zugunsten von Herzogenrath umgebucht. Die restlichen 480 000 Euro müssen in den noch zu verabschiedenden Haushalt 2017 eingestellt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Fraktionen Einwände haben werden. Denn auch sie haben die Alarmglocken sicherlich gehört.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.